Jan 18 2012


In eigener Sache: Bye Bye Weinblaettchen!

Abgelegt unter Editorial

Schild; ClosedDie Zeit des Weinblättchen geht – zumindest in dieser Form – zu Ende. Da ich mich entschieden habe, zukünftig wieder mehr zu den Themen Politik, Kultur und Soziales zu schreiben, werde ich diesen Weblog so nicht fortführen. Ein Online-Auftritt, der nicht regelmäßig aktualisiert wird, macht, insbesondere wenn es sich um ein Magazin oder um ein Weblog handelt, keinen Sinn. Einige Zeit wird er in der jetzigen Form noch zu erreichen sein. Auch die Domain bleibt vorerst erhalten. In einigen Monaten wird sie allerdings umziehen und dann auf mein in diesem Jahr gestartetes Projekt Pokus: Politik – Kultur – Soziales verweisen. Schon jetzt sind dort alle Beiträge zu finden, die bisher im Weinblättchen veröffentlicht wurden. Sollte indes ein würdiger Nachfolger zwischenzeitlich Interesse an dieser Domain haben, kann er oder sie gern mit mir in Verhandlung treten. Vielen Dank an alle, die das Weinblaettchen besucht und durch Gastbeiträge sowie durch ihr Interesse und ihre Kommentare an diesem Webauftritt mitgewirkt haben.
Achim Beinsen

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Dez 02 2011


Weinberatung: Wer kann es am besten?

Abgelegt unter Weinwelten

Guten Wein gibt es auch in Getränke-Discountern oder im Supermarkt. Das Problem besteht nur darin, ihn unter all dem Ungenießbaren zu finden. Weinblättchen hat bereits vor einiger Zeit einmal einige Tipps gegeben, worauf man beim Weinkauf im Supermarkt achten sollte. Wer jedoch eine spezielle Beratung braucht, sollte doch lieber gleich in den Fachhandel gehen. Auch dort findet man erschwingliche Tröpfchen und dazu meistens gleich noch jemand, der sich auskennt. Wo es die beste Beratung gibt, hat nun das Deutsche Institut für Service-Qualität bei sieben überregionalen Weinhandels-Filialisten im Rahmen von 70 verdeckten Testbesuchen geprüft.
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Nov 16 2011


“Ich möchte Weintrinker sein!” In Memoriam: Franz Josef Degenhardt

Abgelegt unter Kultur


Zum Tod von Franz Josef Degenhardt – hier klicken!

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Nov 09 2011


No Go oder Must Be? Zucker im Tee!

Abgelegt unter Tee

“Na – wenn’s also keinen Tee gibt, dann wollen wir wenigstens ein bißchen philosophieren“ sagt Werschinin in Anton Pavlovič Čechovs Drama „Drei Schwestern“. Mehr Spaß macht es natürlich, bei einem Tässchen Tee zu philosophieren; zum Beispiel über die Frage, ob und wie man den Tee süßen sollte. Für die meisten Tee-Puristen ist Zucker im Tee ein absolutes No-Go. Zucker im Tee wäre Selbstbetrug, behaupten manche, denn der eigentliche Teegeschmack sei dabei gar nicht mehr wahrzunehmen.

Der britische Tee-Importeur Stephen Twining etwa meint, Zucker sei so dominant, dass er den Eigengeschmack des Tee überdecke. Twining: „Tee ist keineswegs bitter, wenn Sie ihn richtig zubereiten: Wichtig ist, die richtige Ziehdauer einzuhalten. Die optimale Zeit steht auf jeder Verpackung. Das Wasser soll vorher nicht schon einmal aufgekocht worden sein.“ Milch im Tee, das lässt der Teehändler gerade noch gelten. Er ist eben ein echter Brite.

