'Wein aus dem Supermarkt'

Mai 16 2011

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„Der Weg nach Aldi hin!“ Alle Jahre wieder: Keller-Riesling bei Aldi-Nord

2010 Baden Riesling Edition Fritz Keller
Weingut: Fritz Keller
Anbaugebiet: Baden/Deutschland
Traube: Riesling
Farbe: Blassgelb bis gelb
Nase: sehr intensiv, Melone
Gaumen: Stachelbeere, Apfel, Grapefruit
Nachhall: Etwas Banane, Zitrone, Ananas
Alkoholgehalt: 12 Prozent
Verschluss: Schraubverschluss
Preis: Euro 5,99
Gesamteindruck: Sehr fruchtig, frisch, schön ausbalanciert

Auch 2011 setzt der bekannte badische Weinproduzent Fritz Keller seine Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteldiscounter Aldi fort. Pünktlich zur beginnenden Spargelsaison bringt Keller in diesem Jahr einen Rosé- und einen Riesling in die Filialen des nördlichen Aldi-Imperiums. Die Idee ist einfach aber bewährt: Keller liefert das Konzept, sein Knowhow in Produktion und Marketing und vor allem seinen Namen und lässt den Rebensaft von einer Vielzahl badischer Familienbetriebe herstellen. Davon profitieren nicht zuletzt auch seine Kooperationspartner, kleine Winzer, die sonst teilweise eher schlecht als recht über die Runden kommen.
Der Tropfen ist für 5,99 Euro zu haben, auf Dumpingpreise lässt sich Keller nicht ein. Doch schon im letzten Jahr hat sich der Wein dieses Preises als würdig erwiesen, und so auch diesmal. Blassgelb in der Farbe, verströmt er schon bei geöffneter Flasche einen grandiosen Geruch von reifen Melonen, geradezu ein Duft-Flash. Am Gaumen reüssiert der Tropfen mit Aromen von Stachelbeere, etwas Apfel und Grapefruit, um im Nachhall einen lang anhaltenden leicht bananigen Eindruck, gemischt mit Zitronen- und dezenten Ananasaromen zu hinterlassen. Ein herrlich fruchtiger und frischer Wein, unserer Meinung nach wunderbar für ein gutes Spargelessen geeignet. Keller hat nicht enttäuscht. Da lohnt der Weg „nach Aldi hin“.

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Jan 26 2011

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El Patio – Wein aus dem Priorat bei Aldi Nord

2008 El Patio
Weingut: Keine Angaben
Anbaugebiet: Priorat, Spanien
Traube: Keine Angaben
Farbe: Dunkelrot bis purpurrot
Nase: Kirsche
Gaumen: Waldbeeren, Brombeere
Nachklang: Heidelbeere
Alkoholgehalt: 14,5 Prozent
Gesamteindruck: Fruchtig, wenig Säure, milde Tannine, erdig aber trotzdem weich.

Weinanbaugebiet Priorart in Spanien. Karge hügelige Region.Für einen guten Tropfen aus dem spanischen Wein-Anbaugebiet Priorat kann man gut und gern schon mal ein paar Hunderter auf den Tresen werfen. Klar, es gibt auch Günstigeres, allerdings wird man in preislichen Gefilden unter 10 Euro selten fündig. Das Priorat ist das älteste und sicher eines der wichtigsten Weingebiete Spaniens. Man setzt hier auf Klasse statt auf Masse, und das ist aufgrund der oft terrassenförmig angelegten Weingärten an den Steilhängen dieser bergigen Region auch gar nicht anders möglich. Etwa 50 Winzer beackern das Gebiet, einige von ihnen gehören zu den besten der Welt. Im Jahr 2001 wurden die Weine aus dem Priorat von den zuständigen spanischen Behörden zur höchsten Qualitätsstufe des Landes mit der Bezeichnung Denominación de Origen Calificada (DOCa) geadelt, die sie sich seither mit den Tropfen aus dem Rioja teilen.
Die Region weist rund 1.700 Hektar Rebberge auf und liegt inmitten der Provinz Tarragona. Sie wurde nach dem im Jahre 1163 gegründeten Kartäuser-Kloster, dem „Priorat de la Cartoixa d’Escaladei, zu deutsch, „dem Priorat des Kartäuser-Klosters der Gottesleiter“ benannt. Von dem Kloster sind heute nur noch Ruinen erhalten.

