Monatsarchiv für Mai 2009

Mai 30 2009

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Gorgollosa - zurück aus dem Weinnirwana

Abgelegt unter Weinnachrichten

Im Jahr 1998 fanden Winzer der in Deutschland so beliebten Ferieninsel Mallorca einige wild wuchernde Weingewächse und staunten nicht schlecht: Waren das nicht Pflanzen der alten mallorquinischen Rebe Gorgollosa, die man schon längst im Nirwana der ausgestorbenen Rebsorten wähnte?

alter_wein.jpg
Collage: Beinsen

In der Tat! Für die Rekultivierung der Reben erteilten die Behörden der Insel schnell die nötige Erlaubnis und inzwischen gedeiht die alte Rebe in einem ansehnlichen neuen Weingarten. Leider darf sie bisher außerhalb der Baleareninsel Mallorca nicht verkauft werden, denn noch verweigern die zuständigen Stellen in der spanischen Hauptstadt Madrid ihre Genehmigung. Zunächst müsse man genau prüfen, ob es sich wirklich um Gorgollosa handele, heisst es dort.
Die balearische Landwirtschaftsministerin Merce Amer wirft den spanischen Behörden Bürokratismus vor und macht sich für die Marktzulassung der alten Rebsorte stark. Schließlich sei das ein exzellenter Wein, sagt sie.

Quelle: http://www.inselradio.com/2009/05/29/1500-liter-wein-beschlagnahmt/

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Mai 29 2009

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San Elias 2007 vom Weingut Siegel - ein wahrer Libertin

Abgelegt unter Rotwein, Weinprobe

Verkostungsnotiz
San Elias
Jahrgang: 2007
Weingut: Vina Siegel, Chile, Valle de Colchagua
Traube: Carmenère
Farbe: Purpurrot mit dunklen Reflexen
Nase: Intensive schwarze Johannisbeere, Veilchen
Gaumen: Waldbeeren, etwas Sauerkirsche, Schokolade
Nachhall: Pflaume, leicht pfeffrige Note, anhaltendes Schokoladenaroma
Alkohol: 13,5 Prozent
Ein fruchtiger und süffiger chilenischer Rotwein, passend beispielsweise zu Pasta, Salaten und Geflügel.

Eine kleine Fruchtexplosion
Der Geist des Weins San Elias 2007 scheint ein rechter Libertin zu sein. Mit intensivem Geruch drängt er geradezu aus der Flasche und entlädt sich beim Entkorken sofort in einer kleinen Fruchtexplosion, die nach schwarzen Johannisbeeren und Veilchen duftet. Das am Gaumen noch zu toppen, ist nicht leicht. Immerhin umschmeichelt er einen hier mit den Aromen von Waldbeeren, Schokolade und einem Hauch Sauerkirsche, die sich etwas bescheidener aber immer noch sehr ausgeprägt präsentieren. Im Nachhall überrascht der Tropfen mit einer leicht pfeffrigen Note, die bei anhaltenden Reminiszenzen an Schokolade sogar ein wenig Pflaumenaroma mit sich bringt. Der San Elias ist ein samtig-fruchtiger und süffiger Rotwein mit milder Säure und weichen Taninen, mit dem man eigentlich kaum etwas falsch machen kann.

Produziert wird dieser Tropfen vom Weingut Vina Siegel im chilenischen Valle de Colchagua. Auf etwa 600 Hektar Fläche werden hier Weinreben angebaut.
Gegründet wurde das Weingut von Alberto Siegel in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Alberto Siegel, Sproß einer in dritter Generation in Chile lebenden deutschstämmigen Familie, ist wohl vor allem Geschäftsmann. Anfang der siebziger Jahre arbeitete er studienhalber ein Jahr in verschiedenen deutschen Weinkellereien. Anschließend verdingte sich der Mann zunächst beim Chemieunternehmen Bayer als Verkäufer von Düngemitteln für den Weinbau. Seine Kunden waren in erster Linie Weinbauern aus dem chilenischen Colchuaguatal, etwa 170 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago gelegen. Wie sich die Chemie auf Qualität und Verträglichkeit der Weine ausgewirkt hat, ist nicht verbürgt.

Alberto Siegel machte sich jedenfalls schließlich als Weinhändler selbstständig und begann gleichzeitig mit einer eigenen Weinproduktion. In den ersten Jahren stellte er hier ausschließlich Fasswein für den Großhandel her. Da seine Erzeugnisse jedoch ziemlich gut ankamen, ging er dazu über, seine Weine selbst in Flaschen zu füllen und ihnen die Ehre seines werten deutschstämmigen Namens zuteil werden zu lassen. Der siegelsche Betrieb wurde endgültig zum Weingut.

Der San Elias aus dem Hause Vina Siegel wird aus der Carmenèretraube gekeltert, die ursprünglich aus Frankreich stammt, wo sie im 19. Jahrhundert jedoch fast vollständig der gemeinen Reblaus zum Opfer fiel. Sie gehört theoretisch bis heute zu den sechs Sorten, die in Bordeauxweinen verwendet werden dürfen. Praktisch ist da aber die Reblaus vor. Daher müssen die Bordeauxweine seither im Großen und Ganzen ohne Carmenère auskommen.