Natürlich werden von den Zucker-Gegnern auch gesundheitliche Gründe ins Feld geführt. Zucker reize die Bauchspeicheldüse und könne langfristig zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Und Süßstoff? Obwohl das wahrscheinlich noch nicht ganz erwiesen ist, stehen einige darin enthaltene Substanzen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Egal, alles was Spaß macht ist ohnehin schädlich, werden die notorischen Zucker-im-Tee-Verfechter wohl einwenden. Aber bevor man sich jetzt den nächsten Löffel Zucker in den Tee schaufelt, sollten vielleicht erst einmal die möglichen Alternativen in Betracht gezogen werden. Da käme als erstes Honig infrage. Der wirke als natürlicher Geschmacksverstärker und enthalte lebenswichtige Minerale und Nährstoffe, postet etwa robertru im Online-Portal gutefrage.net .

Und Nicole Quast, “Expertin für Yoga, Abnehmen und Diat”, empfiehlt auf experto.de nicht etwa das Süßholzraspeln, sondern die Verwendung von Süßholz im Tee. Okay, man kann das ja alles einmal ausprobieren. Und wenn es nicht schmeckt, notfalls doch wieder zum bewährten Zucker, ob weiß, braun oder als Kluntje, wie es der Ostfriese mag, zurückkehren. Oder den Tee vielleicht doch ungesüsst trinken!?

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Sep 02 2011


Jahrgang 2010

Abgelegt unter Weinlese

Der Wein-Jahrgang 2010 war eine Katastrophe, meint Manfred Klimek von Zeit-Online. Um dann all die Tröpfchen aufzuzählen, die trotzdem großartig geworden sind.
Mehr dazu auf Zeit-Online – hier klicken!

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Aug 19 2011


Kratziger Rock meets edle Traube: AC/DC bringt Wein auf den Markt

Abgelegt unter Weinnachrichten

Mal ehrlich, wer würde die inzwischen seit rund 30 Jahren durch die Welt rockende Heavy-Metal-Band AC/DC schon mit Wein in Verbindung bringen? Bon Scott, einer der ersten Lead-Sänger der Band, verstarb früh an einer Alkoholvergiftung, aber da werden wohl eher harte Sachen wie Wodka oder Whiskey im Spiel gewesen sein. Doch scheinbar haben die älter gewordenen Jungs mit ihrem raubeinigen Rock inzwischen die edleren und subtileren Genüsse des Lebens entdeckt. Oder wollen sie einfach nur Kasse machen? Jedenfalls bringen sie jetzt zusammen mit dem australischen Weingut Warburn Estate verschiedene Weine auf den Markt, die nach Titeln ihrer Songs benannt sind. Darunter etwa ein „Hells Bells Cabernet Blanc“, ein „You Shook me All Night Long Moscato“ oder ein „Black in Black Shiraz“. Wenn die Weine so schmecken, wie ihre Musik klingt, dürfte es sich wohl um recht kratzige Tropfen handeln. Aber das muss ja nicht so sein!
Rockband AC/DC
Quelle: Web.de

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Aug 05 2011


Feine Früchtchen

Abgelegt unter Rotwein,Speis' & Trank

Es gibt Weine, zu denen entwickelt man schon beim ersten Glas eine geradezu freundschaftliche Beziehung, und plötzlich stellt sich jener Effekt ein, den die Pfälzer mit den Worten „da kansch net mähr uffhöre“ beschreiben. Komme uns jetzt keiner mit der Sucht-Keule. Hier geht es um nichts weniger als um die Kommunikation zwischen Mensch und Wein. Hat dir der Wein etwas zu sagen oder nicht, das ist der springende Punkt.
Jeder Weinfreund spricht da auf unterschiedliche Geschmacks-Modifikationen und Wein-Charaktere an. In unserem Fall werden in der Regel Weine mit moderater Säure, gut integrierten Tanninen und stark ausgeprägten Fruchtaromen bevorzugt. Das sind sonnenverwöhnte Tropfen, die meist recht alkoholhaltig daherkommen. Heutzutage findet man sie beispielsweise immer häufiger unter den Übersee-Weinen, die aus der Syrah-Traube – auch Shiraz genannt – gekeltert werden. Aber in den europäischen Weinländern werden ebenfalls vermehrt reinsortige Tropfen dieser Edel-Rebe auf den Markt gebracht. Obwohl der allgemeine Trend laut Weinreporter Mario Scheuermann eher zum Wein mit weniger Alkohol geht, haben auch die alkohollastigen Fruchttorpedos eine große Anhängerschaft, und das muss ja nicht per se schlecht sein.

