Aug
19
2011

weinblättchen
Mal ehrlich, wer würde die inzwischen seit rund 30 Jahren durch die Welt rockende Heavy-Metal-Band AC/DC schon mit Wein in Verbindung bringen? Bon Scott, einer der ersten Lead-Sänger der Band, verstarb früh an einer Alkoholvergiftung, aber da werden wohl eher harte Sachen wie Wodka oder Whiskey im Spiel gewesen sein. Doch scheinbar haben die älter gewordenen Jungs mit ihrem raubeinigen Rock inzwischen die edleren und subtileren Genüsse des Lebens entdeckt. Oder wollen sie einfach nur Kasse machen? Jedenfalls bringen sie jetzt zusammen mit dem australischen Weingut Warburn Estate verschiedene Weine auf den Markt, die nach Titeln ihrer Songs benannt sind. Darunter etwa ein „Hells Bells Cabernet Blanc“, ein „You Shook me All Night Long Moscato“ oder ein „Black in Black Shiraz“. Wenn die Weine so schmecken, wie ihre Musik klingt, dürfte es sich wohl um recht kratzige Tropfen handeln. Aber das muss ja nicht so sein!

Quelle: Web.de
Mai
04
2011

weinblättchen
Der Bordeaux-Jahrgang 2010 sei ein Mentekel, schrieb der lang gediente Weinjournalist Mario Scheuermann jüngst in seinem Blog Planet Bordeaux. Nie zuvor habe er einen Jungwein von dieser Qualität gekostet. „In den 35 Jahren, in denen ich bewusst mich mit den Weinen des Bordelais beschäftige, hat sich das Klima und damit auch der Weintypus dramatisch geändert: vom herben, dünnen Säuerling zur konzentrierten süssen Alkoholbombe. Dies geschah nicht weil die Winzer oder Robert Parker das unbedingt so wollten, sondern weil die Natur es möglich gemacht, teilweise sogar erzwungen hat.“
Der Klimawandel bereitet den Bordeaux-Winzern an der Gironde mithin großes Kopfzerbrechen. Ihre Weine werden geliebt ob des herben Genusses, der kräftigen Säure und der oft wuchtigen Tannine, hinter denen sich subtil die nach Cassis duftenden Fruchtnoten der Edeltrauben Cabernet Sauvignon und Merlot entfalten. Mehr Sonne sowie die Klimaerwärmung haben in den letzten Jahren beständig Alkoholgehalt und Fruchtlastigkeit der Bordeaux-Tröpfchen steigen lassen. „Wenn wir nichts unternehmen werden wir nur noch Coca-Cola Weine produzieren“, soll der Saint-Emilion-Winzer Philippe Bardet laut Scheuermann kürzlich entsetzt ausgerufen haben. Bordeaux-Lieberhaber Scheuermann befürchet: „Das Jahr 2010 wird möglicherweise in die Weingeschichte eingehen als das Jahr in dem wir uns von unserer Vorstellung von Bordeaux-Weinen so wie wir sie bisher gekannt haben und schätzen, verabschieden mussten“

Bordeaux-Wein: Vom Säuerling zur alkohollastigen Fruchtbombe?
Die französischen Winzer suchen allerdings händeringend nach Lösungen für ihr Problem. Soll man den Most nach der Weinlese mittels technischer Verfahren entzuckern? Oder gar die Rebsorten wechseln. Diskutiert wird, die klassischen Bordeaux-Trauben Merlot und Cabernet Sauvignen durch Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot zu ersetzen oder zumindest zu ergänzen. Auch über die Mourvèdre-Traube werde bereits nachgedacht, schreibt Scheuermann und seufzt: „Das wäre dann das Ende einer Epoche.“ Für einen alt gedienten Bordeaux-Recken wie ihn muss das wahrlich eine schreckliche Vorstellung sein.
Mrz
24
2011

weinblättchen
Leipzig, 22. März 2011. Der weltweite Export israelischer Weine steigt seit Jahren an. 2010 konnte mit einem Wachstum von rund 30% auf 21 Millionen Euro als Rekordjahr verbucht werden. Den Schritt vom Geheimtipp zum etablierten Produzenten von Spitzenweinen hat Israel einer jungen, weltoffenen und bestens ausgebildete Generation von Winzern und Kellermeistern zu verdanken. Am israelischen Pavillon auf der ProWein 2011 können Besucher die Weine zehn führender israelischer Weingütern bei moderierten Verkostungen erleben.
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Jul
05
2010