Ein Priorat in Aldis Weinregalen

Im Dezember hat Aldi-Nord einige Kisten vermeintlichen Prioratswein per Sonderaktion in seine Filialen gebracht. Noch immer sind in manchen Geschäften Restposten davon zu haben. Preis: Euro 4,99. Ein Prioratswein für knapp fünf Okken? Da kann doch etwas nicht stimmen, oder? Immerhin hat er einen amtlichen Stempel, der seine Herkunft bezeugt, und auch der Alkoholgehalt von fetten 14,5 Prozent ist ein Indiz für die Echtheit. Die weitere gute Nachricht: Der Wein schmeckt nicht schlecht. Na ja, wer die Parker-Kracher* liebt, sollte vielleicht eher seine Finger davon lassen. Wir haben es mit einem sowohl in Säure als auch in Tannin eher milden Tröpfchen zu tun. Er hat eine erdige Note, bleibt dabei jedoch ausgesprochen weich.
Dies ist allerdings auch schon fast alles, was über den Tropfen zu sagen ist. Auf Angaben über den Produzenten darf man bei knapp fünf Euro ja schon gar nicht hoffen. Aber auch ansonsten sieht es mit näheren Informationen eher Mau aus. Es findet sich auf dem Etikett lediglich der Hinweis, dass die Abfüller-Firma sich Mas d´ en Cosme nennt und in Gratallops beheimatet ist. Eine Website oder andere darüber hinausgehende Infos gibt es nicht. Vermarktet wird der Wein in Deutschland über die in Baden-Baden ansässige Firma Suns Grape GmbH. Die hat immerhin einen Internet-Auftritt. Der macht jedoch auch nicht viel schlauer, da er sich – wie zu lesen ist – noch „im Aufbau“ befände. Etwas dubios ist es darüber hinaus, dass auf dem Flaschenetikett nicht einmal Angaben zu den im Wein enthaltenen Trauben zu finden sind. Dort liest man lediglich, dass im Priorat hauptsächlich Cabernet- und Garnacha-Trauben kultiviert werden. Ob die aber auch im El Patio stecken, weiß wohl der Abfüller allein.
Wie Aldi es mithin schafft, Prioratswein für lockere fünf Euro auf den Markt zu werfen, lässt sich grob rekonstruieren: Auch im Priorat wird mitunter zu viel Wein hergestellt, als sich teuer verkaufen lässt. Also werden die eher weniger guten Qualitätsstufen des Jahrgangs auf den Großmärkten verhökert. Hier treten dann Firmen wie Mas d´en Cosme auf den Plan, um den Wein an Zwischenhändler weiter zu verkaufen, in unserem Fall ist das die Firma Suns Grape. So weit, so gut. Wer diesen Cuvée aber letztendlich mit welchen Trauben zusammengemixt hat, würde uns schon mal interessieren. Na ja, geschmeckt hat’s immerhin. Hauptsache, es waren kein Dioxin, Glykol oder sonstige eklige Sachen drin.

Weinblättchen-Emfehlung:

Es schadet nichts, mal ein Fläschchen davon in den Einkaufswagen wandern zu lassen. Jedoch:
Wer sich gern an größ’re Mengen bindet, sollte sehn,
ob er für fünf Euro nicht was Bessres findet.

(*Parker-Kracher: Gemeint sind natürlich die vom bekannten Weinkritiker Robert Parker hoch bewerteten Weine, die in der Regel eine recht kräftige Tanninstruktur haben.)