Ein 2008er Shiraz aus Südaustralien

Im vorliegenden Fall führte ein 2008er Shiraz vom Weingut Bleasdale in Südaustralien zum besagten „Net-mähr-uffhöre-Effekt“. Der Wein hat, wie man es von der Syrah-Traube kennt, eine dunkelrote Farbe und besticht schon beim ersten Schnuppern mit kräftigen Cassis- Aromen. Dieser Eindruck bestätigt sich am Gaumen, und neben der zusätzlichen Pflaumen-Note ist hier gar ein Hauch von Lavendel wahrnehmbar. Etwas Kirsche im Nachhall rundet das Frucht-Bouquet ab. Attention: Dieser Wein hat immerhin 14,5 Prozent Alkohol zu bieten. Bleasdale Shiraz Gekeltert wird der Tropfen auf dem Weingut Bleasdale in Südaustralien, ein Familienunternehmen, dessen derzeitiger Inhaber Robbie Potts nun in der fünften Generationen Weinbau betreibt. Sein Ururgroßvater Frank Potts hat die Gegend am Langhorne Creek um das Jahr 1860 für den Weinbau entdeckt und war damit dort lange Zeit allein auf weiter Flur. Inzwischen sind andere hinzu gekommen. Bleasdale „liegt 75 Kilometer südöstlich von Adelaide am Lake Alexandrina, einem zum Indischen Ozean hin offenen Haff. Die Reben wachsen auf flachen Kiesschotterböden, die durch den Bremer River und den Angas River angeschwemmt wurden. Das Klima ist trocken. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen bei 410 Millimeter. Im Winter, wenn die Flüsse viel Wasser tragen, werden die Rebanlagen regelmäßig geflutet“.

Weingut
Bleasdale
Anbaugebiet
Langhorne Creek, Südaustralien
Jahrgang
2008
Traube
Shiraz
Farbe
Dunkelrot
Nase
Cassis
Gaumen
Cassis, Pflaaume, Lavendel
Nachklang
Cassis, Kirsche
Alkoholgehalt
14,49%
Restzucker
1,7 g/l
Säure
6,9g/l
Gesamteindruck
Ein charaktervoller aroma- und nuancenreicher Wein
mit weichem Nachklang!

Angeblich wollte Robbie Potts seinerzeit eigentlich nicht am Langhorne Creek bleiben, sondern weiter ziehen nach Tasmanien, dem zu Australien gehörenden Eiland südlich des Kontinents. Das hat irgendwie nicht sein sollen. Aber hätte er es bis dahin geschafft, wäre ihm vielleicht auch einmal ein spezielles tasmanisches Gericht vorgesetzt worden, das im Übrigen hervorragend zu dem heute von seinem Nachfahren Frank produzierten Shiraz passt: die tasmanische Ente.
Dazu braucht man getrocknete tasmanische Kirschen, aber die aufzutreiben, ist nicht leicht. Wir haben daher getrocknete Süßkirschen aus Europa verwendet und uns auch sonst einige kleine Variationen beim Kochen erlaubt. Es läuft also eher auf Entenbrust tasmanischer Art hinaus.

Entenbrust tasmanischer Art


60g getrocknete Kirschen
4 EL Zitronensaft und
100ml trockenen Rotwein in einen Topf geben und kurz zum Kochen bringen.

