Apr 15 2010


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Aus Österreich: Weintipps und Rezepte zum Spargel

Abgelegt unter Speis' & Trank, Weinwelten

Schon wird auf Märkten, an kleinen Verkaufständen neben den nordeutschen Landstraßen und in den Supermärkten der erste Spargel angeboten. Also wird es auch langsam Zeit, den passenden Wein dafür auszusuchen. Bernhard Fiedler von Bernhard Fiedlers Weinblog weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass die Österreichische Weinmarketingservice Gesmbh (ÖWM) “eine nette Broschüre mit Rezepten und Weintipps produziert” hat. Wagen wir also einen Blick über die Alpen und lassen uns von dem interessanten Heftchen inspirieren, das es übrigens auch als PDF-Download gibt. Und wenn dann der erste Spargel auf unseren Tellern dampft, trinken wir natürlich einen österreichischen Wein dazu.

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Apr 13 2010


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Betrifft Spam – “Anfrage: Online-Werbepartner” von mariaweber590@gmail.com

Abgelegt unter Reiner Wein

Endlich hat die Zunft begriffen, dass sich Weinblaettchen.de bestens auch als Werbeträger eignet. So dachten wir jedenfalls, als uns heute eine E-Mail mit folgendem Wortlaut in den elektronischen Briefkasten flatterte:

„Sehr geehrter Webseiteninhaber,
mein Kunde, der erfolgreich in der Online-Unterhaltungsbranche operiert, hat mich beauftragt, Werbeflächen auf Ihren Webseiten zu kaufen.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen gerne ein auch für Sie interessantes Geschäftsangebot vorstellen. Falls Sie sich für weitere Details interessieren sollten, freue ich mich darauf, bald von Ihnen zu hören.
Mit freundlichem Gruß
Maria Weber

So weit, so gut. Die Absenderadresse lautete mariaweber590@gmail.com. Allerdings hatte Herr oder Frau Weber vergessen, eine Domain oder eine wie auch immer geartete Absenderidentifikation, einen Firmennamen oder dergleichen, anzugeben. Auch eine Recherche bei Google nach der E-Mail-Adresse und dem vermeintlichen Namen des Absenders ergab keinen Befund. Und warum verriet er oder sie eigentlich nicht gleich, welch erfolgreicher Kunde aus der Unterhaltungsbrache am Weinblaettchen interessiert ist. Unsere Freude und die blinkenden imaginären Eurozeichen wichen schnell der Verärgerung. Denn wir mussten insbesondere nach Lektüre eines Beitrags auf dem Weblog delijo einsehen: Entweder handelt es sich bei diesem Unterhaltungskunden um einen Sex- oder Glücksspielanbieter oder aber es geht einfach darum, unsere E-Mail Adresse „für einen Spamverteiler zu validieren“. Im jedem Fall also Finger weg. Das ist auch unser Rat an alle, die mit ähnlichen Tricks behelligt werden.
Mehr dazu unter: http://www.delijo.de/3061/dubiose-e-mail-oder-ehrliches-angebot/

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Apr 03 2010


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PR-Knigge für Weinproduzenten und Weinhandel

Abgelegt unter Weinnachrichten

Das Internet-Magazin Wein-Plus meldet:
7.03.2010

Neue Regeln für die Wein-Kommunikation

Die europäische Weinbranche hat neue Standards für die kommerzielle Kommunikation für Wein definiert, die sich unmissverständlich gegen einen übermäßigen oder missbräuchlichen Konsum von Wein beziehungsweise Sekt richten.

Die Standards orientieren sich an den Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke. In elf Punkten verpflichten sich die Unternehmen unter anderem, dass durch kommerzielle Kommunikation Kinder oder Jugendliche nicht zum Trinken von Wein aufgefordert oder animiert werden dürfen. Es darf auch nicht der Eindruck erweckt werden, dass ein niedriger Alkoholgehalt von Wein missbräuchlichen Konsum verhindere oder dass Wein­konsum zur gesellschaftlichen Akzeptanz oder zum sozialen Erfolg nötig sei. Selbstverständlich ist auch jede werbliche Verbindung zum Weinkonsum im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz und während der Schwangerschaft untersagt.

