'Weißwein'

Jun 26 2011

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Pinot Grigio meets Grauburgunder

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Pinot Grigio 2009
Weingut: Bidoli Vini
Anbaugebiet: Italien, Friaul
Traube: Pinot Grigio
Farbe: Gelb
Nase: Melone
Gaumen: Pfirsich, etwas Zitone
Nachklang: etwas Feige und Ananas
Alkoholgehalt: 13%
Restzucker: 0,3g/l
Gesamtsäure: 7,1g/l
Gesamteindruck: Ein Wein Marke Studentenkneipe

Jüngst wurde anlässlich der Konfirmation meines Patenkindes beim Italiener getafelt. Nachdem sich alle eingefunden hatten, kam die Frage nach dem passenden Wein auf. „Ein Pinot Grigio vielleicht“, so der Vorschlag von einem Tischnachbarn. Stirnrunzeln meinerseits. Lieber einen süßen Roten?“, hakte der Tischnachbar süffisant lächelnd nach und war wohl überzeugt, hier auf einen echten Dilettanten in Geschmacksfragen gestoßen zu sein.
Nein, es soll nicht schlecht über Pinot Grigio-Trinker geredet werden. Aber lassen wir kurz Martin S. Lambeck, den Weinexperten von Welt-Online, zu Wort kommen: „Kennen Sie die Szene? Im Freundeskreis lobt ein Alfa-Romeo-Fahrer den „tollen Pinot Grigio“ beim Nobel-Italiener gegenüber der Firma. Manch einer kauft sogar für viel Geld den Pinot Grigio für daheim. Dabei kann vieles (wenn auch bei weitem nicht alles), was an Pinot Grigio aus Italien auf den deutschen Markt drängt, mit dem deutschen Grauburgunder kaum mithalten. Es handelt sich dabei im Übrigen um die gleiche Rebsorte.“ Damit kein falscher Eindruck entsteht: Unser Tischnachbar von der Konfirmationsfeier fährt zwar Cabrio, aber keinen Alfa-Romeo. Auch muss dahingestellt bleiben, ob er für viel Geld den teuren Pinot Grigio für daheim kauft. Fest steht jedoch, dass diese italienische Weinsorte, deren deutsches Pedant Grauburgunder heißt, bei ihm in gutem Ruf steht. Warum auch nicht? Ist denn der Grauburgunder wirklich besser als die im mediterranen Italien gereifte Rebe? Weinblättchen wollte es wissen und hat daher eine Stichprobenuntersuchung durchgeführt.

Zu diesem Zweck wurde beim gleichen Händler – es handelt sich um das Wein- und Spirituosen Franchaise-Unternehmen „Vom Fass“ – jeweils eine Flasche Pinot Grigio und eine Flasche Grauburgunder ausgewählt. Bei der italienischen Variante handelt es sich um einen Pinot Grigio, Jahrgang 2009, vom Weingut Bidoli im norditalienischen Friaul, der Heimat des Pinot Grigio. Alkoholgehalt 13 Prozent. Schüchtern und verhalten gibt sich dieser Wein in der Nase, immerhin lässt sich eine leichte Melonen-Note erheischen. Am Gaumen erkennen wir Pfirsich und etwas Zitrone, das alles jedoch nicht besonders ausgeprägt. Im Nachhall kann der Tropfen mit leichten Nuancen vom rebentypischen Feigenaroma in Korrespondenz mit einer Idee Ananas aufwarten. Insgesamt ist hier nichts Spektakuläres zu berichten. Ein Wein Marke Studentenkneipe. Für Euro 7,95 die Flasche, soviel muss man für den Tropfen beim „Vom Fass“ zahlen, lässt sich jedenfalls Besseres bekommen.

Auf der deutschen Seite schicken wir einen Grauburgunder der Winzergenossenschaft Oberbergen, Jahrgang 2009, ins Rennen. Es handelt sich um einen Wein der Lage Oberbergener Baßgeige am Kaiserstuhl. Man lese und staune, so etwas gibt es wirklich im „Vom Fass“. Bei der Bassgeige handelt es sich um eine terassenförmig angelegte Steillage, von der bekanntlich selten Schlechtes kommt. Steillagen bedeuten mühselige Erntearbeit, da meist von Hand gelesen werden muss. Und allein deshalb möchte der Winzer hier nichts vergeigen, sondern mit seiner harten Arbeit einen guten Wein produzieren, der auch einen guten Preis erzielt. Trotzdem kostet der Bassgeigen-Grauburgunder einen Euro weniger als der wahrscheinlich maschinell geerntete Pinot Grigio.
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Sehr hell mit goldenen Reflexen schimmert der Grauburgunder im Glas und verwöhnt die Nase mit fruchtigen Gerüchen nach Kiwi, Ananas und etwas Apfel. Am Gaumen sind deutliche Aromen von Feige, Birne und Grapefruit wahrnehmbar. Dabei hinterlässt der Wein im Nachhall einen leicht moussierenden Eindruck von Birne und Mango, das alles eingebettet in eine spritzige aber nicht aufdringliche Säure. So macht das Weintrinken Spaß, ein frischer und gehaltvoller Tropfen, der allerdings auch 14 Prozent Alkohol aufs Tablett bringt.
Im Vergleich mit dem Bidoli-Pino Grigio schneidet dieser Grauburgunder auf jeden Fall um Längen besser ab und ist zudem auch noch um einen Euro günstiger zu haben. An Lambecks Einschätzung scheint also etwas dran zu sein. Ob sich dieses Ergebnis verallgemeinern lässt, müssen wir allerdings dem Gaumen und dem Urteilsvermögen der Weintrinker, Alfa Romeo- und Cabrio-Fahrer selbst überlassen.