1 bis 2 Auberginen in dünne Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.
Zwei Stangen Porree putzen, gegebenenfalls halbieren.
1 bis 2 Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden.
1 rote und 1 grüne Paprika waschen, aufschneiden, säubern und in dünne Ringe oder Streifen schneiden.
2 Möhren putzen und in kleine Scheiben schneiden.
Das Gemüse zusammen mit
1 gehackten Knoblauchzehe in eine Auflaufform geben geben. Salzen und Pfeffern und mit süßem Paprika würzen.
Das Gemüse mit etwas Oliveöl einpinseln und etwa 30 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen

Die Entenbrust auf der Fettseite zwei- bis dreimal kreuzweie einschneiden und in einer Pfanne
in Butter Pfanne anbraten. Die Seite mit der Fettschicht sollte etwas länger braten, bis zu kross ist.
Die Ente aus der Pfanne nehmen, in einen geschlossen Bräter oder eine Auflaufform geben und etwa
20 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen.

2 El Balsamessig in den Bratensatz geben und von der Pfanne lösen.
Den Bratensatz zu der vorbereiteten Kirschsoße geben, mit etwas Honig, Salz und Pfeffer abschmecken und schließlich mit etwa
150 ml italienischem Masala, wahlweise kann man auch Portwein verwenden, auffüllen.
Cirka 10 Minuten sämig einköcheln lassen.

Ente aufschneiden und zusammen mit der Soße und dem Gemüse servieren. Dazu kann man Backkartoffeln oder auch Weißbrot reichen.
Das Ganze ist insbesondere zusammen mit dem Bleasdale-Shiraz ein Genuß!

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Aug 01 2011


Trinken wir noch ein Tröpfchen! Wie gesund sind Wein und Alkohol?

Abgelegt unter Weinwahrheiten,Weinwelten

Nach wie vor streiten sich Wissenschaftler über die Frage, ob Alkohol rundherum zu verdammen sei, oder ein mäßiger Konsum nicht sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung habe. In einer neueren Studie der Weltgesundheitsorganisation werden im wesentlichen die negativen Effekte dieses Rauschmittels hervorgehoben. Dem widerspricht etwa Ulrich Keil vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Universität Osnabrück. Seiner Auffassung nach kann sich ein Glas Wein oder Bier am Tag durchaus positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Keil resümiert: „Richtig sei einerseits, dass Alkoholmissbrauch massive gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen habe. Andererseits konzentriere sich der Bericht fast ausschließlich auf die negativen Effekte. Die WHO verteufele den Alkoholkonsum geradezu.” Keils Auffassung zufolge „führen 10 bis 30 Gramm Alkohol pro Tag nicht nur zu einer verbesserten Lage des Herz-Kreislauf-Systems, sondern zu einer höheren Lebenserwartung insgesamt. Das bestätige auch eine kürzlich im British Medical Journal veröffentlichte Meta-Analyse, die auf 84 Studien aus vielen Ländern der Welt beruht. Klares Ergebnis: Das Risiko vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist bei leichtem bis moderatem Alkoholkonsum um rund ein Viertel niedriger als bei Menschen, die gar keinen Alkohol trinken.“

Was aber ist nun dran an der Behauptung, insbesondere der mäßige Weinkonsum wirke sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Professor Giovanni de Gaetano von der Katholischen Universität Campobasso vertritt etwa die Auffassung, dass ein bis vier Gläser Wein am Tag bei Männern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 30 Prozent senken würden. Frauen vertrügen weniger und erzielten den wünschenswerten Effekt mit etwa zwei Gläsern Wein pro Tag. Eine vergleichbare Wirkung von Bier hat Gaetano indes nicht feststellen können.
Glas Rotwein

Der Grund für die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein entstehe durch die Neutralisierung von freien Radikalen, dass beuge der Arteriosklerose vor und schütze so vor Gefäßkrankheiten, lesen wir auf dem Webportal gesundheit.de. Die Ursache für diese vorteilhaften Wirkungen des Rotweins sei vor allem der Inhaltsstoff Phenol: „Phenole gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und sind somit Produkte des Stoffwechsels von Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren“.