Große Reblaus - Skulptur
Collage: Beinsen

In Europa geriet diese Traube deshalb mehr und mehr in Vergessenheit. Zu ihren Rettern gehören nicht zuletzt die chilenischen Winzer. Während die Reben der Carmenèretraube in Europa von den fiesen Parasiten zum Frühstück verspeist wurden, begann man 1860 in Chile mit ihrer Kultivierung. Es behaupte daher fortan niemand mehr, der Weinbau in Übersee hätte nichts zur Bewahrung der europäischen Weintradition beizutragen.
Heute wird der Wein aus der Carmenèretraube hauptsächlich reinsortig ausgebaut, was, so der Winzer sein Handwerk beherrscht, einen süffigen, nach Beeren und Schokolade duftenden Rotwein ergibt. Der San Elias 2007 darf sich jedenfalls dieser Vorzüge rühmen.

Der Wein kann hier, beim Weinhandel elvinjo, zu einem Pries von Euro 5,50 bestellt werden

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Mai 20 2009

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Trink gut: Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico Le Vele

Abgelegt unter Weißwein, Weinprobe

Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico Le Vele
Farbe: Goldgelb
Nase: Pfirsich, etwas Orange
Gaumen, Kiwi, Zitrone,
Nachhall: Tropische Früchte, Limette
Traube. Verdicchio
Der Wein hinterlässt einen frischen und fruchtigen Gesamteindruck mit feiner, geschmeidiger und gut ausbalancierter Säure.

Der aktuelle Weinblättchengeheimtipp ist pünktlich zur Spargelzeit ein weißer Verdicchio dei Castelli di Jesi und wird bei der Firma trinkgut unter der Bezeichnung „Le Vele“ feilgeboten. Obwohl der genussfreudige Connaisseur (K.-D. Gleitze) die Weinecke im Discounter für gewöhnlich besser meiden sollte, lohnt es sich, hin und wieder einmal nachzusehen, was trinkgut gerade so im Regal hat. Denn dort konnte man in der letzten Zeit immer wieder einmal Weine aufstöbern, die etwa vom renommierten US-amerikanischen Weinkritiker Robert Parker mit über 90 Punkten geadelt wurden.

Zwar ist der hier annoncierte Jahrgang 2008 des Verdicchios dei Castelli di Jesi Classico Le Vele bisher weder von Parker noch von anderen erlauchten Kritikern ausgezeichnet worden, doch das kann durchaus noch kommen: In den Jahrgängen 2005 und 2006 hat es dieser Tropfen auf der Vinitaly, einer der international renommierten Weinmessen, immerhin zur großen Goldmedaille gebracht. Und im angesehensten Weinguide für italienische Weine, dem Gambero Rosso, kam der 2007er mit der Bestnote 2 Gläser zu höchsten Ehren.
Der 2008er hat auf jeden Fall das Zeug zu vergleichbarem Ruhm. Goldgelb im Glas, verströmt er einen Geruch von Pfirsich und etwas Orange, um dem Gaumen mit Ananas- und leichten Kiwinoten innerhalb einer geschmeidigen und fruchtig integrierten Säure zu schmeicheln. Im Nachhall bleiben Reminiszenzen an tropische Früchte und Limette zurück. Dieser frische und fruchtige Tropfen passt ausgezeichnet zu einem leckeren Spargelessen mit Parmaschinken.

Verdicchio dei Castelli de Jesi Classico Le Vele
Collage: beinsen

Der Verdicchio Le Vele besteht zu 100 Prozent aus der Rebsorte Verdicchio, mittlerweile wieder eine der wichtigsten Trauben in den italienischen Marken, der Heimatregion dieses Weins. Er wird von der Winzergenossenschaft Terre Cortesi Moncaro aus dem mittelitalienischen Dorf Montecarotto produziert. Etwa 600 Kleinbetriebe sind hier zusammengeschlossen, die über gut 1600 Hektar Rebfläche verfügen. Verbürgt ist, dass bereits seit dem 14. Jahrhundert ein Wein mit der Bezeichnung Verdicchio dei Castelli di Jesi westlich der Provinzhauptstadt Ancona gekeltert wird. Neben der Winzergenossenschaft in Montecarotto haben ihn heute auch einige andere regionale Betriebe im Programm.
Mit seinem recht ansehnlichen natürlichen Gesamtsäuregehalt und 12,5 Prozent Alkohol erinnert der Verdicchio Le Vele fast ein wenig an einen gut ausgebauten Rheingauriesling: edel aber dennoch kraftvoll ist der Tropfen. In den Trinkgutmärkten kann man ihn derzeit für Euro 4,99 erwerben. Dabei steht dieser Wein wieder unter dem Zeichen der trinkgutkampagne fünf plus eins: Wer fünf Flaschen kauft, kriegt die sechste umsonst dazu. Hand drauf: Man wird den Kauf nicht bereuen!

Übrigens: Wer noch etwas davon abkriegen möchte, muss sich sputen. Eine Stichprobenrecherche von Weinblättchen hat ergeben, dass mancherorts nur noch wenige Flaschen übrig sind.

Hier gehts zum trinkgut Marktfinder

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