Archiv für die Kategorie 'Wein aus dem Supermarkt'

Jul 05 2010

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Spätburgunder Rosé 2009 von Fritz Keller bei Aldi-Nord

Wie berichtet, präsentiert auch Aldi-Nord seit einiger Zeit badische Weine, die unter der Regie des Weinguts Fritz Keller ausgebaut und vermarktet werden. Gerade ist zeitig zum sich endlich einstellenden Sommer ein Spätburgunder Rosé, Jahrgang 2009, zu haben. Jedenfalls für jene, die sich jetzt schnellstens auf den Weg zu Aldi machen, denn sehr viel ist in den meisten Märkten schon nicht mehr übrig von dem Tropfen. Weinblättchen-Autor und Stamm-Connoisseur Klaus-Dieter Gleitze rät jedenfalls dringend zum Kauf: „Sensationell, einer der Besten, die ich je zechte.“
2009 Baden Roséwein, Edition Fritz Keller bei Aldi-Nord. Euro 4,99

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Mrz 07 2010

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Wein aus dem Supermarkt:
Worauf man beim Kaufen achten sollte

Der Wein für den alltäglichen Hausgebrauch kann ruhig auch mal im Supermarkt gekauft werden, meint Journalist und Wein-Notable Martin S. Lambeck. Doch bei dem großen Angebot und einer oft wenig qualifizierten Beratung greift man leicht daneben. Wer jedoch einige Regeln befolgt, kann die Gefahr des Fehlgriffs mit anschließender Entsorgung der Flüssigkeit in der Spüle enorm verringern.

Der Marketing-Firlefanz

Zunächst einmal sollte die Devise gelten, sich nicht von bunten und aufwändig gestylten Etiketten verführen zu lassen. Auch bei den aufgedruckten silbern- oder goldglitzernden Medaillen handelt es sich bis auf wenige Ausnahmen um Firlefanz. Ein guter Wein braucht in der Regel kein aufreizendes Etikett, sondern kommt eher schlicht und unprätentiös daher. Natürlich darf das Etikett trotzdem schön sein. Kleine Hinweise auf der Flasche, wie der Wein in der Beurteilung eines anerkannten Experten abgeschnitten hat, sind meistens recht zweckdienlich.

Vorsicht vor altem Wein in neuen Schläuchen

Manchmal werden ältere Jahrgänge hochwertiger Weinsorten zu wahren Schleuderpreisen angeboten. Vorsicht vor solch scheinbaren Schnäppchen. Hier kann es sich etwa um Weine in der Verschlussphase – dazu unten mehr – oder um Restposten handeln, die schon längere Zeit im Supermarkt herumstanden. Monat für Monat bei Neonlicht oder in einem schlecht klimatisierten Lager verbracht zu haben, das bekommt kaum einem Wein. Auch eingestaubte Flaschen sollte man daher besser stehen lassen. Ladenhüter verheißen nichts Gutes, das gilt gerade für Wein. Überhaupt eigenen sich nur die wirklich feinen Tropfen für eine lange Lagerung. Die findet man im Supermarkt jedoch eher selten. Solche Weine müssen professionell gelagert werden, und dazu ist das Kaufhaus bestimmt nicht der richtige Ort. Weine, die offensichtlich besonders stark künstlichem licht ausgesetzt sind, wie manchmal die Weine in den oberen Regalfächern, sollten besser nicht gekauft werden. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Fläschchen davon im Lager. Fragen lohnt sich.


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Als Faustregel gilt: Finger weg von Weiß- oder Roséweinen, die älter sind als zwei Jahre. Rotweine dürfen etwa drei Jahre auf dem Buckel haben. Sind sie als Reserva- oder Gran Reserva-Weine ausgewiesen, muss es sogar mehr sein. Hier können wir davon ausgehen, dass die Tropfen ihre Reifezeit in einer Kellerei verbrachten und dort fachgerecht behandelt wurden. Ansonsten sollte man bei Rotweinen derzeit – also Anfang 2010 – beispielsweise misstrauisch gegenüber Jahrgängen wie 2004, 2005 oder 2006 sein. Die Edeltröpfchen unter diesen Jahrgängen sind oft noch nicht ausgelagert, und alles andere verwandelt sich langsam aber stetig in essigähnliche Essenz. Nicht selten auch werden Rotweine als vermeintliche Schnäppchen angeboten, die sich gerade in der Verschlussphase befinden. Insbesondere kräftige, tanninreiche Rotweine verlieren nach drei bis vier Jahren ihre Frucht und schmecken nur noch sauer und rau. Erst nach sieben bis acht Jahren werden sie – die richtige Lagerung vorausgesetzt - wieder fruchtig und voll. Insbesondere trifft dies auf die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Malbec zu. Bei anderen Weinsorten gibt es diese Phase auch, ist hier aber nicht so stark ausgeprägt. Bei Weißweinen sollte man vor allem bei Riesling, Sauvignon-blanc, Grüner Veltiner und Bordeaux-Weinen auf die Verschlussphase achten. Alter Wein ist also nicht unbedingt gut, auch wenn er in neuen Schläuchen daherkommt, diese biblische Weisheit können wir auch heute noch beherzigen.