Zum Glück sehen die Standards vor, dass redaktionelle Medieninhalte sowie allgemeine Informationen, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufklären, von den neuen Standards nicht betroffen sind - eigentlich eine Selbstverständlichkeit in einer Demokratie.

Zuwiderhandlungen können als Verstöße gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats geahndet und mit Sanktionen versehen werden. Jeder Verbraucher kann sich über Werbemaßnahmen beim Deutschen Werberat beschweren. (wf/Pressemitteilung)

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Mrz 25 2010


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Bei trinkgut parkerts wieder: Zu Ostern einen 2007 Valtostao Legón Roble

Abgelegt unter Rotwein, Weinprobe

2007 Valtostao Legón RoblePünktlich zu Ostern hat der Getränkemarkt trinkgut noch einmal ein Angebot in die Weinregale gezaubert, mit dem die Firma laut Tobias Treppenhauer vom stern-blog Der Weinlakai im Dezember letzten Jahres schon einmal reüssierte. Für Euro 4,99 ist der 2007 Valtostao Legón Roble jetzt ein zweites Mal zu haben. „Die heutige Empfehlung ist trotz des Preises kein Wein, der in industrieller Weise hergestellt wurde“, schrieb Treppenhauer im Dezember letzten Jahres über den Tropfen.

“Ganz im Gegenteil: Der aus 100% Tempranillo bestehende Spanier wurde 6 Monate in französischer, amerikanischer und ungarischer Eiche gereift und seine Trauben stammen von über 35 Jahre alten Rebstöcken.
Es ist ein Wein auf den das Adjektiv “unkompliziert” besonders gut passt. Er ist fruchtig, aber nicht einfach, er ist geschmeidig, aber nicht flach. Der Wein macht enormen Spaß und hält auch einer etwas schwereren Weinhachtsküche stand. Mit anderen Worten: Der “Legón” ist ein wirklich guter Wein für unsagbar wenig Geld.“

Im Februar letzten Jahres hat der bekannte und renommierte Weinkritiker Robert Parker, der Wine-Advocate, den Tropfen mit 90 Punkten geadelt. Keine Ahnung wie es trinkgut immer wieder gelingt, solche Spitzenweine derart günstig zu präsentieren? Wer für Ostern noch einen guten Wein sucht, dem kann mit gutem Gewissen zum Kauf geraten werden. trinkgut bewirbt den Wein wieder mit einem 5 + 1 Angebot. Will heißen: Wer fünf Flaschen kauft, kriegt die sechste umsonst dazu. Besseren Wein für weniger Geld gibt es nicht!

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Mrz 23 2010


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(Der Beitrag zur Weinrallye Nr. 31 – Thema Faszination Wein)
Ich möchte Weintrinker sein

Abgelegt unter Weinwahrheiten

Weinrallye Nr. 31 – Faszination Wein

Irgendwann Ende der Siebziger des letzten Jahrhunderts erstand ich bei „zweitausendeins“ eine Langspielplatte des Liedermachers Franz Josef Degenhardt. Die darauf zu hörenden Aufnahmen stammten aus einer Zeit, als Degenhardt gerade von seiner Radikalrevoluzzerphase Abschied genommen und sich wieder den etwas banaleren Dingen jenseits der Weltrevolution zugewandt hatte. Natürlich gab er sich immer noch links und äußerst systemkritisch, versteht sich, aber doch ein bisschen subtiler im Gebaren. Subtilität hin, Subtilität her, wer Degenhard kennt, weiß, dass alle seine Lieder irgendwie einen programmatischen Charakter haben. Und so natürlich auch jenes mit dem Titel „Ich möchte Weintrinker sein“, das auf dieser Platte zu hören war.
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Mrz 07 2010


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Wein aus dem Supermarkt:
Worauf man beim Kaufen achten sollte

Der Wein für den alltäglichen Hausgebrauch kann ruhig auch mal im Supermarkt gekauft werden, meint Journalist und Wein-Notable Martin S. Lambeck. Doch bei dem großen Angebot und einer oft wenig qualifizierten Beratung greift man leicht daneben. Wer jedoch einige Regeln befolgt, kann die Gefahr des Fehlgriffs mit anschließender Entsorgung der Flüssigkeit in der Spüle enorm verringern.