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Sep 23 2010

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Parker-Alarm bei Aldi-Nord – 90 Punkte für den „Tempranillo 07“

Weingut: Valsanzo
Anbaugebiet: Spanien, Castilla y León
Traube: Tempranillo
Farbe: Kirschrot
Aromen: Cassis, Brombeeren, Waldfrüchte, Veilchen
Alkoholgehalt: 12,3 Prozent
Restzucker:ca. 2,8 g / Liter
Säure: ca. 5 g / Liter
Gesamteindruck: Ein kräftiger und fruchtiger Tropfen, zurückhaltend in der Säure und mit markigen Tannine. Ein typischer Parker-Wein.

All jene, die ein Faible für die vom Wein-Papst Robert Parker empfohlenen Tröpfchen haben und in den nördlichen Regionen Deutschlands zu Hause sind, sollten jetzt einen kleinen Abstecher zum nächstgelegenen Aldi-Markt machen. Denn dort wartet ein Tempranillo Jahrgang 2007 auf sie, der 90 Punkte von Parker eingeheimst hat. Ganz unprätentiös harrt er dort unter nichtssagendem Label auf seine Käufer: TEMPRANILLO 07. alt="Tempranillo 07 von Aldi Der Tropfen stammt aus der Region Castilla y León im Norden Spaniens und wird von der Firma Valsanzo vermarktet. Das Unternehmen arbeitet im großen Stil mit verschiedenen Weingütern Spaniens zusammen. Den gemeinsamer Nenner der verschiedenen Weine bildet Firmenönologe Javier Rodriguez, der die Konzepte für den Ausbau liefert. Valsanzo-Weine, auf welchem Weinberg sie auch gewachsen sein mögen, sind also Javier Rodrigez Weine. Dieser Ansatz erlaubt dem Unternehmen eine Vermarktung in großem Stil und damit auch die Zusammenarbeit mit auf Masse setzenden Discountern wie Aldi. Der Tempranillo 07 wird dort für Euro 4,99 angeboten. Wer die Parker-Weine mag, die sich durch viel Frucht, wenig Säure und kräftige Tannine auszeichnen, wird auch diesen Wein genießen.

Lesetipp: Artikel über Robert Parker auf stern.de: Weinpapst auf der Anklagebank

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Jul 05 2010

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Spätburgunder Rosé 2009 von Fritz Keller bei Aldi-Nord

Wie berichtet, präsentiert auch Aldi-Nord seit einiger Zeit badische Weine, die unter der Regie des Weinguts Fritz Keller ausgebaut und vermarktet werden. Gerade ist zeitig zum sich endlich einstellenden Sommer ein Spätburgunder Rosé, Jahrgang 2009, zu haben. Jedenfalls für jene, die sich jetzt schnellstens auf den Weg zu Aldi machen, denn sehr viel ist in den meisten Märkten schon nicht mehr übrig von dem Tropfen. Weinblättchen-Autor und Stamm-Connoisseur Klaus-Dieter Gleitze rät jedenfalls dringend zum Kauf: „Sensationell, einer der Besten, die ich je zechte.“
2009 Baden Roséwein, Edition Fritz Keller bei Aldi-Nord. Euro 4,99

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Mrz 07 2010

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Wein aus dem Supermarkt:
Worauf man beim Kaufen achten sollte

Der Wein für den alltäglichen Hausgebrauch kann ruhig auch mal im Supermarkt gekauft werden, meint Journalist und Wein-Notable Martin S. Lambeck. Doch bei dem großen Angebot und einer oft wenig qualifizierten Beratung greift man leicht daneben. Wer jedoch einige Regeln befolgt, kann die Gefahr des Fehlgriffs mit anschließender Entsorgung der Flüssigkeit in der Spüle enorm verringern.

Der Marketing-Firlefanz

Zunächst einmal sollte die Devise gelten, sich nicht von bunten und aufwändig gestylten Etiketten verführen zu lassen. Auch bei den aufgedruckten silbern- oder goldglitzernden Medaillen handelt es sich bis auf wenige Ausnahmen um Firlefanz. Ein guter Wein braucht in der Regel kein aufreizendes Etikett, sondern kommt eher schlicht und unprätentiös daher. Natürlich darf das Etikett trotzdem schön sein. Kleine Hinweise auf der Flasche, wie der Wein in der Beurteilung eines anerkannten Experten abgeschnitten hat, sind meistens recht zweckdienlich.