Vertrauen ist gut – Informationen sind besser

Angaben über Jahrgang und Herkunftsort des Weines sollten eine Selbstverständlichkeit sein, von allem anderen lassen wir am besten gleich die Finger. Aber auch der Hinweis auf den Produzenten, also auf das Weingut, auf dem der Wein gewachsen ist, geerntet und gekeltert wurde, sagt oft etwas über die Qualität des Tropfens aus. Derartige Angaben sind allerdings bei Supermarkt-Weinen überhaupt keine Selbstverständlichkeit, in den Diskountern findet man sie sogar nur in den seltensten Fällen. Fehlen solche Informationen, handelt es sich meist um einen so genannten Fasswein. Dies ist die Bezeichnung für Wein oft minderer Qualität, der von den Produzenten über Weinbörsen und Großmärkte als No-Name-Produkt in Großtanks an Handelsunternehmen ,also Abfüller oder Großhändler, verkauft wird. Insbesondere Diskounter-Märkte wie Aldi, Lidl oder Penny kaufen solchen Wein in riesigen Mengen und vermarkten ihn mit eigenem Label. Unter der gleichen Bezeichnung werden dort im Laufe eines Jahres also ganz unterschiedliche Weine verkauft, je nach dem, was auf dem Großmarkt eben gerade günstig zu haben war. Die Qualität des Weins gleicher Bezeichnung kann daher von Einkauf zu Einkauf enorm wechseln. Das, was man ins Glas bekommt, wenn man bei Aldi einen Dornfelder kauft, kann also etwas ganz anderes sein als das, was man ein paar Wochen zuvor als Aldi-Dornfelder getrunken hat. Aber auch in anderen Supermärkten gibt es diesen Fasswein in Hülle und Fülle. Er muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber meinst handelt es sich doch um Produkte geringerer Güte. Wenn ein Weingut seinen Namen auf die Flasche drucken lässt, bürgt es damit quasi für die Qualität seines Erzeugnisses. Welcher Winzer möchte schon seinen guten Ruf verlieren. Alles was nicht so gut ist, verkauft man besser als Fasswein weiter.
Wer also Wert auf Qualität legt, sollte einen Produzenten-Wein kaufen. Und die gibt es auch im Supermarkt und oftmals kosten sie gar nicht allzu viel mehr als Fassweine. für vier bis fünf Euro kann man meist etwas gut Trinkbares finden.

Billigwein ist selten fein

Wie alles andere hat indes auch ein trinkbarer Wein seinen Preis. Tröpfchen unter drei Euro taugen in der Regel wenig, Ausnahmen bestätigen die Regel. Insbesondere in den Diskountern wird viel Billigwein angeboten. Mal ehrlich: Was kann an einem argentinischen Cabernet Sauvignon für Euro 1,65 schon dran sein? Der Wein muss angebaut, geerntet, produziert, verschifft und in die Märkte transportiert werden. Wollen die Beteiligten auch nur ein par Cent an dem Wein verdienen, kann es sich hier wirklich nur um Massenproduktion unterster Güte handeln. also lieber Finger weg. Ansonsten kann, wer die Hinweise beachtet, auch im Supermarkt erstaunlich leckere Tropfen so um die fünf Euro finden.

Die Supermarkt Weinkauf-Tipps im Überblick


1. Aufwendig gestylte Etiketten führen oft in die Irre. Vorsicht vor solchen Vermarktungs-Tricks.

2. Ältere Jahrgänge aus dem Supermarkt meiden. Weißwein sollte nicht viel älter als zwei, Rotwein nicht älter als drei Jahre sein. Ausnahmen: Reserva-Weine und Ähnliches mit besonderer Kennzeichnung. Vorsicht vor Flaschen, die lange in künstlichem Licht standen.