Der Marketing-Firlefanz

Zunächst einmal sollte die Devise gelten, sich nicht von bunten und aufwändig gestylten Etiketten verführen zu lassen. Auch bei den aufgedruckten silbern- oder goldglitzernden Medaillen handelt es sich bis auf wenige Ausnahmen um Firlefanz. Ein guter Wein braucht in der Regel kein aufreizendes Etikett, sondern kommt eher schlicht und unprätentiös daher. Natürlich darf das Etikett trotzdem schön sein. Kleine Hinweise auf der Flasche, wie der Wein in der Beurteilung eines anerkannten Experten abgeschnitten hat, sind meistens recht zweckdienlich.

Vorsicht vor altem Wein in neuen Schläuchen

Manchmal werden ältere Jahrgänge hochwertiger Weinsorten zu wahren Schleuderpreisen angeboten. Vorsicht vor solch scheinbaren Schnäppchen. Hier kann es sich etwa um Weine in der Verschlussphase – dazu unten mehr – oder um Restposten handeln, die schon längere Zeit im Supermarkt herumstanden. Monat für Monat bei Neonlicht oder in einem schlecht klimatisierten Lager verbracht zu haben, das bekommt kaum einem Wein. Auch eingestaubte Flaschen sollte man daher besser stehen lassen. Ladenhüter verheißen nichts Gutes, das gilt gerade für Wein. Überhaupt eigenen sich nur die wirklich feinen Tropfen für eine lange Lagerung. Die findet man im Supermarkt jedoch eher selten. Solche Weine müssen professionell gelagert werden, und dazu ist das Kaufhaus bestimmt nicht der richtige Ort. Weine, die offensichtlich besonders stark künstlichem licht ausgesetzt sind, wie manchmal die Weine in den oberen Regalfächern, sollten besser nicht gekauft werden. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Fläschchen davon im Lager. Fragen lohnt sich.


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Als Faustregel gilt: Finger weg von Weiß- oder Roséweinen, die älter sind als zwei Jahre. Rotweine dürfen etwa drei Jahre auf dem Buckel haben. Sind sie als Reserva- oder Gran Reserva-Weine ausgewiesen, muss es sogar mehr sein. Hier können wir davon ausgehen, dass die Tropfen ihre Reifezeit in einer Kellerei verbrachten und dort fachgerecht behandelt wurden. Ansonsten sollte man bei Rotweinen derzeit – also Anfang 2010 – beispielsweise misstrauisch gegenüber Jahrgängen wie 2004, 2005 oder 2006 sein. Die Edeltröpfchen unter diesen Jahrgängen sind oft noch nicht ausgelagert, und alles andere verwandelt sich langsam aber stetig in essigähnliche Essenz. Nicht selten auch werden Rotweine als vermeintliche Schnäppchen angeboten, die sich gerade in der Verschlussphase befinden. Insbesondere kräftige, tanninreiche Rotweine verlieren nach drei bis vier Jahren ihre Frucht und schmecken nur noch sauer und rau. Erst nach sieben bis acht Jahren werden sie – die richtige Lagerung vorausgesetzt - wieder fruchtig und voll. Insbesondere trifft dies auf die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Malbec zu. Bei anderen Weinsorten gibt es diese Phase auch, ist hier aber nicht so stark ausgeprägt. Bei Weißweinen sollte man vor allem bei Riesling, Sauvignon-blanc, Grüner Veltiner und Bordeaux-Weinen auf die Verschlussphase achten. Alter Wein ist also nicht unbedingt gut, auch wenn er in neuen Schläuchen daherkommt, diese biblische Weisheit können wir auch heute noch beherzigen.

