Monatsarchiv für Juli 2008

Jul 18 2008

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Griechischer Wein in Costas Greek Taverna

Abgelegt unter Rotwein, Weinprobe

Im hannoverschen Stadtteil Oststadt-List und drum herum braucht man für Costas Greek Taverna in der Waldstraße 13 wohl kaum noch Werbung machen. Hier wissen die meisten ohnehin, dass die Salate, Filets und Vorspeisen im Restaurant von Costas Theoklidis zum Leckersten gehören, was die griechische Küche in der Region Hannover zu bieten hat. Deshalb ist der Laden meistens auch rappeldickevoll. Unermüdlich huscht der Chef höchstpersönlich mit vollgeladenen Tabletts von einem Tisch zum anderen, um den Andrang einigermaßen in den Griff zu kriegen. Der große und etwas hagere Mann ist gestresst, trotzdem hat er für jeden noch ein freundliches Lächeln übrig, das ehrlich wirkt.

costa_2008.jpg„Jetzt in der Urlaubszeit ist das hier kaum zu schaffen“, stöhnt er, „tut mir echt Leid, wenn’s etwas länger gedauert hat“. Vergeben und vergessen, zumal einen bei Costas nicht nur die Speisen für alles reichlich entschädigen, sondern hier auch eine respektable Weinkarte zu finden ist. Wem vom Kokinelli, Imiklykos, Demestika oder Retsina immer noch der Schädel brummt, kann sich bei Costas davon überzeugen, dass griechische Winzer durchaus Qualität zustande bringen.

Das Weinblaettchen-Team hat sich zunächst von einem 2005er Boutari Nemea verlocken lassen. Der Nemea kommt aus dem Osten des Peloponnes und besteht aus der griechischen Rebsorte Agiorgitiko, auch als St. Georgs-Rebe bekannt. In der Weinkarte wird er als ein samtiger, runder und ausgewogener Wein mit süßen Reifungsaromen und einem Bukett von Pflaume und Früchtemarmelade vorgestellt. Er habe bereits acht Auszeichnungen bei Weinwettbewerben erhalten.

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Der Wein zeigt im Glas eine tief dunkelviolette Farbe. In der Nase vermittelt er nach dem Öffnen zunächst den Eindruck von Kiwi und Pflaume und gemahnt an eine durchaus kräftige Säure. Wer hier reife Sommerfrüchte erwartet hat, wird daher erst einmal enttäuscht. Im Mund entfaltet der Tropfen ein Bukett von Johannesbeere, roten Gewürzen und einer Idee Paprika und ist schließlich im Nachhall etwas rauchig und von Tabak- und Wacholdernoten geprägt. Zunächst wirkt der Wein in Frucht, Säure und Tannin nicht ganz ausbalanciert. Dieser Eindruck verschwindet jedoch, je länger die Flasche geöffnet ist.

Insofern lohnt sich auch das Warten in Costas hochfrequentierter Taverne: Nach einer Stunde nimmt der Wein in der Tat einen samtigen Ausdruck an und lässt die versprochenen süßen Reifungsaromen durchschimmern. Jetzt wird gerade rechtzeitig das zarte, innen leicht rosa und wirklich perfekte Lammfilet an feinen Bohnen und gebackenen griechischen Kartoffeln serviert. Super Timing!

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Nicht nur das exzellente Lammfilet lädt zum Wiederkommen ein. Auch die anderen Kostbarkeiten in Costas Weinkarte müssen schließlich probiert werden. Mit von der Partie etwa ein Tsantali Metochi Chromitsa aus den Trauben Limnio und Cabernet Sauvignon, gekeltert von den Mönchen des legendären Klosters auf dem Berg Athos.

Für einen Abend in Costas Geek Taverna braucht man etwas Zeit. Aber das gehört vielleicht auch ein wenig zu seinem Programm, südländische Gelassenheit, die er selbst auch in der größten Hektik noch ausstrahlt. „Entdecken Sie den Griechen in sich …“, rät der Mann auf seiner Website.

Zum Abschluss des Abends hat Costas übrigens noch einen Kognak serviert, der mit einer Melange aus duftenden gerösteten Kaffeebohnen und süßen Waldbeeren wahre Begeisterungsstürme auslösen kann: Mehr davon!

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Jul 15 2008

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Wein richtig lagern

Abgelegt unter Weinwelten

Viele Weine können nach dem Kauf noch das eine oder andere Jährchen Lagerung gebrauchen, um zu ihrer vollen Entfaltung zu gelangen. Weintrinker sollten daher einen Ort haben, an dem sie immer einige Flaschen des Rebensaftes richtig lagern können. Ein guter Weinvorrat hat schließlich auch den Vorteil, dass man immer ein passendes Tröpfchen parat hat, falls beispielsweise einmal unangemeldeter aber gern gesehener Besuch kommen oder plötzlich dringend ein Geschenk benötigt werden. Im Weinlager sollten die Tropfen längerfristig erschütterungsfrei ruhen können. Wenn der Wein für einen größeren Zeitraum aufbewahrt wird, müssen Flaschen mit einem Korkverschluss auf jeden Fall liegen, denn sonst trocknet der Kork aus, wird brüchig und schrumpft. Das Ergebnis: Es gelangt mehr Sauerstoff in die Flasche und lässt den Wein schneller altern. Beim Probieren gibt’s dann irgendwann lange Gesichter.