3. Jahrgang und Herkunftsort sollten immer angegeben sein. Weine mit Angaben zum Winzer, dem Weingut oder der Weinkellerei sollten bevorzugt werden.

4. Faustregel: Weine unter drei Euro sind selten bauchbar. Finger weg von Billigprodukten. 


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Feb 26 2010

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Ja, es gibt sie! Gute Weine aus dem Supermarkt

Den Lesern des Weinblättchens war es ohnehin immer schon klar, nun spricht es auch der bekannte Weinkritiker der Tageszeitung DIE WELT, Martin S. Lambeck, auf WELT ONLINE klar und deutlich aus: „Ja, es gibt wirklich gute Rotweine für jeden Tag aus dem Supermarkt.“ Über Monate habe er deutsche Supermärkte durchstreift und sei dabei auf so manche Scheußlichkeit, aber eben auch immer wieder auf akzeptable bis gute Weine in der Preisklasse um die fünf Euro gestoßen. Problematisch hält Lambeck zurecht Weine unterhalb der Drei-Euro-Marke:

„Rechnet man genau nach, so lässt sich für derartige Preise kaum ein guter Wein auf die Flasche bringen, so er denn auch noch einen kleinen Gewinn für Erzeuger und Händler abwerfen soll. Leider sind auch viele Bordeaux-Weine um die zehn Euro kaum zu gebrauchen. Hier bietet der Fachhandel für weniger Geld deutlich bessere Leistungen.“

Aktuell empfiehlt Lambeck den 2008er Finca Flichman Malbec aus Argentinien, der derzeit für 4,99 Euro pro Flasche in den Kaiser’s Supermärkten erhältlich ist.

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Okt 09 2008

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Noch schnell zu Aldi!

Abgelegt unter Wein aus dem Supermarkt

Der Senorio de Gayan Carinenja Gran Reserva 2002 ist heiß begehrt

Mit dem Herbst ist jetzt die Zeit angebrochen, in der Lebensmitteldiscounter a la Lidl und Aldi wieder häufiger durch wirklich oder vermeintlich günstige Rotweinangebote auf sich aufmerksam machen wollen. Manchmal ist gar etwas Passables dabei. Aldi Nord hat heute einen Gran Reserva des Jahrgangs 2002 aus dem Anbaugebiet Cariñena in die Regale befördert, der für knapp drei Euro wirklich sehr günstig zu haben und empfehlenswert ist. Der Wein hat beim Wettbewerb „Berliner Wein-Trophy 2008“ eine Medaille für ‘Hervorragende Qualität“ erhalten. Solche Auszeichnungen müssen nicht generell eine Kaufempfehlung sein, in diesem Fall jedoch ist sie durchaus angebracht.

Senorio de Gayan Carinenja Gran Reserva 2002

Nachdem der Señiorio de Gayan sich an der Luft etwas entfaltet hat, steigt einem ein Bukett von Erdbeere, Vanille und ein wenig Bleistift in die Nase. Im Mund gibt er sich mit seinen vollen Johannisbeerearomen, die leicht in Vanille und Zedernoten gehüllt sind, sehr fruchtig. Der intensive Nachhall appelliert an Waldbeeren und etwas Kiwi. Dieser auch mit seinen 13,5 Prozent Alkohol recht kräftige Wein lässt insbesondere hier durchaus Säure spüren, die aber keineswegs aufdringlich, sondern gut in ein fruchtiges Gesamtbild eingebettet ist. Wir haben es mit einem kräftigen, ausbalancierten und fruchtigen Rotwein zu tun, der zum jetzigen Zeitpunkt gut getrunken werden kann aber sicherlich auch noch Potenzial zur Lagerung mitbringt. Seine mehrjährige Reifung in Eichenfässern verleiht ihm einen sehr würzigen Charakter, wie es insbesondere die Freunde der bekannteren Riojaweine mögen. Und wie diese wird der Señiorio de Gayan aus Tempranillotrauben gekeltert, die hier zusammen mit der weniger bekannten Rebsorte Granacha einen veritablen Cuvée ergeben.

Anders als bei vielen Discounterweinen üblich, hat dieser Wein eine Adresse: Er stammt aus den Bodegas Virgen de Aguila, ein Unternehmen, das etwa 50 Kilometer südöstlich der nordspanischen Stadt Zaragoza selbst großflächigen Weinbau betreibt. Ob die Trauben des Señiorio de Gayan indes aus eigenem Anbau stammen oder für die Großlieferung an Aldi-Nord hinzugekauft wurden, muss dahin gestellt bleiben.