Vertrauen ist gut – Informationen sind besser

Angaben über Jahrgang und Herkunftsort des Weines sollten eine Selbstverständlichkeit sein, von allem anderen lassen wir am besten gleich die Finger. Aber auch der Hinweis auf den Produzenten, also auf das Weingut, auf dem der Wein gewachsen ist, geerntet und gekeltert wurde, sagt oft etwas über die Qualität des Tropfens aus. Derartige Angaben sind allerdings bei Supermarkt-Weinen überhaupt keine Selbstverständlichkeit, in den Diskountern findet man sie sogar nur in den seltensten Fällen. Fehlen solche Informationen, handelt es sich meist um einen so genannten Fasswein. Dies ist die Bezeichnung für Wein oft minderer Qualität, der von den Produzenten über Weinbörsen und Großmärkte als No-Name-Produkt in Großtanks an Handelsunternehmen ,also Abfüller oder Großhändler, verkauft wird. Insbesondere Diskounter-Märkte wie Aldi, Lidl oder Penny kaufen solchen Wein in riesigen Mengen und vermarkten ihn mit eigenem Label. Unter der gleichen Bezeichnung werden dort im Laufe eines Jahres also ganz unterschiedliche Weine verkauft, je nach dem, was auf dem Großmarkt eben gerade günstig zu haben war. Die Qualität des Weins gleicher Bezeichnung kann daher von Einkauf zu Einkauf enorm wechseln. Das, was man ins Glas bekommt, wenn man bei Aldi einen Dornfelder kauft, kann also etwas ganz anderes sein als das, was man ein paar Wochen zuvor als Aldi-Dornfelder getrunken hat. Aber auch in anderen Supermärkten gibt es diesen Fasswein in Hülle und Fülle. Er muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber meinst handelt es sich doch um Produkte geringerer Güte. Wenn ein Weingut seinen Namen auf die Flasche drucken lässt, bürgt es damit quasi für die Qualität seines Erzeugnisses. Welcher Winzer möchte schon seinen guten Ruf verlieren. Alles was nicht so gut ist, verkauft man besser als Fasswein weiter.
Wer also Wert auf Qualität legt, sollte einen Produzenten-Wein kaufen. Und die gibt es auch im Supermarkt und oftmals kosten sie gar nicht allzu viel mehr als Fassweine. für vier bis fünf Euro kann man meist etwas gut Trinkbares finden.

Billigwein ist selten fein

Wie alles andere hat indes auch ein trinkbarer Wein seinen Preis. Tröpfchen unter drei Euro taugen in der Regel wenig, Ausnahmen bestätigen die Regel. Insbesondere in den Diskountern wird viel Billigwein angeboten. Mal ehrlich: Was kann an einem argentinischen Cabernet Sauvignon für Euro 1,65 schon dran sein? Der Wein muss angebaut, geerntet, produziert, verschifft und in die Märkte transportiert werden. Wollen die Beteiligten auch nur ein par Cent an dem Wein verdienen, kann es sich hier wirklich nur um Massenproduktion unterster Güte handeln. also lieber Finger weg. Ansonsten kann, wer die Hinweise beachtet, auch im Supermarkt erstaunlich leckere Tropfen so um die fünf Euro finden.

Die Supermarkt Weinkauf-Tipps im Überblick


1. Aufwendig gestylte Etiketten führen oft in die Irre. Vorsicht vor solchen Vermarktungs-Tricks.

2. Ältere Jahrgänge aus dem Supermarkt meiden. Weißwein sollte nicht viel älter als zwei, Rotwein nicht älter als drei Jahre sein. Ausnahmen: Reserva-Weine und Ähnliches mit besonderer Kennzeichnung. Vorsicht vor Flaschen, die lange in künstlichem Licht standen.

3. Jahrgang und Herkunftsort sollten immer angegeben sein. Weine mit Angaben zum Winzer, dem Weingut oder der Weinkellerei sollten bevorzugt werden.