Vorsicht vor altem Wein in neuen Schläuchen

Manchmal werden ältere Jahrgänge hochwertiger Weinsorten zu wahren Schleuderpreisen angeboten. Vorsicht vor solch scheinbaren Schnäppchen. Hier kann es sich etwa um Weine in der Verschlussphase – dazu unten mehr – oder um Restposten handeln, die schon längere Zeit im Supermarkt herumstanden. Monat für Monat bei Neonlicht oder in einem schlecht klimatisierten Lager verbracht zu haben, das bekommt kaum einem Wein. Auch eingestaubte Flaschen sollte man daher besser stehen lassen. Ladenhüter verheißen nichts Gutes, das gilt gerade für Wein. Überhaupt eigenen sich nur die wirklich feinen Tropfen für eine lange Lagerung. Die findet man im Supermarkt jedoch eher selten. Solche Weine müssen professionell gelagert werden, und dazu ist das Kaufhaus bestimmt nicht der richtige Ort. Weine, die offensichtlich besonders stark künstlichem licht ausgesetzt sind, wie manchmal die Weine in den oberen Regalfächern, sollten besser nicht gekauft werden. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Fläschchen davon im Lager. Fragen lohnt sich.


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Als Faustregel gilt: Finger weg von Weiß- oder Roséweinen, die älter sind als zwei Jahre. Rotweine dürfen etwa drei Jahre auf dem Buckel haben. Sind sie als Reserva- oder Gran Reserva-Weine ausgewiesen, muss es sogar mehr sein. Hier können wir davon ausgehen, dass die Tropfen ihre Reifezeit in einer Kellerei verbrachten und dort fachgerecht behandelt wurden. Ansonsten sollte man bei Rotweinen derzeit – also Anfang 2010 – beispielsweise misstrauisch gegenüber Jahrgängen wie 2004, 2005 oder 2006 sein. Die Edeltröpfchen unter diesen Jahrgängen sind oft noch nicht ausgelagert, und alles andere verwandelt sich langsam aber stetig in essigähnliche Essenz. Nicht selten auch werden Rotweine als vermeintliche Schnäppchen angeboten, die sich gerade in der Verschlussphase befinden. Insbesondere kräftige, tanninreiche Rotweine verlieren nach drei bis vier Jahren ihre Frucht und schmecken nur noch sauer und rau. Erst nach sieben bis acht Jahren werden sie – die richtige Lagerung vorausgesetzt – wieder fruchtig und voll. Insbesondere trifft dies auf die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Malbec zu. Bei anderen Weinsorten gibt es diese Phase auch, ist hier aber nicht so stark ausgeprägt. Bei Weißweinen sollte man vor allem bei Riesling, Sauvignon-blanc, Grüner Veltiner und Bordeaux-Weinen auf die Verschlussphase achten. Alter Wein ist also nicht unbedingt gut, auch wenn er in neuen Schläuchen daherkommt, diese biblische Weisheit können wir auch heute noch beherzigen.