Oberbergener Bassgeige Grauburgunder 2009
Weingut: Winzergenossenschaft Oberbergen
Anbaugebiet: Deutschland, Baden, Kaiserstuhl, Lage Oberbergener Baßgeige
Traube: Grauer Burgunder
Farbe: Hellgelb mit goldenen Reflexen
Nase: Kiwi, Ananas, etwas Apfel
Gaumen: Feige, Birne, Grapefruit
Nachklang: Birne, Mango
Alkoholgehalt: 14%
Restzucker: 4,6g/l
Gesamtsäure: 6,1 g/l
Gesamteindruck: Frisch, fruchtig, gehaltvoll

Beide Weine gibt es in den Weinläden der Weinhandelskette “Vom Fass”

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Mai 16 2011

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„Der Weg nach Aldi hin!“ Alle Jahre wieder: Keller-Riesling bei Aldi-Nord

2010 Baden Riesling Edition Fritz Keller
Weingut: Fritz Keller
Anbaugebiet: Baden/Deutschland
Traube: Riesling
Farbe: Blassgelb bis gelb
Nase: sehr intensiv, Melone
Gaumen: Stachelbeere, Apfel, Grapefruit
Nachhall: Etwas Banane, Zitrone, Ananas
Alkoholgehalt: 12 Prozent
Verschluss: Schraubverschluss
Preis: Euro 5,99
Gesamteindruck: Sehr fruchtig, frisch, schön ausbalanciert

Auch 2011 setzt der bekannte badische Weinproduzent Fritz Keller seine Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteldiscounter Aldi fort. Pünktlich zur beginnenden Spargelsaison bringt Keller in diesem Jahr einen Rosé- und einen Riesling in die Filialen des nördlichen Aldi-Imperiums. Die Idee ist einfach aber bewährt: Keller liefert das Konzept, sein Knowhow in Produktion und Marketing und vor allem seinen Namen und lässt den Rebensaft von einer Vielzahl badischer Familienbetriebe herstellen. Davon profitieren nicht zuletzt auch seine Kooperationspartner, kleine Winzer, die sonst teilweise eher schlecht als recht über die Runden kommen.
Der Tropfen ist für 5,99 Euro zu haben, auf Dumpingpreise lässt sich Keller nicht ein. Doch schon im letzten Jahr hat sich der Wein dieses Preises als würdig erwiesen, und so auch diesmal. Blassgelb in der Farbe, verströmt er schon bei geöffneter Flasche einen grandiosen Geruch von reifen Melonen, geradezu ein Duft-Flash. Am Gaumen reüssiert der Tropfen mit Aromen von Stachelbeere, etwas Apfel und Grapefruit, um im Nachhall einen lang anhaltenden leicht bananigen Eindruck, gemischt mit Zitronen- und dezenten Ananasaromen zu hinterlassen. Ein herrlich fruchtiger und frischer Wein, unserer Meinung nach wunderbar für ein gutes Spargelessen geeignet. Keller hat nicht enttäuscht. Da lohnt der Weg „nach Aldi hin“.

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Nov 03 2010

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Ein 2008er Riesling Kabinett aus dem Hofladen

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2008 Riesling Kabinett trocken
Weingut: Weingut Bohnenstiel
Anbaugebiet: Pfalz, Herxheim am Berg (Weinstraße)
Traube: Riesling
Farbe: Goldgeld
Nase: Zitrone, Mango
Gaumen: Honigmelone, Grapefruit
Nachklang: Apfel, Pfirsich
Alkoholgehalt: 11,5%
Restzucker: 7,1%
Säure: 8%