4. Faustregel: Weine unter drei Euro sind selten bauchbar. Finger weg von Billigprodukten. 


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Feb 26 2010


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Ja, es gibt sie! Gute Weine aus dem Supermarkt

Den Lesern des Weinblättchens war es ohnehin immer schon klar, nun spricht es auch der bekannte Weinkritiker der Tageszeitung DIE WELT, Martin S. Lambeck, auf WELT ONLINE klar und deutlich aus: „Ja, es gibt wirklich gute Rotweine für jeden Tag aus dem Supermarkt.“ Über Monate habe er deutsche Supermärkte durchstreift und sei dabei auf so manche Scheußlichkeit, aber eben auch immer wieder auf akzeptable bis gute Weine in der Preisklasse um die fünf Euro gestoßen. Problematisch hält Lambeck zurecht Weine unterhalb der Drei-Euro-Marke:

„Rechnet man genau nach, so lässt sich für derartige Preise kaum ein guter Wein auf die Flasche bringen, so er denn auch noch einen kleinen Gewinn für Erzeuger und Händler abwerfen soll. Leider sind auch viele Bordeaux-Weine um die zehn Euro kaum zu gebrauchen. Hier bietet der Fachhandel für weniger Geld deutlich bessere Leistungen.“

Aktuell empfiehlt Lambeck den 2008er Finca Flichman Malbec aus Argentinien, der derzeit für 4,99 Euro pro Flasche in den Kaiser’s Supermärkten erhältlich ist.

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Feb 25 2010


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“Ein Gläschen Wein”

Abgelegt unter Weinlese

Es sieht ganz so aus, als hätte der Wein die gestern zurückgetretene und daher nunmehr ehemalige Ratspräsidenten der evangelischen Kirche Deutschlands und Hannoversche Landesbischöfin, Margot Käßmann, zu Fall gebracht. Ein Glas Wein habe sie getrunken, so soll sie den Polizeibeamten am Samstagabend auf Anfrage mitgeteilt haben. Bekanntlich war die Kirchenpräsidentin dabei erwischt worden, wie sie trotz Rotphase die Ampel einer großen Kreuzung überquerte. 1,54 Promille ergab die Blutuntersuchung.
Nun, bei einem Gäschen Wein wird es an diesem Abend also wohl nicht geblieben sein. Wie viel hat Frau Käßmann denn nun wirklich getrunken, überlegte wohl so mancher nach Bekanntwerden des Vorfalls. Dazu konnten wir bereits gestern auf WELT ONLINE lesen:

„Der Alkoholgehalt des Blutes nach dem Genuss von Wein ist unter anderem vom Gewicht und vom Geschlecht abhängig. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat eine grobe Formel veröffentlicht. Eine Frau, die - wie schätzungsweise Margot Käßmann - 55 Kilogramm wiegt und 1,54 Promille Alkohol im Blut hat, müsste 51 Gramm Alkohol getrunken haben. Das entspricht rund 1,3 Liter Bier oder 0,6 Liter Wein.“

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Collage: Beinsen
Circa einen halben Liter wird Margot Käßmann zu sich genommen haben. Etwa drei bis vier Gläser. Nun ja, da können wir die Auskunft, sie habe „ein Glas getrunken“, ruhig durchgehen lassen. Denn die Aussage, „ich trinke ein Glas Wein“, bedeutet ja im Allgemeinen keine Mengenangabe sondern steht umgangssprachlich eher für „etwas Wein trinken“. Das soll die Frau natürlich nicht entschuldigen. Autofahren und Weintrinken passt eben nicht zusammen. Allerdings wird sie die Wirkung ihres “Glases Wein” wohl in der Tat völlig unterschätzt und sich noch recht fit gefühlt haben. Leider ließ das Malheur dann nicht lange auf sich warten.
Letztlich hat Margot Käßmann indes noch in der Niederlage Haltung be-, und sich als echte Protestantin erwiesen: Moral geht vor Interesse. Wir wünschen ihr jetzt alles Beste und trotz alledem noch viele gute Gläser Wein, nicht als Trostpflästerchen sondern mit Genuss getrunken.