Vertrauen ist gut – Informationen sind besser

Angaben über Jahrgang und Herkunftsort des Weines sollten eine Selbstverständlichkeit sein, von allem anderen lassen wir am besten gleich die Finger. Aber auch der Hinweis auf den Produzenten, also auf das Weingut, auf dem der Wein gewachsen ist, geerntet und gekeltert wurde, sagt oft etwas über die Qualität des Tropfens aus. Derartige Angaben sind allerdings bei Supermarkt-Weinen überhaupt keine Selbstverständlichkeit, in den Diskountern findet man sie sogar nur in den seltensten Fällen. Fehlen solche Informationen, handelt es sich meist um einen so genannten Fasswein. Dies ist die Bezeichnung für Wein oft minderer Qualität, der von den Produzenten über Weinbörsen und Großmärkte als No-Name-Produkt in Großtanks an Handelsunternehmen ,also Abfüller oder Großhändler, verkauft wird. Insbesondere Diskounter-Märkte wie Aldi, Lidl oder Penny kaufen solchen Wein in riesigen Mengen und vermarkten ihn mit eigenem Label. Unter der gleichen Bezeichnung werden dort im Laufe eines Jahres also ganz unterschiedliche Weine verkauft, je nach dem, was auf dem Großmarkt eben gerade günstig zu haben war. Die Qualität des Weins gleicher Bezeichnung kann daher von Einkauf zu Einkauf enorm wechseln. Das, was man ins Glas bekommt, wenn man bei Aldi einen Dornfelder kauft, kann also etwas ganz anderes sein als das, was man ein paar Wochen zuvor als Aldi-Dornfelder getrunken hat. Aber auch in anderen Supermärkten gibt es diesen Fasswein in Hülle und Fülle. Er muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber meinst handelt es sich doch um Produkte geringerer Güte. Wenn ein Weingut seinen Namen auf die Flasche drucken lässt, bürgt es damit quasi für die Qualität seines Erzeugnisses. Welcher Winzer möchte schon seinen guten Ruf verlieren. Alles was nicht so gut ist, verkauft man besser als Fasswein weiter.
Wer also Wert auf Qualität legt, sollte einen Produzenten-Wein kaufen. Und die gibt es auch im Supermarkt und oftmals kosten sie gar nicht allzu viel mehr als Fassweine. für vier bis fünf Euro kann man meist etwas gut Trinkbares finden.

Billigwein ist selten fein

Wie alles andere hat indes auch ein trinkbarer Wein seinen Preis. Tröpfchen unter drei Euro taugen in der Regel wenig, Ausnahmen bestätigen die Regel. Insbesondere in den Diskountern wird viel Billigwein angeboten. Mal ehrlich: Was kann an einem argentinischen Cabernet Sauvignon für Euro 1,65 schon dran sein? Der Wein muss angebaut, geerntet, produziert, verschifft und in die Märkte transportiert werden. Wollen die Beteiligten auch nur ein par Cent an dem Wein verdienen, kann es sich hier wirklich nur um Massenproduktion unterster Güte handeln. also lieber Finger weg. Ansonsten kann, wer die Hinweise beachtet, auch im Supermarkt erstaunlich leckere Tropfen so um die fünf Euro finden.

Die Supermarkt Weinkauf-Tipps im Überblick


1. Aufwendig gestylte Etiketten führen oft in die Irre. Vorsicht vor solchen Vermarktungs-Tricks.

2. Ältere Jahrgänge aus dem Supermarkt meiden. Weißwein sollte nicht viel älter als zwei, Rotwein nicht älter als drei Jahre sein. Ausnahmen: Reserva-Weine und Ähnliches mit besonderer Kennzeichnung. Vorsicht vor Flaschen, die lange in künstlichem Licht standen.

3. Jahrgang und Herkunftsort sollten immer angegeben sein. Weine mit Angaben zum Winzer, dem Weingut oder der Weinkellerei sollten bevorzugt werden.

4. Faustregel: Weine unter drei Euro sind selten bauchbar. Finger weg von Billigprodukten. 


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Feb 26 2010

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Ja, es gibt sie! Gute Weine aus dem Supermarkt

Den Lesern des Weinblättchens war es ohnehin immer schon klar, nun spricht es auch der bekannte Weinkritiker der Tageszeitung DIE WELT, Martin S. Lambeck, auf WELT ONLINE klar und deutlich aus: „Ja, es gibt wirklich gute Rotweine für jeden Tag aus dem Supermarkt.“ Über Monate habe er deutsche Supermärkte durchstreift und sei dabei auf so manche Scheußlichkeit, aber eben auch immer wieder auf akzeptable bis gute Weine in der Preisklasse um die fünf Euro gestoßen. Problematisch hält Lambeck zurecht Weine unterhalb der Drei-Euro-Marke:

„Rechnet man genau nach, so lässt sich für derartige Preise kaum ein guter Wein auf die Flasche bringen, so er denn auch noch einen kleinen Gewinn für Erzeuger und Händler abwerfen soll. Leider sind auch viele Bordeaux-Weine um die zehn Euro kaum zu gebrauchen. Hier bietet der Fachhandel für weniger Geld deutlich bessere Leistungen.“

Aktuell empfiehlt Lambeck den 2008er Finca Flichman Malbec aus Argentinien, der derzeit für 4,99 Euro pro Flasche in den Kaiser’s Supermärkten erhältlich ist.