Laut Wikipedia sind es aber nur spezielle Rotweine, die den Gesundheitseffekt hervorbringen: „Nach neueren Forschungen haben die hohen Polyphenolgehalte bei einigen wenigen Rotweinen einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. So liefert die Sorte Tannat bei traditioneller Verarbeitung, das heißt bei längerer Gärung mit Schalen und Kernen (drei bis vier Wochen), von allen Rebsorten die höchsten Werte an Polyphenolen, die sich als vorbeugend bei Herz- und Kreislauferkrankungen erwiesen haben. Wegen des hohen natürlichen Gehalts verbunden mit der restlosen Extraktion in den beiden kleinen Anbaugebieten in Frankreich und Sardinien enthält dieser Wein gut viermal soviel Polyphenole wie alle anderen getesteten Rotweine. Als hauptwirksamer Bestandteil wurde Procyanidin identifiziert.“
Eine Widerlegung des positiven Effekts von Polyphenolen auf das Herz-Kreislauf-System existiert scheinbar nicht. Wir können also davon ausgehen, dass uns zumindest bestimmte Weinsorten auch gesundheitlich gut tun.
Alkoholkonsum in ausgewählten Ländern - Grafik nach WHO Bericht

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Jun 26 2011


Pinot Grigio meets Grauburgunder

Abgelegt unter Weißwein,Weinprobe

Pinot Grigio 2009
Weingut: Bidoli Vini
Anbaugebiet: Italien, Friaul
Traube: Pinot Grigio
Farbe: Gelb
Nase: Melone
Gaumen: Pfirsich, etwas Zitone
Nachklang: etwas Feige und Ananas
Alkoholgehalt: 13%
Restzucker: 0,3g/l
Gesamtsäure: 7,1g/l
Gesamteindruck: Ein Wein Marke Studentenkneipe

Jüngst wurde anlässlich der Konfirmation meines Patenkindes beim Italiener getafelt. Nachdem sich alle eingefunden hatten, kam die Frage nach dem passenden Wein auf. „Ein Pinot Grigio vielleicht“, so der Vorschlag von einem Tischnachbarn. Stirnrunzeln meinerseits. Lieber einen süßen Roten?“, hakte der Tischnachbar süffisant lächelnd nach und war wohl überzeugt, hier auf einen echten Dilettanten in Geschmacksfragen gestoßen zu sein.
Nein, es soll nicht schlecht über Pinot Grigio-Trinker geredet werden. Aber lassen wir kurz Martin S. Lambeck, den Weinexperten von Welt-Online, zu Wort kommen: „Kennen Sie die Szene? Im Freundeskreis lobt ein Alfa-Romeo-Fahrer den „tollen Pinot Grigio“ beim Nobel-Italiener gegenüber der Firma. Manch einer kauft sogar für viel Geld den Pinot Grigio für daheim. Dabei kann vieles (wenn auch bei weitem nicht alles), was an Pinot Grigio aus Italien auf den deutschen Markt drängt, mit dem deutschen Grauburgunder kaum mithalten. Es handelt sich dabei im Übrigen um die gleiche Rebsorte.“ Damit kein falscher Eindruck entsteht: Unser Tischnachbar von der Konfirmationsfeier fährt zwar Cabrio, aber keinen Alfa-Romeo. Auch muss dahingestellt bleiben, ob er für viel Geld den teuren Pinot Grigio für daheim kauft. Fest steht jedoch, dass diese italienische Weinsorte, deren deutsches Pedant Grauburgunder heißt, bei ihm in gutem Ruf steht. Warum auch nicht? Ist denn der Grauburgunder wirklich besser als die im mediterranen Italien gereifte Rebe? Weinblättchen wollte es wissen und hat daher eine Stichprobenuntersuchung durchgeführt.