Auf der Suche nach leckerem Wein empfiehlt es sich, häufiger einmal die zumindest in Norddeutschland verbreiteten Hofläden anzusteuern, die es mittlerweile in jedem zweiten Dörfchen gibt. Oft handelt es sich dabei inzwischen fast schon wieder um kleine Supermärkte, in denen die Landwirte nicht nur ihre eigenen Produkte sondern auch Waren vom Großmarkt anbieten. Wie dem auch sei: Viele Hofläden arbeiten mit einem deutschen Weingut zusammen. Man findet dort also in der Regel eine kleine Auswahl an Rot- und Weißweinen eines inländischen Weinproduzenten. So kommt es, dass inzwischen fast jedes Klein-Hintertupfingen im hohen Norden mit recht brauchbarem Winzerwein versorgt wird. Daher unser Rat an alle niederdeutschen Landeier: Vergesst beim Weinkauf die Supermärkte und haltet euch an die Hofläden.
In Meyers Hofladen, beheimatet im Burgdorfer Ortsteil Otze bei Hannover, werden verschiedene Sorten Wein des Pfälzer Weinguts Bohnenstiel angeboten.
Meyers Hofladen
Meyers Hofladen

Der Bohnenstielssche Betrieb, ein traditionsreiches Familienunternehmen, befindet sich in Herxheim an der Weinstraße; wer will, kann bei Bohnenstiels nicht nur Wein kaufen, sondern in einer Ferienwohnung auch Urlaub machen.
Für den Wein müssen wir jedenfalls nicht extra in die Pfalz fahren, es reicht eine Expedition zu Meyers Hofladen. Von dort haben wir ein Fläschchen des „2008er Rieslings Kabinett trocken“ mitgenommen und anlässlich eines Grünkohlessens verkostet.
Weinberg des Weinguts Bohnenstiel

Im Glas zeigt der Wein eine schöne goldgelbe Farbe und macht mit dem Duft von Mango und Zitrone neugierig. Am Gaumen appellieren seine Aromen an Honigmelone und Grapefruit, um im Nachklang einen Eindruck von Apfel und Pfirsich zurückzulassen. Insgesamt haben wir es mit einem fruchtig-süffigen und weichen Riesling-Kabinett aus der Pfalz zu tun, der sommers wie winters hervorragend zu hellem Fleisch, Fisch, Pasta, Gemüse und Salat passt, oder sich auch einfach nur so wegzechen lässt. Für Grünkohl allerdings werden wir das nächste Mal zu etwas Kräftigerem greifen müssen. Oder Bier trinken.

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Mai 03 2010

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Badischer Riesling von Fritz Keller bei Aldi Nord

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2009 Baden Riesling Edition Fritz Keller
Weingut: Fritz Keller
Anbaugebiet: Baden/Deutschland
Traube: Riesling
Farbe: Blassgelb bis gelb
Nase: Aprikose, etwas Stachelbeere
Gaumen: Zitrone, Orange, etwas Honig
Nachhall: Feige, Apfel
Alkoholgehalt: 12,5 Prozent
Gesamteindruck: Fruchtig, weich, milde Säure
Wie sich jetzt zeigt, war die Affäre zwischen dem badischen Weingut Fritz Keller und der Firma Aldi kein kurzes Abenteuer oder gar nur ein One-Wine-Stand. Vielmehr erweist sich das Ganze als eine recht dauerhafte Liaison, die, wenn wir richtig gezählt haben, inzwischen ins dritte Jahr geht. Nach Weiß- und Spätburgunder ist diesmal ein Riesling an der Reihe. Für Euro 5,99 ist er seit heute bei Aldi Nord zu erwerben. Wie schon in den Jahren zuvor wird Keller den Wein nicht auf den eigenen Weinbergen produziert haben. Der Mann macht das Konzept, liefert sein Knowhow in Produktion und Marketing und vor allem seinen Namen und lässt den Rebensaft von einer Vielzahl kleiner badischer Betriebe herstellen.

Nase rümpfen

So mancher Purist rümpft bei diesem Deal die Nase: Keller macht sich mit dem Billig-Diskounter Aldi gemein, entweder muss der Mann es nötig haben oder dem Kommerz verfallen sein; nach dem Motto, Masse statt Klasse. Aber schon der verstorbene Franz Keller, Vater des jetzigen Inhabers Fritz, hat sich wenig darum geschert, was die Leute so über ihn denken oder sagen. In Zeiten, als es auf den deutschen Weingütern noch Usus war, Süßes und Feinherbes zu produzieren, hat der Mann seinen Betrieb vollständig auf die Herstellung trockener Weine umgestellt. Mit Erfolg, wie wir heute wissen.

Vorsicht Aldi?

Aldi-Logo
Wer weiß, vielleicht ist ja demnächst auch Wein von anderen Spitzenwinzern bei Aldi oder Lidl zu haben. Statt die Nase zu rümpfen, hat Weinblättchen sie daher lieber ins Glas gesteckt und einmal selbst nachgerochen und geschmeckt, ob sich knapp sechs Euro für einen Aldi-Wein wirklich auch lohnen.