Wie auch immer: Wenn Aldi, wie zu hören ist, sich im Bereich Wein mit besserer Qualität profilieren will, kann dies mit Weinen wie dem Señiorio de Gayan durchaus gelingen.
Wer noch etwas davon ergattern will, muss sich übrigens beeilen. In den Filialen Langenhagen und Hannover-Bothfeld war der Tropfen schon um die Mittagszeit herum restlos ausverkauft. In anderen Läden des hannoverschen Stadtgebietes jedoch konnte man ihn nachmittags noch bekommen.

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Aug 04 2008

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Ein Regent aus Rheinhessen bei Aldi-Nord

Der Name Aldi hat in den Ohren der meisten Weinfreunde zurecht keinen besonderen Wohlklang. Aber bekannt ist auch, dass Ausnahmen immer einmal wieder die Regel bestätigen, die da lautet: Aldiwein ist ungenießbar!

Regent bei Aldi-Nord
Foto: Beinsen

Eine dieser Ausnahmen ist der etwa einmal pro Jahr von Aldi-Nord präsentierte trockene Regent aus Rheinhessen. Erst kürzlich war er wieder im Angebot, und wer sich jetzt sputet, könnte noch das eine oder andere Fläschchen davon in irgendeiner versteckten Ecke des Discounters finden. Mit Johannisbeere und etwas Stachelbeere in der Nase, dunklen Waldbeeren auf der Zunge und leichten Kirschnoten im Nachklang, ein durchaus trinkbarer und recht runder Wein, der wahrscheinlich sogar noch ein Jahr Lagerung vertragen kann.
Laut Etikett ist dieser 2007er Rheinhessen-Wein mit der bronzenen Kammerpreismünze der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. Leider erfahren wir – wie bei Aldi-Weinen üblich – nicht näher, wo er angebaut und gekeltert wurde.
Der Wein kostet Euro 2,99.

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Jul 11 2008

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Corvo Rosso Sicilia - ein sizilianischer Rabe

Die Spargelsaison ist beendet, jetzt wird gegrillt! Und auch dazu will der passende Wein gut gewählt sein.
Bei einem unserer letzten Grillabende war ein Rabe mit von der Partie. Natürlich weder als Grillgut stibitzender Frechdachs noch als selbiges selbst. Vielmehr hatten die Gastgeber einen roten Wein aus Sizilien auf den Tisch gestellt, der unter dem Namen Corvo, zu deutsch Rabe, in den hiesigen Rewe-Märkten zu haben ist.

Rabe
Foto: Beinsen; sizilianischer Rabe?

Regelmäßige Weinblättchen-Leser wissen, dass Weine aus dem Supermarkt für uns kein Tabu sind. Dort gute Tropfen ausfindig zu machen, bedarf jedoch manchmal etlicher trial and error Versuche. Insofern waren die Erwartungen zunächst nicht sehr hoch gesteckt. Aus der Flasche gelassen, konnte dieser Wein jedoch durchaus Eindruck schinden.

Im Glas changiert der Tropfen zwischen einem intensiven Purpurrot und dunkler Tinte. Der Geruch appelliert zunächst recht unspezifisch an Waldbeeren, ohne dabei allzu hohe Erwartungen zu wecken. Dafür entfalten sich im Mund würzige Kräuteraromen, in denen sich insbesondere der Thymian durchsetzt. Hinzu treten weiche Brombeernoten, die dem Wein eine süffige Eleganz verleihen. Im Nachhall hinterlässt er ein anhaltendes Echo von Holunder.

corvo.jpg
Corvo Rosso Sicilia 2006

Der Corvo Rosso Sicilia des Jahrgang 2006 besteht zum größten Teil aus der Nero d’Avola-Traube, der sich Säfte aus den sizilianischen Rebsorten Pignatello- und Nerello Mascalese beigesellen. Wir haben es hier mit einem Wein zu tun, der nicht zuletzt durch angenehme Säure und ausgewogene Tannine insgesamt einen aromatischen, fruchtig-weichen Gesamteindruck vermittelt. Der Corvo kann sich mit 12,5 Prozent Alkohol brüsten: Für einen südländischen Roten bleibt er damit angenehm hinter so manchem weit weniger überzeugenden Prozentmacho zurück.