Zu diesem Zweck wurde beim gleichen Händler – es handelt sich um das Wein- und Spirituosen Franchaise-Unternehmen „Vom Fass“ – jeweils eine Flasche Pinot Grigio und eine Flasche Grauburgunder ausgewählt. Bei der italienischen Variante handelt es sich um einen Pinot Grigio, Jahrgang 2009, vom Weingut Bidoli im norditalienischen Friaul, der Heimat des Pinot Grigio. Alkoholgehalt 13 Prozent. Schüchtern und verhalten gibt sich dieser Wein in der Nase, immerhin lässt sich eine leichte Melonen-Note erheischen. Am Gaumen erkennen wir Pfirsich und etwas Zitrone, das alles jedoch nicht besonders ausgeprägt. Im Nachhall kann der Tropfen mit leichten Nuancen vom rebentypischen Feigenaroma in Korrespondenz mit einer Idee Ananas aufwarten. Insgesamt ist hier nichts Spektakuläres zu berichten. Ein Wein Marke Studentenkneipe. Für Euro 7,95 die Flasche, soviel muss man für den Tropfen beim „Vom Fass“ zahlen, lässt sich jedenfalls Besseres bekommen.

Auf der deutschen Seite schicken wir einen Grauburgunder der Winzergenossenschaft Oberbergen, Jahrgang 2009, ins Rennen. Es handelt sich um einen Wein der Lage Oberbergener Baßgeige am Kaiserstuhl. Man lese und staune, so etwas gibt es wirklich im „Vom Fass“. Bei der Bassgeige handelt es sich um eine terassenförmig angelegte Steillage, von der bekanntlich selten Schlechtes kommt. Steillagen bedeuten mühselige Erntearbeit, da meist von Hand gelesen werden muss. Und allein deshalb möchte der Winzer hier nichts vergeigen, sondern mit seiner harten Arbeit einen guten Wein produzieren, der auch einen guten Preis erzielt. Trotzdem kostet der Bassgeigen-Grauburgunder einen Euro weniger als der wahrscheinlich maschinell geerntete Pinot Grigio.
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Sehr hell mit goldenen Reflexen schimmert der Grauburgunder im Glas und verwöhnt die Nase mit fruchtigen Gerüchen nach Kiwi, Ananas und etwas Apfel. Am Gaumen sind deutliche Aromen von Feige, Birne und Grapefruit wahrnehmbar. Dabei hinterlässt der Wein im Nachhall einen leicht moussierenden Eindruck von Birne und Mango, das alles eingebettet in eine spritzige aber nicht aufdringliche Säure. So macht das Weintrinken Spaß, ein frischer und gehaltvoller Tropfen, der allerdings auch 14 Prozent Alkohol aufs Tablett bringt.
Im Vergleich mit dem Bidoli-Pino Grigio schneidet dieser Grauburgunder auf jeden Fall um Längen besser ab und ist zudem auch noch um einen Euro günstiger zu haben. An Lambecks Einschätzung scheint also etwas dran zu sein. Ob sich dieses Ergebnis verallgemeinern lässt, müssen wir allerdings dem Gaumen und dem Urteilsvermögen der Weintrinker, Alfa Romeo- und Cabrio-Fahrer selbst überlassen.

Oberbergener Bassgeige Grauburgunder 2009
Weingut: Winzergenossenschaft Oberbergen
Anbaugebiet: Deutschland, Baden, Kaiserstuhl, Lage Oberbergener Baßgeige
Traube: Grauer Burgunder
Farbe: Hellgelb mit goldenen Reflexen
Nase: Kiwi, Ananas, etwas Apfel
Gaumen: Feige, Birne, Grapefruit
Nachklang: Birne, Mango
Alkoholgehalt: 14%
Restzucker: 4,6g/l
Gesamtsäure: 6,1 g/l
Gesamteindruck: Frisch, fruchtig, gehaltvoll

Beide Weine gibt es in den Weinläden der Weinhandelskette “Vom Fass”