Nase ins Glas stecken

Im Glas zeigt sich der Riesling blassgelb bis gelb. Schon der erste Geruchseindruck ist frisch und fruchtig. Schnell lassen sich die Aromen von Aprikose und etwas Stachelbeere identifizieren. Am Gaumen appelliert der Wein an Zitrone, der sich wahrhaftig leichte Honignoten beigesellen. Im langen Nachhall hinterlässt dieses Tröpfchen deutliche Spuren von Feigen und Äpfeln. Wir haben es mit einem frischen und fruchtigen Wein zu tun, der 12,5 Prozent Alkohol in die virtuelle Waagschale wirft. Für einen Riesling wirkt diese Keller-Aldi Kreation mit ihrer milden Säure fast ein wenig zu zahm. Aber es ist auf jeden Fall ein Wein mit Charakter. Wer hier sechs Euro investieren will, macht nichts falsch. Es gibt für mehr Geld weitaus Schlechteres, auch im Fachhandel. Selten gibt indes für weniger Geld auch besseren Wein, aber den muss man schon sehr lange suchen oder regelmäßig das Weinblättchen lesen.
Aldi hin, Aldi her: Unser Gesamturteil lautet: gut. Kaufen!
Weitere Informationen zum Thema:
Interview mit Fritz Keller zum Thema Aldi – hier klicken!

Rülpsen im Theater” – Zeit-Online zum Thema Aldi-Wein vom Weingut Fritz Keller

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Nov 20 2009

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Sommer reloaded:
Sommertänzer – ein fruchtig-frischer Halbtrockener aus der Pfalz

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Weingut: Winzergenossenschaft Weinbiet eG
Anbaugebiet: Pfalz
Traube: Cuvée
Farbe: Blassgelb mit goldenen Reflexen
Nase: Honigmelone
Gaumen: Feige, Lidschi
Nachhall: Zitrone, Banane
Alkoholgehalt: 12 Prozent
Gesamteindruck: Der zitronige Akzent am Gaumen verstärkt den fruchtigen Gesamteindruck und verleiht dem Wein einen trocken-fruchtigen Charakter

Sommer-Highlight im Winter
November: die Tage werden kürzer und kürzer, der Himmel wird grauer und grauer und die Stimmung passt sich mehr und mehr den allgemeinen Witterungsverhältnissen an. Da erinnern wir uns doch gern an die Highlights des vergangenen Sommers.
Im Juni hatte es die Weinblättchen-Redaktion für ein paar Wochen in die Hannoversche Provinz nach Burgdorf verschlagen. Auf der Suche nach etwas Trinkbarem wurde der örtliche Einzelhandel durchstreift. Dabei fielen uns in der Getränkeabteilung des EDEKA-Marktes einige Kisten Aktions-Weißwein mit der Bezeichnung Sommertänzer ins Auge. Immerhin, schon auf dem Werbeschildchen wurde als Erzeugerin die Winzergenossenschaft Weinbiet ausgewiesen, ein Winzerwein statt anonymer Fassabfüllung also.


Liebt EDEKA auch Wein? Weinblättchen wird es weiterhin kritisch beobachten.

Rein damit in den Einkaufswagen. Lange Gesichter dann allerdings beim Auspacken: Die Warnung „Halbtrocken“ hatten wir vor Entdeckereifer glatt übersehen.

sommertänzer

Keine Limonade
Halbtrockener Wein: Ist das nicht in der Regel eher etwas für jene Gelegenheitsweintrinker, die den Wein nach der geschmacklichen Übereinstimmung mit ihrer Lieblingslimonade beurteilen? Doch dann beim Probieren eine Überraschung: Das Schicksal hatte uns ein ausgezeichnetes Tröpfchen ins Glas gespült. Die anfängliche Enttäuschung über den vermeintlichen Fehlkauf war nach den ersten Schlucken schnell verflogen.

Wie ein Spätsommerabend
Blassgelb mit goldenen Reflexen, wie die schwächer werdende Abendsonne im Sommer, deren letzte Strahlen auf Straßen, Fenstern und Gewässern glitzern, schimmert der Sommertänzer im Glas. Der fruchtige Duft von gerade reif gewordener Honigmelone steigt einem in die Nase und am Gaumen gibt sich der Tropfen dann überraschend frisch und spritzig mit geschmacklichen Reminiszenzen an Feige und Lidschi. Im Nachhall zeigt er zitronige Noten, flankiert von leichtem Bananenduft, der auch dafür sorgt, dass die Säure nicht zu dominant wird. Der zitronige Akzent am Gaumen verstärkt vielmehr den fruchtigen Gesamteindruck und verleiht dem Wein einen trocken-fruchtigen Charakter.