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Okt 09 2008

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Noch schnell zu Aldi!

Abgelegt unter Wein aus dem Supermarkt

Der Senorio de Gayan Carinenja Gran Reserva 2002 ist heiß begehrt

Mit dem Herbst ist jetzt die Zeit angebrochen, in der Lebensmitteldiscounter a la Lidl und Aldi wieder häufiger durch wirklich oder vermeintlich günstige Rotweinangebote auf sich aufmerksam machen wollen. Manchmal ist gar etwas Passables dabei. Aldi Nord hat heute einen Gran Reserva des Jahrgangs 2002 aus dem Anbaugebiet Cariñena in die Regale befördert, der für knapp drei Euro wirklich sehr günstig zu haben und empfehlenswert ist. Der Wein hat beim Wettbewerb „Berliner Wein-Trophy 2008“ eine Medaille für ‘Hervorragende Qualität“ erhalten. Solche Auszeichnungen müssen nicht generell eine Kaufempfehlung sein, in diesem Fall jedoch ist sie durchaus angebracht.

Senorio de Gayan Carinenja Gran Reserva 2002

Nachdem der Señiorio de Gayan sich an der Luft etwas entfaltet hat, steigt einem ein Bukett von Erdbeere, Vanille und ein wenig Bleistift in die Nase. Im Mund gibt er sich mit seinen vollen Johannisbeerearomen, die leicht in Vanille und Zedernoten gehüllt sind, sehr fruchtig. Der intensive Nachhall appelliert an Waldbeeren und etwas Kiwi. Dieser auch mit seinen 13,5 Prozent Alkohol recht kräftige Wein lässt insbesondere hier durchaus Säure spüren, die aber keineswegs aufdringlich, sondern gut in ein fruchtiges Gesamtbild eingebettet ist. Wir haben es mit einem kräftigen, ausbalancierten und fruchtigen Rotwein zu tun, der zum jetzigen Zeitpunkt gut getrunken werden kann aber sicherlich auch noch Potenzial zur Lagerung mitbringt. Seine mehrjährige Reifung in Eichenfässern verleiht ihm einen sehr würzigen Charakter, wie es insbesondere die Freunde der bekannteren Riojaweine mögen. Und wie diese wird der Señiorio de Gayan aus Tempranillotrauben gekeltert, die hier zusammen mit der weniger bekannten Rebsorte Granacha einen veritablen Cuvée ergeben.

Anders als bei vielen Discounterweinen üblich, hat dieser Wein eine Adresse: Er stammt aus den Bodegas Virgen de Aguila, ein Unternehmen, das etwa 50 Kilometer südöstlich der nordspanischen Stadt Zaragoza selbst großflächigen Weinbau betreibt. Ob die Trauben des Señiorio de Gayan indes aus eigenem Anbau stammen oder für die Großlieferung an Aldi-Nord hinzugekauft wurden, muss dahin gestellt bleiben.

Wie auch immer: Wenn Aldi, wie zu hören ist, sich im Bereich Wein mit besserer Qualität profilieren will, kann dies mit Weinen wie dem Señiorio de Gayan durchaus gelingen.
Wer noch etwas davon ergattern will, muss sich übrigens beeilen. In den Filialen Langenhagen und Hannover-Bothfeld war der Tropfen schon um die Mittagszeit herum restlos ausverkauft. In anderen Läden des hannoverschen Stadtgebietes jedoch konnte man ihn nachmittags noch bekommen.