weinblättchen
Wie berichtet, präsentiert auch Aldi-Nord seit einiger Zeit badische Weine, die unter der Regie des Weinguts Fritz Keller ausgebaut und vermarktet werden. Gerade ist zeitig zum sich endlich einstellenden Sommer ein Spätburgunder Rosé, Jahrgang 2009, zu haben. Jedenfalls für jene, die sich jetzt schnellstens auf den Weg zu Aldi machen, denn sehr viel ist in den meisten Märkten schon nicht mehr übrig von dem Tropfen. Weinblättchen-Autor und Stamm-Connoisseur Klaus-Dieter Gleitze rät jedenfalls dringend zum Kauf: „Sensationell, einer der Besten, die ich je zechte.“
2009 Baden Roséwein, Edition Fritz Keller bei Aldi-Nord. Euro 4,99
Jun
24
2010

weinblättchen
Weinreporter Mario Scheuermann hat am 22.06.2010 auf seinem Portal best-of-wine.com den tödlichen Unfall des renommierten Steillagen-Winzers Ulrich Franzen gemeldet:
Einer der renommiertesten deutsche Steillagen-Winzer ist heute auf tragische Weise tödlich verunglückt: Ulrich Franzen (54) aus Bremm an der Mosel. Der Unfall ereignete sich gegen Abend bei Spritzarbeiten in der Weinlage Kloster Stuben oberhalb der Klosterruine Stuben. Der Winzer kippte nach Angaben der Polizei mit seinem Schmalspurschlepper um, fiel unter den Traktor auf einen Weinbergspfahl – der ihn bis ins Herz durchbohrte. Rettungssanitäter versuchten vergeblich, den Verunglückten zu reanimieren. Ulrich Franzen bewirtschaftete mit seiner Frau Iris das acht Hektar grosse Weingut Reinhold Franzen. Seinem Engagement st es zu verdanken das mit dem Calmont in Bremm eine der steilsten Weinbergslagen Europas erhalten blieb. Seit anfang des Jahrhunders hat er die ursprünglich 112 Parzellen arrondiert, mit Riesling neu angelegt und durch den Bau einer Monorackbahn (eine Schweizer Einschienenzahnradbahn) sowie durch Klettersteige erschlossen. Die dort erzeugten Weine sind von höchster Qualität.
Apr
03
2010

weinblättchen
Das Internet-Magazin Wein-Plus meldet:
7.03.2010
Neue Regeln für die Wein-Kommunikation
Die europäische Weinbranche hat neue Standards für die kommerzielle Kommunikation für Wein definiert, die sich unmissverständlich gegen einen übermäßigen oder missbräuchlichen Konsum von Wein beziehungsweise Sekt richten.
Die Standards orientieren sich an den Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke. In elf Punkten verpflichten sich die Unternehmen unter anderem, dass durch kommerzielle Kommunikation Kinder oder Jugendliche nicht zum Trinken von Wein aufgefordert oder animiert werden dürfen. Es darf auch nicht der Eindruck erweckt werden, dass ein niedriger Alkoholgehalt von Wein missbräuchlichen Konsum verhindere oder dass Weinkonsum zur gesellschaftlichen Akzeptanz oder zum sozialen Erfolg nötig sei. Selbstverständlich ist auch jede werbliche Verbindung zum Weinkonsum im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz und während der Schwangerschaft untersagt.
Zum Glück sehen die Standards vor, dass redaktionelle Medieninhalte sowie allgemeine Informationen, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufklären, von den neuen Standards nicht betroffen sind – eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie.
Zuwiderhandlungen können als Verstöße gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats geahndet und mit Sanktionen versehen werden. Jeder Verbraucher kann sich über Werbemaßnahmen beim Deutschen Werberat beschweren. (wf/Pressemitteilung)
Nov
21
2009

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Viele deutsche Winzer loben den Jahrgang 2009 bereits jetzt als Jahrhundertwein. Er werde als ganz großer in die Geschichte eingehen, meint beispielsweise der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber.

Foto: Beinsen
Das langsam zu Ende gehende Jahr bot ein manchmal recht unbeständiges Wetter mit einer Mixtur aus Regen, längeren Trockenperioden und hohen Temperaturen. Stuart Pigott, bekannter Weinkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), verrät seinen Kollegen von der Bildzeitung: „Wir hatten Ende August und den ganzen September fünf Wochen lang warmes und trockenes Wetter, trotzdem waren die Böden noch feucht genug – das ist die perfekte Mischung für einen guten Wein, eine seltene Konstellation.“ Fazit für den Rebensaft: Hohe Qualität aber niedrigere Erträge als in den Vorjahren.
Die Erntemenge liegt etwa 15 Prozent unter jener von 2008. Das wird Weinproduzenten und Weinhändlern aber kaum schaden, im Gegenteil. Es sei ein ein Jahrgang, der genau in den Markt passe, kommentiert Weber die Situation. Der Handel ist im letzten Jahr wohl auf etlichen Litern sitzengeblieben und wird den diesjährigen Produktionsrückgang daher für Preiserhöhungen nutzen wollen. Schlecht für die Weintrinker also.
Mai
30
2009

weinblättchen
Im Jahr 1998 fanden Winzer der in Deutschland so beliebten Ferieninsel Mallorca einige wild wuchernde Weingewächse und staunten nicht schlecht: Waren das nicht Pflanzen der alten mallorquinischen Rebe Gorgollosa, die man schon längst im Nirwana der ausgestorbenen Rebsorten wähnte?