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Feb 24 2010


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Das Geheimnis der Aubergine, oder: Auberginenmus, sagenhaft lecker

Abgelegt unter Speis' & Trank

Weich, glatt und prall ist die Aubergine, mit einem makellos schwarzlila glänzenden, länglich-ovalen Körper und einem grünblättrigen Häubchen obendrauf. Der Aubergine haftet dabei wie kaum einer anderen Frucht etwas Frivoles und vielleicht auch etwas Geheimnisvolles an. Kein Zufall also, dass sich an ihr die Geister scheiden.
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„Zwingen sie mich niemals, Auberginen zu essen“

In dem Roman „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Márquez fordert eine der Hauptfiguren, die stark umworbene Fermina Daza, ihrem zukünftigen Ehemann ein Versprechen ab: „Ich werde Sie heiraten, wenn Sie mich nicht zwingen, Auberginen zu essen!“ Autor Márquez schrieb seiner Heldin insbesondere eine heftige Abneigung gegen Auberginenmus zu.
Im 13. Jahrhundert soll der italienischer Arzt und Professor für Medizin, Taddeo di Alberotto, besonders nachdrücklich vor der damals noch nicht sehr weit verbreiteten Aubergine gewarnt haben. Sie mache liebestoll und erzeuge Wahnsinn, so versuchte der Mann seinen Landsleuten einzureden. Einer seiner Schüler habe es laut Überlieferung genau wissen wollen und sich zu einem ausgiebigen Selbstversuch verlocken lassen. Nach neun Tagen sei er derart respektlos und aufgekratzt gewesen, dass der Professor sich in seinen Befürchtungen voll bestätigt gesehen habe. Nun, den Siegeszug der Aubergine, die ursprünglich wohl in Indien und China beheimatet war, konnte der Mediziner letztlich nicht aufhalten. Von Italien aus breitete sie sich im 15. Jahrhundert bald im gesamten Mittelmeerraum aus und überwand schließlich die Alpen. In Österreich kennt man sie unter der Bezeichnung Melenzani.
Wer indes nach einem Mittel zur Steigerung seiner Libido sucht, sollte den Behauptungen di Alberottos zum Trotz lieber zum Arzt gehen, anstatt Auberginen zu essen. Und auch dem Wahnsinn verfällt bekanntlich nicht, wer diese Frucht verspeist. Allerdings vermeide man es besser, zufiel davon roh zu sich zu nehmen. Denn die Aubergine enthält in rohem und noch unreifem Zustand das Gift Solanin. Die Konzentration ist jedoch eher gering; um eine schädliche Wirkung – das heißt schwerwiegendere Verdauungsstörungen – herbeizuführen, muss man schon einige Kilos verdrücken. Möglicherweise jedoch ist dem Schüler Alberottos bei seinem mittelalterlichen Selbstversuch das Nikotin zu Kopf gestiegen, das in der Aubergine enthalten ist. Doch sehr wahrscheinlich ist auch das nicht, „denn die Menge schwankt, je nach Untersuchung“, zwischen ‚nicht nachweisbar‘ und 100 Mikrogramm pro Kilogramm“. Der Mann muss also bergeweise davon verputzt haben, um etwas gaga zu werden.

Auberginenmus

Nikotin hin, Nikotin her: Das Herz von Márquez‘ schöner Romanheldin Fermina Daza hätten wir mit dem folgenden Rezept nie erobert, denn es geht um Auberginenmus. Um daraus eine leckere Vorspeise für etwa vier Personen herzustellen, benutzen wir zwei Auberginen mit einem Gewicht von insgesamt plus-minus 500 Gramm. Zunächst legen wir die Auberginen für etwa 15 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. Nun nehmen wir sie heraus, entfernen die Schale und schneiden zerteilen die Frucht in einige Millimeter dicke Scheiben und bestreuen sie mit Salz, das entzieht ihnen die natürlichen Bitterstoffe. Nach 10 bis 15 Minuten werden die Früchte abgespült und trockengetupft. Jetzt können wir die Scheiben noch etwas zerkleinern.
Dann schälen und zerkleinern wir eine große Zwiebel, geben sie in ein hochwandiges Gefäß und fügen zwei bis drei zerpresste Knoblauchzehen hinzu. Nun die Auberginen zu den Zwiebeln und dem Knoblauch geben. Dem Ganzen fügen wir zwei Esslöffel Olivenöl, einen Esslöffel Weißweinessig und einen kleinen Spritzer Zitrone, einen Esslöffel fein gehackten frischen Thymian, wahlweise einen gehäuften Teelöffel getrockneten Thymian, eine Messerspitze Kreuzkümmel, eine Messerspitze Koriander, eine Messerspitze scharfen Rosenpaprika, einen gestrichenen Esslöffel edelsüßen Paprika und eine Prise Zucker hinzu. Nun rücken wir all dem mit dem Pürierstab zu Leibe, bis eine sämige Creme daraus entstanden ist.
Jetzt kann unser Auberginenmus, dekoriert mit ein wenig Petersilie, Paprikapulver oder Oliven, auch schon serviert werden.