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Aug 04 2008

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Ein Regent aus Rheinhessen bei Aldi-Nord

Der Name Aldi hat in den Ohren der meisten Weinfreunde zurecht keinen besonderen Wohlklang. Aber bekannt ist auch, dass Ausnahmen immer wieder die Regel bestätigen, die da lautet: Aldiwein ist ungenießbar!

Regent bei Aldi-Nord
Foto: Beinsen

Eine dieser Ausnahmen ist der etwa einmal pro Jahr von Aldi-Nord präsentierte trockene Regent aus Rheinhessen. Erst kürzlich war er wieder im Angebot, und wer sich jetzt sputet, könnte noch das eine oder andere Fläschchen davon in irgendeiner versteckten Ecke des Discounters finden. Mit Johannisbeere und etwas Stachelbeere in der Nase, dunklen Waldbeeren auf der Zunge und leichten Kirschnoten im Nachklang, ein durchaus trinkbarer und recht runder Wein, der wahrscheinlich sogar noch ein Jahr Lagerung vertragen kann.
Laut Etikett ist dieser 2007er Rheinhessen-Wein mit der bronzenen Kammerpreismünze der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Leider erfahren wir – wie bei Aldi-Weinen üblich – nicht näher, wo er angebaut und gekeltert wurde.
Der Wein kostet Euro 2,99.

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Jul 11 2008

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Corvo Rosso Sicilia – ein sizilianischer Rabe

Die Spargelsaison ist beendet, jetzt wird gegrillt! Und auch dazu will der passende Wein gut gewählt sein.
Bei einem unserer letzten Grillabende war ein Rabe mit von der Partie. Natürlich weder als Grillgut stibitzender Frechdachs noch als selbiges selbst. Vielmehr hatten die Gastgeber einen roten Wein aus Sizilien auf den Tisch gestellt, der unter dem Namen Corvo, zu deutsch Rabe, in den hiesigen Rewe-Märkten zu haben ist.

Rabe
Foto: Beinsen; sizilianischer Rabe?

Regelmäßige Weinblättchen-Leser wissen, dass Weine aus dem Supermarkt für uns kein Tabu sind. Dort gute Tropfen ausfindig zu machen, bedarf jedoch manchmal etlicher trial and error Versuche. Insofern waren die Erwartungen zunächst nicht sehr hoch gesteckt. Aus der Flasche gelassen, konnte dieser Wein jedoch durchaus Eindruck schinden.

Im Glas changiert der Tropfen zwischen einem intensiven Purpurrot und dunkler Tinte. Der Geruch appelliert zunächst recht unspezifisch an Waldbeeren, ohne dabei allzu hohe Erwartungen zu wecken. Dafür entfalten sich im Mund würzige Kräuteraromen, in denen sich insbesondere der Thymian durchsetzt. Hinzu treten weiche Brombeernoten, die dem Wein eine süffige Eleganz verleihen. Im Nachhall hinterlässt er ein anhaltendes Echo von Holunder.

corvo.jpg
Corvo Rosso Sicilia 2006

Der Corvo Rosso Sicilia des Jahrgang 2006 besteht zum größten Teil aus der Nero d’Avola-Traube, der sich Säfte aus den sizilianischen Rebsorten Pignatello- und Nerello Mascalese beigesellen. Wir haben es hier mit einem Wein zu tun, der nicht zuletzt durch angenehme Säure und ausgewogene Tannine insgesamt einen aromatischen, fruchtig-weichen Gesamteindruck vermittelt. Der Corvo kann sich mit 12,5 Prozent Alkohol brüsten: Für einen südländischen Roten bleibt er damit angenehm hinter so manchem weit weniger überzeugenden Prozentmacho zurück.

In Sizilien gehört der Corvo zu den bekanntesten Markenweinen: Das heißt, es handelt sich hier eher um einen Wein von der Stange. Er wird auf dem Weingut Duca di Salaparuta gekeltert, das sich insgesamt stärker auf die Großproduktion denn auf die teuren edlen Tropfen orientiert. Jährlich werden dort rund 830.000 Kisten Wein erzeugt: Denominazione di origine controllata (DOC) Weine aus der zweithöchsten Qualitätskategorie Italiens sind nicht darunter. Auch der Corvo rangiert also eine Qualitätsstufe tiefer und darf sich daher nur mit der Bezeichnung Indicazione Geografica Tipica schmücken.