In Sizilien gehört der Corvo zu den bekanntesten Markenweinen: Das heißt, es handelt sich hier eher um einen Wein von der Stange. Er wird auf dem Weingut Duca di Salaparuta gekeltert, das sich insgesamt stärker auf die Großproduktion denn auf die teuren edlen Tropfen orientiert. Jährlich werden dort rund 830.000 Kisten Wein erzeugt: Denominazione di origine controllata (DOC) Weine aus der zweithöchsten Qualitätskategorie Italiens sind nicht darunter. Auch der Corvo rangiert also eine Qualitätsstufe tiefer und darf sich daher nur mit der Bezeichnung Indicazione Geografica Tipica schmücken.

Guten Wein zu produzieren ist jedoch eine Kunst und viel guten Wein zu produzieren eine noch größere. Insofern sollte der Corvo keinesfalls gering geschätzt und dem Weingut Duca di Salaparuta durchaus Respekt gezollt werden. Im Weinblättchen-Weinkeller darf dieser Tropen jedenfalls zukünftig nicht mehr fehlen.
Den Corvo Rosso des Jahrgangs 2006 gibt es bei Rewe für Euro 4,99. Er ist ein guter Begleiter sommerlicher Grillabende, schmeckt aber auch zu Gebratenem aus der Pfanne.

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Mai 22 2008

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Chateau Pey La Tour – ein erschwinglicher Bordeaux mit Charme

Beim Gang durch die Weinabteilung des Supermarkts Rewe mag dem aufmerksamen Einkaufsflaneur ein Bordeaux ins Auge fallen, der durch eine kleine glänzende Banderole unterhalb des Etiketts hervorsticht. Es handelt sich hier um eine vom französischen Landwirtschaftsministerium verliehene Auszeichnung – und das gar in Gold. Fünffünfundneunzig soll dieser prämierte Tropfen vom Chateau Pey La Tour kosten. Zugreifen oder stehen lassen?

Wein zum Strümpfe stopfen?
Nun geben Bordeauxweine unterhalb der 10 Euro Marge in der Regel allergrößten Anlass zur Vorsicht. Etliche Schnäppchenjäger haben hier wohl bereits leidvolle Erfahrungen gemacht: Schon während des Öffnens eines in diesem Preissegment feilgebotenen Weines runzelt man aufgrund des Geruches zunächst die Stirn, um nach dem ersten Schluck aufs Schmerzlichste das Gesicht zu verziehen. Danebengegriffen! So etwas eignet sich dann höchstens noch zum Strümpfe stopfen, nicht aber zum Trinken. Und so mussten wieder einmal fünf bis zehn Euro in flüssiger Form via Kanalisation dem Orcus übergeben werden. Was da alles in den Supermärkten unter der Bezeichnung Bordeaux herumsteht, ist mitunter wahre Hexenessenz.

hexenkessel2.jpg

Der Chateau Pey La Tour - rund im Geschmack und in guter Balance
Vorhang auf: Dem ist in diesem Fall nicht so. Nachdem sich der Wein im Glas oder im Dekanter etwas entfaltet hat, verströmt er einen intensiven Geruch nach reifen Brombeeren.
peylatour.jpgMit seinem fruchtigen Duft umschmeichelt er die Nase und lädt geradezu zum Trinken ein. Dabei entfalten sich würzige Beerenaromen, die an Cassis neben leichten Kirschnoten erinnern. Im Nachhall lässt der Wein bei einem fruchtigen Gesamteindruck aromatische Anklänge an Tabak zurück, ohne darin jedoch allzu aufdringlich zu sein. Insgesamt ein ausgewogenes Tröpfchen, rund im Geschmack und in guter Balance. Dieser Bordeaux vom Chateau Pey La Tour des Jahrgangs 2006 enthält die Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und quasi einen Spritzer Petit Verdot. Mit seinen immerhin 13,5 Prozent Alkohol ein ziemlich feistes Bürschchen, dabei jedoch wirklich ganz charmant, weshalb man das recht hochprozentige Geprotze einmal gnädig übersehen kann.

Mission successful
Der Boden, auf dem die Reben dieses Weins gedeihen, das Chateau Pey La Tour, wurde im Jahr 1990 vom Handelshaus Dourthe erworben. Das Unternehmen betreibt auch einige Weingüter in Übersee. Im Bordeaux will Dourthe einen erschwinglichen Wein in möglichst hoher Qualität produzieren. Mission successful!

Der Bordeaux vom Chateau Pey La Tour des Jahrgangs 2006 ist erhältlich bei REWE und kostet Euro 5,99.