Auch Halbtrockene können schmecken
Mit einem Restzuckergehalt von 9,4 Gramm pro Liter (g/l) bleibt der Sommertänzer im unteren Bereich dessen, was ein Halbtrockener nach amtlichem Verdikt vorweisen muss: Vorgeschrieben sind zwischen acht und 20g/l. Insgesamt ist genau das richtige Verhältnis von Restzucker, kräftigen Aromen und Säure entstanden, das den Wein zu einem nuancenreichen frischen Sommerwein macht, der gleichzeitig beweist: auch Halbtrockene können schmecken.
Der Wein kostet knapp vier Euro: Selten findet man in diesem Preissegment einen derart gut ausbalancierten Weißen. Mit diesem Cuvée aus den Rebsorten Riesling, Scheurebe, Silvaner und Gewürztraminer hatten die Kellermeister der Winzergenossenschaft Weinbiet wirklich ein glückliches Händchen. Völlig zu Recht hat der Sommertänzer daher von der Zeitschrift Weinwirtschaft in der Ausgabe 7/09 den zweiten Platz für “Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bundesweit” erhalten. Übrigens: Wer sich eine flasche Sommertänzer kauft, nimmt gleich noch ein Stück Kunst mit nach Hause. Das Etikett des Sommertänzers – wie auch einiger anderer Weine der Genossenschaft – wurde von der Künstlerin Doris Gaab-Vögeli aus Neustadt Lachen-Speyerdorf gestaltet.

firmensitz winzergenossenscahft weinbiet
Firmensitz der Winzergenossenschaft Weinbiet in Neustadt/Weinstraße

Der Wein-Beat
Die Winzergenossenschaft Weinbiet ist ein Zusammenschluss der ehemals eigenständigen Genossenschaften Mußbach, Haardt und Gimmeldingen. Die drei Orte gehören durch Eingemeindung inzwischen zur kreisfreien Stadt Neustadt an der Weinstraße, dem Epizentrum des Pfälzer Weinanbaus. Weinbiet, das ist nicht etwa die pfälzische Dialektvariante des Worts Weingebiet und auch keine Neustädter Weinauktion, sondern ein Berg am Ostrand des Pfälzerwalds, der mit seinen knapp 500 Metern über die in der Rheinebene gelegene Stadt Neustadt und ihre Ortsteile aufragt.

Sommer im Glas
Wer sich in diesen trüben Novembertagen etwas Sommer ins Glas holen möchte, ist also mit dem Sommertänzer allerbestens beraten. In den regionalen Lebensmittelläden Norddeutschlands wird er wohl zur Zeit nicht gehandelt, dafür aber kann man sich direkt an die Winzergenossenschaft wenden und das eine oder andere Fläschchen per Post ordern.

Winzergenossenschaft “Weinbiet”
Mußbach – Gimmeldingen – Haardt e.G.
An der Eselshaut 57
67435 Neustadt-Mussbach
Telefon: (0 63 21) 6 79 70
Telefax: (0 63 21) 6 01 79
Email: weinbiet.winzer@t-online.de

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Mai 20 2009

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Trink gut: Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico Le Vele

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Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico Le Vele
Farbe: Goldgelb
Nase: Pfirsich, etwas Orange
Gaumen, Kiwi, Zitrone,
Nachhall: Tropische Früchte, Limette
Traube. Verdicchio
Der Wein hinterlässt einen frischen und fruchtigen Gesamteindruck mit feiner, geschmeidiger und gut ausbalancierter Säure.

Der aktuelle Weinblättchengeheimtipp ist pünktlich zur Spargelzeit ein weißer Verdicchio dei Castelli di Jesi und wird bei der Firma trinkgut unter der Bezeichnung „Le Vele“ feilgeboten. Obwohl der genussfreudige Connaisseur (K.-D. Gleitze) die Weinecke im Discounter für gewöhnlich besser meiden sollte, lohnt es sich, hin und wieder einmal nachzusehen, was trinkgut gerade so im Regal hat. Denn dort konnte man in der letzten Zeit immer wieder einmal Weine aufstöbern, die etwa vom renommierten US-amerikanischen Weinkritiker Robert Parker mit über 90 Punkten geadelt wurden.

Zwar ist der hier annoncierte Jahrgang 2008 des Verdicchios dei Castelli di Jesi Classico Le Vele bisher weder von Parker noch von anderen erlauchten Kritikern ausgezeichnet worden, doch das kann durchaus noch kommen: In den Jahrgängen 2005 und 2006 hat es dieser Tropfen auf der Vinitaly, einer der international renommierten Weinmessen, immerhin zur großen Goldmedaille gebracht. Und im angesehensten Weinguide für italienische Weine, dem Gambero Rosso, kam der 2007er mit der Bestnote 2 Gläser zu höchsten Ehren.
Der 2008er hat auf jeden Fall das Zeug zu vergleichbarem Ruhm. Goldgelb im Glas, verströmt er einen Geruch von Pfirsich und etwas Orange, um dem Gaumen mit Ananas- und leichten Kiwinoten innerhalb einer geschmeidigen und fruchtig integrierten Säure zu schmeicheln. Im Nachhall bleiben Reminiszenzen an tropische Früchte und Limette zurück. Dieser frische und fruchtige Tropfen passt ausgezeichnet zu einem leckeren Spargelessen mit Parmaschinken.