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Foto: Beinsen

Der beste Platz für die Schatzkammer mit den flüssigen Kostbarkeiten ist der dunkle Keller mit einer möglichst gleichbleibenden Temperatur um die zwölf Grad Celsius. Alternativ zum Keller tut es auch ein kühles Schlafzimmer oder ein Kühlgerät mit unterschiedlichen Kühlzonen.
Wird der Rebensaft serviert, sollte ein Rotwein vorher etwa eine halbe bis eine Stunde dekantiert werden. Ist kein Dekanter zur Stelle, kann man die Flasche auch eine Weile vor dem Trinken öffnen und dem Rebensaft so Gelegenheit geben, an der Luft seine Aromen zu entfalten.
Weißweine sollten mindestens ein Stündchen vor dem Trinken im Kühlschrank verbringen.
Zum Wohl!

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Jul 15 2008

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Prinz Charles betankt sein Auto mit Wein

Abgelegt unter Weinnachrichten

Das britische Königshaus war schon immer für extravagante Nachrichten gut.
Die Neuste steht in der
Berliner Morgenpost

Prinz Charles tankt Wein
Englischer Wein dient ab sofort als Kraftstoff für das Lieblingsauto von Prince Charles. Der umweltbewusste britische Thronfolger hat seinen Aston Martin Volante DB6 auf den Betrieb mit Ethanol umgestellt. Den Biokraftstoff gewinnt ein englisches Unternehmen aus überschüssigem Wein, der in England angebaut wurde. Der Verbrauch des umgerüsteten Sportwagens soll laut der Tageszeitung “Daily Mail” umgerechnet rund 4,5 Flaschen Wein pro Meile betragen.

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Jul 11 2008

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Corvo Rosso Sicilia - ein sizilianischer Rabe

Die Spargelsaison ist beendet, jetzt wird gegrillt! Und auch dazu will der passende Wein gut gewählt sein.
Bei einem unserer letzten Grillabende war ein Rabe mit von der Partie. Natürlich weder als Grillgut stibitzender Frechdachs noch als selbiges selbst. Vielmehr hatten die Gastgeber einen roten Wein aus Sizilien auf den Tisch gestellt, der unter dem Namen Corvo, zu deutsch Rabe, in den hiesigen Rewe-Märkten zu haben ist.

Rabe
Foto: Beinsen; sizilianischer Rabe?

Regelmäßige Weinblättchen-Leser wissen, dass Weine aus dem Supermarkt für uns kein Tabu sind. Dort gute Tropfen ausfindig zu machen, bedarf jedoch manchmal etlicher trial and error Versuche. Insofern waren die Erwartungen zunächst nicht sehr hoch gesteckt. Aus der Flasche gelassen, konnte dieser Wein jedoch durchaus Eindruck schinden.

Im Glas changiert der Tropfen zwischen einem intensiven Purpurrot und dunkler Tinte. Der Geruch appelliert zunächst recht unspezifisch an Waldbeeren, ohne dabei allzu hohe Erwartungen zu wecken. Dafür entfalten sich im Mund würzige Kräuteraromen, in denen sich insbesondere der Thymian durchsetzt. Hinzu treten weiche Brombeernoten, die dem Wein eine süffige Eleganz verleihen. Im Nachhall hinterlässt er ein anhaltendes Echo von Holunder.

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Corvo Rosso Sicilia 2006

Der Corvo Rosso Sicilia des Jahrgang 2006 besteht zum größten Teil aus der Nero d’Avola-Traube, der sich Säfte aus den sizilianischen Rebsorten Pignatello- und Nerello Mascalese beigesellen. Wir haben es hier mit einem Wein zu tun, der nicht zuletzt durch angenehme Säure und ausgewogene Tannine insgesamt einen aromatischen, fruchtig-weichen Gesamteindruck vermittelt. Der Corvo kann sich mit 12,5 Prozent Alkohol brüsten: Für einen südländischen Roten bleibt er damit angenehm hinter so manchem weit weniger überzeugenden Prozentmacho zurück.

In Sizilien gehört der Corvo zu den bekanntesten Markenweinen: Das heißt, es handelt sich hier eher um einen Wein von der Stange. Er wird auf dem Weingut Duca di Salaparuta gekeltert, das sich insgesamt stärker auf die Großproduktion denn auf die teuren edlen Tropfen orientiert. Jährlich werden dort rund 830.000 Kisten Wein erzeugt: Denominazione di origine controllata (DOC) Weine aus der zweithöchsten Qualitätskategorie Italiens sind nicht darunter. Auch der Corvo rangiert also eine Qualitätsstufe tiefer und darf sich daher nur mit der Bezeichnung Indicazione Geografica Tipica schmücken.

Guten Wein zu produzieren ist jedoch eine Kunst und viel guten Wein zu produzieren eine noch größere. Insofern sollte der Corvo keinesfalls gering geschätzt und dem Weingut Duca di Salaparuta durchaus Respekt gezollt werden. Im Weinblättchen-Weinkeller darf dieser Tropen jedenfalls zukünftig nicht mehr fehlen.
Den Corvo Rosso des Jahrgangs 2006 gibt es bei Rewe für Euro 4,99. Er ist ein guter Begleiter sommerlicher Grillabende, schmeckt aber auch zu Gebratenem aus der Pfanne.

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