Im Überblick


2 Auberginen, etwa 500g,
15 Minuten bei etwa 180 Grad backen. Schale entfernen.
In Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen, 10 - 15 Min. ziehen lassen.
Abspülen, trockentupfen, zerkleinern.
1 große Zwiebel würfeln,
2 Knoblauchzehen zerpressen und in ein Gefäß geben.
Auberginen abtropfen lassen und hinzufügen. Mit
2 EL Olivenöl,
1 EL Weinessig,
1 Spritzer Zitrone,
1 EL frischen Thymian, fein gehackt,
1 Messerspitze Kreuzkümmel,
1 Messerspitze Koriander,
1 Messerspitze Rosenpaprika,
1 gestr. Esslöffel süßen Paprika und
1 Prise Zucker würzen.
Mit dem Pürierstab zu einer sämigen Creme pürieren. Das Ganze mit etwas
Paprika, Petersilie oder Oliven garnieren und servieren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Unser Auberginenmus eignet sich superb als Vorspeise, gereicht mit etwas Weißbrot.

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Feb 18 2010


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Cinque Autoctoni - Fusel oder edles Tröpfchen

Abgelegt unter Reiner Wein

All jene, die per Web ein leckeres Rezept oder brauchbare Informationen rund um das Thema Essen und Trinken suchen, sind wahrscheinlich schon einmal auf der Seite chefkoch.de gelandet. Unter anderem gibt es bei chefkoch.de auch ein Weinforum, worin man Informationen austauschen und den Forumsmitgliedern seine Fragen stellen kann.
Am 8. Februar erkundigte sich jemand unter dem Mitgliedsnamen sternl nach einem italienischen Wein mit der Bezeichnung Cinque Autoctoni. sternl hatte den Wein selbst geschenkt bekommen und wollte ihn nun Gästen servieren. Allerdings befürchtete sternl eine Blamage, sollte es sich um „Fusel“ handeln.

Cinque Autoctoni

Ein Teilnehmer namens Chilichris konnte sternl beruhigen. „Der Cinque Autoctoni ist ein ungefilterter Wein aus 5 typisch süditalienischen Rebsorten: Montepulciano, Primitivo, Sangiovese, Negroamaro und Rote Malvasia”, schrieb Chilichris. Dieser Wein verkörpere eine völlig neue Generation von süditalienischen Weinen:

Sehr Opulent, aber ganz anders als im Bordeaux, Spanien oder Norditalien, spielen Holznoten quasi keine Rolle. Die Tannine sind moderat und sehr fein geschliffen. Hier ist fette, fleischige Frucht angesagt, fast so als würde man durch einen Obstgarten gehen und nur die schönsten und aromatischsten Früchte pflücken. Ein intensiver aber betörend weicher Wein sowohl in der Nase als auch am Gaumen. Insofern ist die Assoziation mit einem guten Portwein sicher nicht abwegig. Dieser neue Stil findet nicht überall Freunde hat jedoch schon viele meiner Kunden extrem begeistert. Eine ähnliche Machart findet sich auch beim Primitivo Sessantanni von Feudi di San Marzano aus Apulien wieder.“

Der Liter koste so zwischen 25 und 28 Euro, also die 0,7 l Flasche fast 20 Euro, fügte Chilichris hinzu. „Genieße ihn“, riet er. Diesem Rat wollen auch wir gern folgen.

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