Verdicchio dei Castelli de Jesi Classico Le Vele
Collage: beinsen

Der Verdicchio Le Vele besteht zu 100 Prozent aus der Rebsorte Verdicchio, mittlerweile wieder eine der wichtigsten Trauben in den italienischen Marken, der Heimatregion dieses Weins. Er wird von der Winzergenossenschaft Terre Cortesi Moncaro aus dem mittelitalienischen Dorf Montecarotto produziert. Etwa 600 Kleinbetriebe sind hier zusammengeschlossen, die über gut 1600 Hektar Rebfläche verfügen. Verbürgt ist, dass bereits seit dem 14. Jahrhundert ein Wein mit der Bezeichnung Verdicchio dei Castelli di Jesi westlich der Provinzhauptstadt Ancona gekeltert wird. Neben der Winzergenossenschaft in Montecarotto haben ihn heute auch einige andere regionale Betriebe im Programm.
Mit seinem recht ansehnlichen natürlichen Gesamtsäuregehalt und 12,5 Prozent Alkohol erinnert der Verdicchio Le Vele fast ein wenig an einen gut ausgebauten Rheingauriesling: edel aber dennoch kraftvoll ist der Tropfen. In den Trinkgutmärkten kann man ihn derzeit für Euro 4,99 erwerben. Dabei steht dieser Wein wieder unter dem Zeichen der trinkgutkampagne fünf plus eins: Wer fünf Flaschen kauft, kriegt die sechste umsonst dazu. Hand drauf: Man wird den Kauf nicht bereuen!

Übrigens: Wer noch etwas davon abkriegen möchte, muss sich sputen. Eine Stichprobenrecherche von Weinblättchen hat ergeben, dass mancherorts nur noch wenige Flaschen übrig sind.

Hier gehts zum trinkgut Marktfinder

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Aug 22 2008

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Der Vogelsang Riesling – ein Halbtrockener der schmeckt

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Halbtrockenen Weinen gehe er für gewöhnlich eher aus dem Weg, sagt Mario Scheuermann vom Weinblog The Drink Tank und viele werden ihm beipflichten. Doch jetzt hat er einen gefunden, der schmeckt: „Er kommt vom Weingut Adelseck aus Münster- Sarmsheim an der Nahe. Er trägt auf dem Etikett den schönen Namen Vogelsang nach einer Lage in Laubenheim und stammt aus dem Jahrgang 2007.“ Eine gut mit fruchtiger Säure kombinierte Restsüsse bei 12 Prozent Alkohol mache diesen Halbtrockenen trinkbar, urteilt Scheuermann. Er würde ihn durchaus auch mit einem guten Mineralwasser kombiniert als Gespritz´n zu sich nehmen.

drinktank.jpg
The Drink Tank

Mario Scheuermanns Artikel ist hier nachzulesen.
Zum Weingut Adelseck geht es hier!

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Mai 16 2008

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Lenzleicht und frühlingshaft – Grüner Veltiner zum Spargel

Die Spargelsaison hat ihren Zenit fast erreicht und die Supermärkte überschlagen sich vor günstigen Angeboten an vermeintlich idealen Weinen für das perfekte Spargelessen. Von Grauburgunder über Silvaner bis Riesling ist fast alles dabei, was in den letzten zwei Jahren auf deutschen Weinbergen so an hellen Trauben gewachsen ist.

Blick über die deutschen Weinberge hinaus
Riesling? Andreas Holzendorff, Inhaber von Jacques Weindepot an der Vahrenwalder Straße in Hannover, runzelt die Stirn. Nein, viele Rieslingsorten sind seiner Auffassung nach zu kräftig für Spargel, obwohl, die Geschmäcker seien eben verschieden, er wolle da wirklich nur von sich reden. Wenns um Spargel geht blickt Holzendorff über die deutschen Weinberge hinaus und stellt bei der Frage nach seiner Weinempfehlung ohne zu zögern den Grünen Veltiner vom Weingut Zimmermann aus dem österreichischen Kremstal auf den Tresen. Ein Spargelwein, meint er, müsse frisch sein und nach Frühlingswetter duften, wie sein Grüner Veltiner eben, der mit einer cremigen Note und der ausgewogenen Säure ideal zum Spargel passe. Wuchtige Weine mag er zu diesem zarten Gemüse gar nicht, wie übrigens auch keinen deftigen Schinken oder das mancherorts beliebte Kotlett. Nein, zum Spargel könne er sich allenfalls einen Fisch oder ein Kalbsschnitzel vorstellen, sagt der 47jährige Weinexperte.