Collage: Beinsen
In der Tat! Für die Rekultivierung der Reben erteilten die Behörden der Insel schnell die nötige Erlaubnis und inzwischen gedeiht die alte Rebe in einem ansehnlichen neuen Weingarten. Leider darf sie bisher außerhalb der Baleareninsel Mallorca nicht verkauft werden, denn noch verweigern die zuständigen Stellen in der spanischen Hauptstadt Madrid ihre Genehmigung. Zunächst müsse man genau prüfen, ob es sich wirklich um Gorgollosa handele, heisst es dort.
Die balearische Landwirtschaftsministerin Merce Amer wirft den spanischen Behörden Bürokratismus vor und macht sich für die Marktzulassung der alten Rebsorte stark. Schließlich sei das ein exzellenter Wein, sagt sie.
Quelle: http://www.inselradio.com/2009/05/29/1500-liter-wein-beschlagnahmt/
Aug
25
2008

weinblättchen
Butterberge und Milchseen, davon haben wir schon einmal gehört. So wurde die vermeintliche Überproduktion der entsprechenden landwirtschaftlichen Produkte in der EU bezeichnet und gleichzeitig suggeriert, dass die Produktion gedrosselt werden müsse. Natürlich ging es dabei weniger um eine absolute Überproduktion als vielmehr um die Preisstabilität, denn was wir zuviel hatten, hatte man andernorts zuwenig.
Ähnliches scheint sich jetzt als eine Folge der Überseeimporte beim Wein anzubahnen. Am ersten August ist in der EU eine auf zunächst drei Jahre befristete Rodungsregelung für Weinberge in Kraft getreten. Mario Scheuermann vom Drinktank-Weinblog informiert:
Bis zum Jahr 2010 stellt Brüssel 1,074 Milliarden Euro an Hilfsgeldern für die Rodung von Weinbergen zur Verfügung. Damit soll die Rebfläche innerhalb der Mitgliedsstaaten um 175.000 Hektar verkleinert werden. Noch liegen aus den beiden grossen Anbauländern Italien und Spanien keine Zahlen vor. Gerüchte besagen lediglich, dass Spanien möglicherwiese Anträge für 100.000 Hektar und mehr stellen werde. Konkreter sind die Angaben aus Ungarn und Frankreich. So will die ungarische Weinwirtschaft schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Hektar roden. Das entspräche ca. fünf bis sieben Prozent der Gesamtrebfläche von 88.000 Hektar. In Frankreich gingen nach einem Bericht von Viniflhor in den ersten sieben Tagen bereits 2.288 Anträge für insgesamt 9.567 Hektar ein. An der Spitze liegt dabei das Anbaugebiet Languedoc-Roussillon mit 6.638 Hektar vor Bordeaux (609 ha), Südwest-Frankreich (595 ha), Beaujolais (540 ha), Korsika (474 ha) und der Loire (131 ha).

Foto: Beinsen
Das Weinmeer wird trocken gelegt.
Aug
07
2008

weinblättchen
Vollzieht sich bei den deutschen Weinkonsumenten ein Sinneswandel? Durchschnittlich elf Cent mehr als noch vor einem Jahr hat man hierzulande im ersten Halbjahr 2008 für seinen Wein bezahlt, nämlich 2,44 Euro pro Liter.
Insgesamt wurde dabei allerdings 4,5 Prozent weniger Wein gekauft. Deutsche Tropfen konnten jedoch ein Umsatzplus von gut 2 Prozent erzielen, der Marktanteil deutscher Weine stieg daher von rund 46 auf 49 Prozent. Der Umsatzrückgang betraf hauptsächlich Importprodukte.
Mit rund 73 Prozent Anteil am insgesamt verkauften Wein hat der Lebensmittelhandel noch einmal um 2 Prozent zugelegt, zulasten des Weinfachhandels. Es ist aber auch zu verlockend, beim Obst-, Fleisch- und Gemüseeinkauf noch mal eben schnell ins Weinregal zu greifen.

Foto: Beinsen