Mrz
30
2008

weinblättchen
Die Konsumenten von konventionell erzeugtem Wein nehmen in der Regel einen Giftcocktail von vier verschiedenen Pestiziden zu sich, behauptet die grüne Abgeordnete im Europaparlament, Hiltrud Breyer. Sie bezieht sich dabei auf eine vom Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) in Auftrag gegebene Studie, in der 40 Weine auf gefährliche Rückstände untersucht wurden. Der Pestizidcocktail im europäischen Wein sei schockierend, sagte Breyer anlässlich der Präsentation der Studie in Brüssel.

Collage: Beinsen
Insgesamt wurden 24 verschiedene Wirkstoffe gefunden, darunter überwiegend Fungizide, die gegen den Befall mit Pilzen eingesetzt werden. Dabei sei die Konzentration von Pestiziden im Wein verglichen mit der Belastung von Obst und Gemüse zwar gering, stellte Breyer fest, dafür fände sich beim Wein jedoch eine größere Anzahl an Giftstoffen. Breyer hält den Pestizidcocktail in konventionellen Weinen für alarmierend. Fünf der nachgewiesenen Stoffe gelten als krebserregend und als schädigend für das Erbgut.
Elliott Cannel, der als Vertreter von PAN an der Präsentation der Untersuchung teilnahm, sieht in den Pestiziden in europäischen Weinen ein wachsendes Problem. „Viele Winzer geben traditionelle Methoden der Schädlingsbekämpfung auf und nutzen stattdessen synthetische Pestizide“, erklärte er in Brüssel.
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), dem 217 Winzergenossenschaften angeschlossen sind, wies indessen darauf hin, dass alle von PAN ermittelten Werte weit unter den gesetzlich zugelassenen Höchstmengen liegen. Im Gegensatz zu anderen Nahrungsmitteln gäbe es für Wein keine gesetzlichen Rückstandsmengen. Vielmehr würden mittels einer Umrechnung die Höchstmengen für Keltertrauben zugrunde gelegt, so der DRV in seiner Stellungnahme. Die Höchstmengen für Trauben liegen zwischen 2000 bis 5000 Mikrogramm Pestizidrückstände pro Kilogramm Wein, vermeldete der Industrieverband Agrar e.V., ein Zusammenschluss agrarchemischer Unternehmen mit Sitz in Frankfurt. Im Wein seien überwiegend weniger als 20 Mikrogramm pro Liter gefunden worden.
Der Staatssekretär im Verbraucherministerium, Gert Lindemann, möchte daher klargestellt wissen, dass von den Giftrückständen im Wein keine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Dass Pflanzenschutzmittel in gesundheitlich unbedenklichen Spuren im Wein enthalten seien, wisse man schon seit Jahren, erklärte Lindemann.
Auch die Europaparlamentarierin von der CDU, Christa Klaß, sieht keine Probleme bei den Pestizidrückständen im Wein. Belastete Weine würden sofort aus dem Verkehr gezogen, sagte die Abgeordnete. Trotzdem sollen die beanstandeten Stoffe nun noch einmal auf den Prüfstand kommen, versprach Klaß.
Mrz
28
2008

weinblättchen
Die Weintrinker in Deutschland greifen immer mehr auf heimische Produkte zurück. Fast die Hälfte aller im Inland gekauften Weine stammen aus eigenem Anbau, berichtet das Deutsche Weininstitut in Mainz. Dieser Trend ist hauptsächlich auf die wachsende Beliebtheit deutscher Rotweine zurückzuführen: Ihr Absatz konnte im zurückliegenden Jahr einen Zuwachs von 14 Prozent verzeichnen.

Collage: Beinsen
Am liebsten kaufen die Deutschen ihre Weine im Supermarkt, etwa 70 Prozent aller Weine stammen aus dem Discounter. Mit durchschnittlich 2,37 Euro pro Liter wählen die Weinkonsumenten dabei mehrheitlich billige Produkte. Deutlich mehr geben die Kunden des Weinfachhandels für ihre Tröpfchen aus. Sie zahlen durchschnittlich 4,89 Euro für den Liter.
Auch im Ausland erfreut sich der Wein aus Deutschland wachsender Beliebtheit. Im vergangenen Jahr hat sich der Export um 13 Prozent erhöht. Insbesondere die Briten mögen den deutschen Wein, ein Viertel des Auslandsabsatzes geht in das United Kingdom. In den USA steht der deutsche Riesling hoch im Kurs. Immerhin liegen 60 Prozent der Anbaufläche dieser Traubensorte in Deutschland. Zukünftig wollen die deutschen Winzer den Export mit qualitativ verbessertem Spätburgunder weiter beleben.
Quellen: Hamburger Abendblatt, konsumo
Mrz
05
2008