grüner veltiner.jpg

Rund, exotisch, pfeffrig
Der Grüne Veltiner aus dem Kremstal präsentiert sich im Glas in gelbgrün funkekelndem Kolorit, grad so, wie es sich für einen Tropfen seiner Art gehört. Dabei verströmt er einen leicht exotischen Duft nach Mango und tropischen Früchten. Im Mund entfaltet dieser Wein eine frische und gut ausgewogene Säure mit aromatischen Reminiszenzen an Zitrusfrüchte und Orangen. Schließlich hinterlässt er ein fast pfeffriges geschmackliches Echo. Andreas Holzendorffs Empfehlung enttäuscht nicht: Wir haben es hier mit einem in Säure und Aromen ausgewogenen Wein zu tun, der nichts Extravagantes zu bieten hat, jedoch mit einem frischen und freundlichen Charakter reüssiert und damit gut zum Spargelessen passt.

Grüner Veltiner zu Lachs in Weißweinsause
Man mag darüber streiten, ob eine Hollandaise dazu schmeckt, von deftigem Schinken sollte bei diesem lenzleichten Tropfen jedoch in der Tat abgesehen werden. Stattdessen können wir hier einmal – Andreas Holzendorffs Rat folgend – zum Lachssteak greifen und einige zarte Exemplare davon etwa zehn Minuten in der Pfanne braten. Den Lachs nehmen wir heraus und stellen ihn warm. Nun wird noch etwas Butter in der Pfanne zerlassen und darin eine Zwiebel nebst ihrer mediterranen Kollegin, der Frühlingszwiebel, angedünstet. Zeigen sie sich glasig, löschen wir das Ganze mit etwa 200 Milliliter Weißwein ab und gießen Pi mal Daumen 75 Gramm Sahne und 150 Milliliter Gemüsebrühe dazu. Dies lassen wir auf etwa dreiviertel der Menge einköcheln und schmecken es bedarfsweise mit Salz und Pfeffer ab. Schließlich geben wir noch eine Prise Koriander hinzu; aber Vorsicht: Wirklich nur eine Prise, die Sauce darf keinesfalls nach Koriander schmecken. Nun kann unsere cremige Spargel- und Lachsschmeichlerin noch etwas sämig einkochend in Konsistenz gebracht werden und dann, guten Appetit.

Den 2007 ZIMMERMANN – Grüner Veltliner Qualitätswein Kremstal gibt es bei Jacques Wein-Depot für Euro 6,65

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Mai 14 2008

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Gut und edel – ein Gutedel zum Spargel

Gutedel – nein, das ist nicht die Produktbezeichnung eines süßen Billigweins und auch nicht das Motto einer neuen Marketingstrategie des Weinhandels, sondern eine der ältesten bekannten Rebsorten überhaupt. Im Supermarkt wird man die Gutedeltraube allenfalls in der Obst- und Gemüseabteilung finden, wo sie als Tafeltraube aus der Türkei häufig unter dem Namen Chasselas auf den Obststand kommt.

Gutedel – keine Traube für Billigwein
Wer sie in flüssiger und vergorener Form genießen möchte, muss sich schon zum Fachhändler seines Vertrauens bemühen, wo sie einem, allen Silvanermoden zum Trotz, vielleicht gar als ideale Weinbegleiterin zum Spargel empfohlen wird. Wollen wir unsere Gäste zum Spargelessen also einmal mit etwas eher Unüblichem überraschen, können wir beherzt zum Gutedel greifen. Allzu stark daneben liegen wir damit auf keinen Fall, denn die jährlich geernteten Mengen dieser Traube sind viel zu gering, als dass man sie durch Massenproduktion in der Herstellung allzu sehr verhunzen könnte. In Deutschland beschränkt sich ihr Anbau auf das Markgräflerland in Baden-Württemberg, südlich der Stadt Freiburg im Breisgau gelegen.

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Duft von Limetten und Waldmeister
Im dortigen Mühlheim-Britzingen befindet sich auch die Winzergenossenschaft Britzingen Markgräflerland e.G., in deren Kellern einige Gutedelweine unterschiedlicher Qualitätsstufen reifen. Die derzeitige Hausmarke ist der 2007er Gutedel Qualitätswein trocken. Im Glas zeigt sich dieser Wein hellgelb mit leicht goldenen Reflexen. Er empfiehlt sich durch einen intensiven Geruch nach Limetten und Waldmeisteraromen, die man einem Wein mit dieser eher unprätentiösen optischen Vorstellung gar nicht zutraut. Im Mund hinterlässt er einen Blutorangen- und leichten Grapefruitgeschmack, der jedoch nicht ins Bittere abrutscht. Es lässt sich mutmaßen, dass dieser noch recht junge Wein Potenziale hat, die sich erst beim längeren Ausbau vollends entfalten können. Dennoch, wer einen jungen Tropfen mit guten Landweinqualitäten will, ist mit diesem Gutedel nicht schlecht bedient. Bei der Winzergenossenschaft in Mühlheim-Britzingen gibt es ihn für Euro 4,10.