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Mai 23 2011


The Black Stump. Junger australischer Wein vom Feinsten

Abgelegt unter Rotwein,Weinprobe

The Black Stump 2009

Weingut: Casella Wines
Anbaugebiet: Australien, Südosteuatralien
Traube: Durif, Shiraz
Farbe: Kirschrot
Nase: Etwas Minze, Vielchen, Brombeere
Gaumen: Wladfrüchte, Brombeere, Mirabelle, Schokolade und mehr
Nachklang: Cassis
Alkoholgehalt: 14 Prozent
Gesamteindruck: Ein voller, sehr vielschichtiger Wein für Entdecker

Beim ersten Schnuppern an der gerade geöffneten Flasche Black Stump – diesem roten australischen Cuvée aus den Reben Durif und Shiraz – scheint es fast so, als würde sich da ein Hauch von Minze in die Nase schleichen. Das ist jedoch nur ein flüchtiger Eindruck.
chateaudirect_black-stump.jpg
Im Glas duftet der Wein eher nach Veilchen, unter die sich eine Idee von Orange mischt. Vor allem aber stehen deutliche Brombeeraromen im Vordergrund. Um es gleich vorweg zu sagen: Wir haben es hier mit einem äußerst vielschichtigen Wein zu tun, der nicht nur in der Nase beeindruckende Erlebnisse beschert. Black Stump, in Australien bezeichnet man so auch die Orte zwischen der bekannten und der unbekannten Welt, Orte, die immer etwas Geheimnisumwobenes auf diesem an vielen Geheimnissen reichen Kontinent an sich haben.
Der Name ist gut gewählt, haftet dem Tropfen doch in der Tat etwas Eigentümliches an. Je länger man davon trinkt desto deutlicher wird: Wir haben es mit so etwas wie einer Twilight Zone des Weins zu tun, denn wer sich und diesem Tropfen ausreichend Zeit gibt, kann immer wieder Neues entdecken. Am Gaumen zeigt er zunächst volle Aromen von reifen Waldfrüchten und – auch hier – Brombeeren, dazu subtile Reminiszenzen an Mirabelle. Insgesamt eine fruchtige Melange, eingebettet in deutliche Schokoladennoten, denen sich im Nachhall etwas Cassis hinzugesellt.
John Cassella
Kreiert wurde dieses leckere Tröpfchen von John Casella, Chef des australischen Familienunternehmens Casella Wines. Die Bezeichnung Familienunternehmen darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eines der größten Weingüter Australiens und um das größte in Familienbesitz handelt. Casella Wines ist eine echte ökonomische Hausnummer auf dem australischen Kontinent und trägt nach eigenen Angaben mit neun Prozent zur Wein-Gesamtproduktion des Landes bei.
Im Black Stump hat Casella der seltenen Rebsorte Durif zum Rendevouz mit dem immer beliebter werdenden Shiraz – auch unter der Bezeichnung Syrah bekannt – verholfen. Durif soll angeblich aus Frankreich stammen und gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus der Peloursin-Traube hervorgegangen sein. Durch Genanalysen ist man der Sorte inzwischen weiter auf die Schliche gekommen und hat herausgefunden, dass es sich um eine Kreuzung von Peloursin und Syrah handelt. Durif wurde zunächst nach Kalifornien und von dort in südamerikanische Länder exportiert. Den weltweiten Durif-Bestand schätzt man auf etwa 3000 Hektar.
In Casellas Weinkellern ist die Kombination dieser Traube mit ihrer Vorgängerin bestens gelungen. Für – in diesem Fall – schlappe Euro 9,20 kriegt man etwas Gediegenes geboten. Der Wein ist zu haben bei ChateauDirect:
ChateauDirect Weine
Schneckenpost: Direct Wines GmbH, Zeppelinstr. 71-73, 81669 München
E-Mail: kundendienst@ChateauDirect.de
Website: http://www.chateaudirect.de/
Telefon: 069 222 22 6483
Cheers!

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