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Apr 17 2008

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Montalcino bei Lidl

Am heutigen 17. April 08 beginnt bei Lidl eine Verkaufsaktion mit 30 Produkten aus Italien. Wieder dabei, der Rosso di Montalcino DOC 2006, den es kurz vor Weihnachten des letzen Jahres bereits schon einmal bei diesem Discounter zu kaufen gab. Seinerzeit hat ihn Robert Naser unter die Lupe, oder besser unter Nase und Gaumen genommen. Naser betreibt das Weblog FineLiquids, auf dem er regelmäßig Video-Weinproben zelebriert.
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Das Resümee des Online-Testers:

Der Rosso aus Montalcino ist im Prinzip der nach einem Jahr Reifung abgefüllte Brunello, Herkunftsgebiet und Rebsorte sind identisch. Durch die kürzere Lagerdauer ist auch der Preis dementsprechen günstiger, bei Lidl 8,99€. Häufig werden für den Rosso die bei der Selektion nach der Lese aussortierten Trauben geringerer Qualität verwendet. Oft ist der Rosso di Montalcino aber auch eine zugänglichere preiswerte Alternative zum Brunello. Hier gibt es mit unter richtige Schnäppchen in Punkto Preis-Leistung.
Feiner Duft von Amarena-Kirsche, am Gaumen etwas Cassis und Kräuter. Sauber und ordentlich. Leider aber nur im Ansatz das was ein Rosso di Montalcino sein kann.

Die Weinprobe gibt es hier zu sehen.

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Apr 11 2008

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Ein Schmeichler – Zinfandel Turning Leaf von Gallo

Das Leben ist eine Hölle ohne Zinfandel, das zumindest behaupten einige Fans dieser kalifornischen Rebsorte und haben ihr Lebensgefühl gleich zum Motto einer Website gemacht.
Zinfandel.net
Collage: Beinsen

Nicht jeder wird diese Auffassung teilen und viele haben wahrscheinlich auch ohne Zinfandel bisher ganz gut gelebt. Das sollte jedoch niemanden daran hindern, ab und zu ein ausgesuchtes Fläschchen davon zu entkorken.
Der Zinfandel Turning Leaf des Jahrgangs 2005 kommt bereits beim ersten Schluck weich und gefällig daher und schmeichelt denen, die einen sanften Wein ohne starken Säuregehalt mögen. Im Glas zeigt er eine dunkle Farbe, seine Aromen erinnern an Kirschen und Brombeeren. Beim Trinken erweist sich dieser würzige Zinfandel mit einer pfeffrigen Note als würdiger Vertreter seiner Art.
Völlig zurecht findet sich dieser Wein in den Empfehlungen, die Till Ehrlich in dem Buch Die besten Supermarktweine zusammengetragen hat. Ein süffiger und schlichter roter, der gute Laune verbreiten und auf Anhieb gefallen wolle, so charakterisiert ihn Ehrlich. Was diesem Zinfandel aus dem Hause Gallo in der Regel wohl auch gelingt, lässt sich hinzufügen.

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Bild: Beinsen

14 Monate darf der Wein im Eichenfass reifen, bevor er auf die Weintrinker daheim und in Übersee losgelassen wird. Es ist sicherlich kein extravagantes - aber ein gefälliges Tröpfchen mit fruchtigem Charakter. Bei einem Preis um die 5 Euro bekommt man hier einen guten Wein für relativ wenig Geld. Er passt zu einem kräftigen Essen mit Lamm, Wild, Rind oder Käse.
Zinfandel ist eine rote Rebsorte, die überwiegend in Kalifornien angebaut wird. Durch spezielle Gärungsverfahren lassen sich daraus neben Rot- auch Rose´ und Weißweine herstellen. Während der rote Zinfandel in der Regel kräftig und würzig ist und einen hohen Alkoholgehalt hat, weisen die aus dieser Traube hergestellten helleren Weine meist eine hohe Restsüße auf.
Dem Winzer gegenüber gibt sich der Zinfandel störrisch, da sich unter den reifen Trauben oft auch noch unreife grüne Beeren befinden. Deshalb muss per Hand nachverlesen werden.
Erst kürzlich hat man herausgefunden, dass der Zinfandel mit der italienischen Rebsorte Primitivo identisch ist, die hauptsächlich im italienischen Apulien angebaut wird. Wegen dem größeren Bekanntheitsgrad bezeichnen seither auch einige italienischen Winzer ihren Primitivo-Wein als Zinfandel.

Den Zinfandel Turning Leaf gibt es bei Eurospar, Marktkauf, Real, Rewe und Kaufland.

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