weinblättchen
Mal ehrlich: Ein Web-Informationssystem zur Messeplanung als „unseren beliebten Führer“ zu bezeichnen, das geht doch echt gar nicht! Haben die Kollegen der durchaus nützlichen Site Wein-Plus.de hier mit Absicht oder aus Dummheit auf den ehemals beliebtesten Führer der Deutschen angespielt. Meinen sie, in den Deutschländern lasse sich mit derartigen Assoziationsspielerein nach wie vor erfolgreich werben?
Der Online-Planer für die Messe ProWein 2008, die vom 16.03. - 18.03.2008 auf dem Düsseldorfer Messegelände stattfindet, ist an sich gut gemacht. Man kann sich damit einen schnellen Überblick über die auf der Weinmesse vertretenen Länder, Regionen, Erzeuger und Weine verschaffen. Einen komfortablen Messeguide könnte man das Ganze nennen!
Übrigens: „Unser geliebter Führer“ hatte mit Wein nichts am Hut, er war Abstinenzler und Vegetarier.
Mrz
04
2008

weinblättchen
Auf die Frage, was es mit der Bezeichnung Terroir auf sich und was der Begriff mit Wein zu tun habe, kann Andrea Bauer Auskunft geben. Schließlich ist sie Expertin für Weinbau am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Neustadt an der Weinstraße (DLR): „Terroir ist eine erfassbare sensorische Dimension der Wechselwirkung zwischen Rebe, Boden und Topographie, die keinesfalls losgelöst vom Menschen ist”, erklärte die Wissenschaftlerin kürzlich einer Gruppe von Winzern aus der Region. Aha!
Dieses Zitat jedenfalls wählte der Redakteur der lokalen Allgemeinen Zeitung, um seinen Lesern die Quintesence von Andrea Bauers Ausführungen nahe zu bringen.
Andächtig lauschten ihr etliche Anfang März auf dem Weingut Karl Barth zusammen gekommene Weinbauern, um nicht den Anschluss an die neusten Trends ihrer Zunft zu verpassen.
Wer dabei noch Schwierigkeiten gehabt haben sollte, Bauers Ausführungen zu folgen, hätte vorher vielleicht den französischen Winzer Bruno Prats, Besitzer des Château Cos d’Estournel im Médoc fragen sollen: „Der ganz und gar französische Begriff Terroir erfasst alle natürlichen Voraussetzungen, die die Biologie des Weinstocks und demzufolge die Zusammensetzung der Traube selbst beeinflussen. Terroir ist das Zusammentreffen von Klima, Boden und Landschaft, das Zusammenwirken einer unendlichen Anzahl von Faktoren: Nacht- und Tages-Temperaturen, Niederschlags-Verteilung, Sonnenschein-Stunden, Hangneigung und Boden-Durchlässigkeit, nur um einige wenige zu nennen. Alle diese Faktoren reagieren miteinander und bilden in jedem einzelnen Teil eines Weinbaugebietes das, was der französische Winzer Terroir nennt (Quelle: Wikipedia).“
Damit zukünftig auch der pfälzische Winzer dieses schöne Wort in seiner Marketingstrategie verwenden kann, führt das DLR in Neustadt einige wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Terroir durch. Für den Endverbraucher gäbe es zum Thema indes noch einigen Erklärungsbedarf, meinte Andrea Bauer laut Allgemeiner Zeitung. Zu den in der Allgemeinen Zeitung wiedergegebenen Erklärungen von Bauer auch, mag der eine oder andere Leser dieses Blatts bei sich gedacht haben.
Eine klare Erkenntnis gab Bauer ihren Zuhörern jedoch unstrittig mit auf den Weg: Der Boden habe eine große Auswirkung auf den Geschmack des Weines. Ob man diesen Weg der Vermarktung indes gehen wolle, müsse jeder für sich entscheiden.
Nun, das wollen wir doch hoffen, dass die pfälzischen Winzer den Weg des Geschmacks gehen, möchte man der Weinexpertin und ihrem Berichterstatter entgegnen. Was lehrt uns am Ende das Ganze? Die Franzosen haben nicht nur die besseren Weine, sondern auch die besseren Wörter. Und können sie am Ende auch noch gut erklären! Chapeau!
Quelle: Allgemeine Zeitung
Mrz
04
2008

weinblättchen
Seit Russland im Jahr 2006 einen Einfuhrstopp auf georgischen Wein verhängt hat, geht es den Winzern der Kaukasusrepublik schlecht, haben sie doch den Hauptabnehmer ihrer Produkte verloren. Nun wollen die USA einspringen. Schon bald soll eine erste Lieferung von 10.500 Flaschen nach Seattle gehen. Auf der Grundlage wirtschaftlicher Absprachen zwischen den Regierungen beider Länder ist die US-amerikanische Firma Whole Foods Market (WFM) in den Weinhandel mit Georgien eingestiegen. Das Unternehmen verfügt eigenen Angaben zufolge über 270 Niederlassungen in den USA. Von georgischer Seite sind die Firmen Vinoterra und Zinandali an dem Deal beteiligt. Geplant ist eine schnelle Ausweitung des Geschäfts, bereits innerhalb ein es Jahres soll sich das Handelsvolumen mehr als verdoppeln.
Quelle: Georgien Nachrichten