Spargel zu Schnitzel mit Zwiebelsoße

Dieser Wein sollte einen kräftigen Bissen begleiten, ein Spargelgericht mit geräuchertem Schinken etwa oder Spargel mit Schnitzel. Empfehlenswert: Spargel zu Schnitzel mit Zwiebelsoße überbacken. Das geht denkbar einfach und ist sehr lecker. Im Lebensmittelhandel erwerbe man eine Packung Maggi Meisterklasse Zwiebelsuppe Feinschmeckerart. Davon bereite man ein Päckchen nach der beigefügten Gebrauchsanweisung zu und gieße etwas Sahne an. Die Schnitzel in eine Auflaufform legen, mit der Zwiebelsuppe übergießen und etwa eine Stunde im Backofen garen lassen. Dazu Salzkartoffeln und natürlich Spargel reichen und mit einem kräftigen Schluck Gutedel nachspülen.
Wohl bekomms!

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Apr 22 2008

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Spargel und Wein: Muskateller? – Muskateller!

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Den Anfang in unserer Reihe Welcher Wein passt zum Spargel macht Klaus-Dieter Gleitze, Geschäftsführer der Künstlergruppe Schuppen 68. Gleitze macht gleich ein dickes Weinfass auf: Sein Lieblingsspargelwein sei ein Muskateller, verkündet er der staunenden Gemeinde.

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Foto: Beinsen

Spargelzeit – Sylvanerzeit. Aber nicht für den genussfreudigen Connaisseur, der Wert auf Distinktion legt. Die Empfehlung „Sylvaner zu Spargel“ gibt Ihnen mittlerweile schon jeder Pommesbuden Besitzer und so begeben wir uns denn heute auf der Suche nach einem Spargelschmeichler in die Tiefen der deutschen Weinberge.*

Großer Genuss und hohes Sozialprestige für wenig Geld
In die Pfalz, nach Gleishorbach, zum Weingut Doll. Dort wächst ein superber Muskateller und das ist nun wirklich ein Tropfen, mit dessen Kredenzung Sie hohes Sozialprestige mit wenig Geld einfahren können. Etwaige Einwände von Halbkennern, dass Muskateller doch so eine süsse Kampftrinkerplörre sei, wischen Sie mit einem trockenen „Probier doch mal“ beiseite.*

Ein Strauß von Zitrone, Mango und Muskat
Und in der Tat, ein trockener (5,4 Gramm Restzucker) Tropfen funkelt mit dem 2007er zartgrün im Glase. Die erste Nase überrascht mit voller Präsenz, dieser Wein braucht keine Zeit, um sein volles Aroma zur Blüte zu bringen. Ein Strauß von Zitrone, Mango und Muskat entfaltet sich gleich und wird ganz intensiv beim ersten Schluck. Wer Geduld und Muße für trockene Gewürztraminer aufbringt, ist hier hervorragend und etwas dezenter bedient. Die frische Fruchtigkeit und Komplexität des Muskateller kann blendend gegen die aromatische Süße des Spargel bestehen, beide Komponenten ergänzen sich ideal und die Präsenz des Muskateller kämpft auch locker gegen etwaige Schnitzelbeilagen und geschmolzene Butter an.

Auf Entdeckerpfaden wandeln
Wie gesagt, wer gerne mal auf Entdeckerpfaden abseits des klassischen Sylvaner wandelt, ist hier bestens bedient. Und sollte sich eindecken: Muskateller schmeckt nicht nur exotisch, sondern ist auch ein Anbauexot: gerade mal 0,1% der bundesdeutschen Weinanbaufläche bedeckt Muskateller, Gewürztraminer – und der ist schon Exot – wird acht mal so viel angebaut.*

Wenn Ihnen der Tropfen gefällt, befinden Sie sich in illustrer Gesellschaft. Auch Kaiser Barbarossa schätzte ihn. Aber was viel wichtiger ist, sein Preis: der 2006er Muskateller Q.b.A erhielt eine Bronzene Kammerpreismünze und kostet schlappe 3,70 Euro! Das Weingut Doll fährt mehrmals im Jahr auf Auslieferungstour und wenn Sie sich mit Wein trinkenden Freunden zusammentun, reduziert sich auch das Rollgeld pro Flasche entsprechend. Der Muskateller hat erfreuliche niedrige 11,5% Alkohol und ist so auch ein idealer Begleiter bei demnächst anstehenden sommerlichen Grillabenden.

Ergriffen aufseufzen
Und wer sich ganz besonders verwöhnen will, gönnt sich nach Spargel oder Bratwurst einen Schluck “Steiner XO Weinbrand“, den Doll auch ausliefert; ein milder alter Edelschluck, der die Sinne derartig mit Kaffee- und Kakaoaromen eindeckt, dass man ergriffen auf seufzen möchte.

Aber das ist ein anderes Kapitel.

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