Guten Wein zu produzieren ist jedoch eine Kunst und viel guten Wein zu produzieren eine noch größere. Insofern sollte der Corvo keinesfalls gering geschätzt und dem Weingut Duca di Salaparuta durchaus Respekt gezollt werden. Im Weinblättchen-Weinkeller darf dieser Tropen jedenfalls zukünftig nicht mehr fehlen.
Den Corvo Rosso des Jahrgangs 2006 gibt es bei Rewe für Euro 4,99. Er ist ein guter Begleiter sommerlicher Grillabende, schmeckt aber auch zu Gebratenem aus der Pfanne.

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Mai 22 2008

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Chateau Pey La Tour – ein erschwinglicher Bordeaux mit Charme

Beim Gang durch die Weinabteilung des Supermarkts Rewe mag dem aufmerksamen Einkaufsflaneur ein Bordeaux ins Auge fallen, der durch eine kleine glänzende Banderole unterhalb des Etiketts hervorsticht. Es handelt sich hier um eine vom französischen Landwirtschaftsministerium verliehene Auszeichnung – und das gar in Gold. Fünffünfundneunzig soll dieser prämierte Tropfen vom Chateau Pey La Tour kosten. Zugreifen oder stehen lassen?

Wein zum Strümpfe stopfen?
Nun geben Bordeauxweine unterhalb der 10 Euro Marge in der Regel allergrößten Anlass zur Vorsicht. Etliche Schnäppchenjäger haben hier wohl bereits leidvolle Erfahrungen gemacht: Schon während des Öffnens eines in diesem Preissegment feilgebotenen Weines runzelt man aufgrund des Geruches zunächst die Stirn, um nach dem ersten Schluck aufs Schmerzlichste das Gesicht zu verziehen. Danebengegriffen! So etwas eignet sich dann höchstens noch zum Strümpfe stopfen, nicht aber zum Trinken. Und so mussten wieder einmal fünf bis zehn Euro in flüssiger Form via Kanalisation dem Orcus übergeben werden. Was da alles in den Supermärkten unter der Bezeichnung Bordeaux herumsteht, ist mitunter wahre Hexenessenz.

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Der Chateau Pey La Tour – rund im Geschmack und in guter Balance
Vorhang auf: Dem ist in diesem Fall nicht so. Nachdem sich der Wein im Glas oder im Dekanter etwas entfaltet hat, verströmt er einen intensiven Geruch nach reifen Brombeeren.
peylatour.jpgMit seinem fruchtigen Duft umschmeichelt er die Nase und lädt geradezu zum Trinken ein. Dabei entfalten sich würzige Beerenaromen, die an Cassis neben leichten Kirschnoten erinnern. Im Nachhall lässt der Wein bei einem fruchtigen Gesamteindruck aromatische Anklänge an Tabak zurück, ohne darin jedoch allzu aufdringlich zu sein. Insgesamt ein ausgewogenes Tröpfchen, rund im Geschmack und in guter Balance. Dieser Bordeaux vom Chateau Pey La Tour des Jahrgangs 2006 enthält die Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und quasi einen Spritzer Petit Verdot. Mit seinen immerhin 13,5 Prozent Alkohol ein ziemlich feistes Bürschchen, dabei jedoch wirklich ganz charmant, weshalb man das recht hochprozentige Geprotze einmal gnädig übersehen kann.

Mission successful
Der Boden, auf dem die Reben dieses Weins gedeihen, das Chateau Pey La Tour, wurde im Jahr 1990 vom Handelshaus Dourthe erworben. Das Unternehmen betreibt auch einige Weingüter in Übersee. Im Bordeaux will Dourthe einen erschwinglichen Wein in möglichst hoher Qualität produzieren. Mission successful!

Der Bordeaux vom Chateau Pey La Tour des Jahrgangs 2006 ist erhältlich bei REWE und kostet Euro 5,99.

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