'Weinprobe'

Jun 26 2011

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Pinot Grigio meets Grauburgunder

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Pinot Grigio 2009
Weingut: Bidoli Vini
Anbaugebiet: Italien, Friaul
Traube: Pinot Grigio
Farbe: Gelb
Nase: Melone
Gaumen: Pfirsich, etwas Zitone
Nachklang: etwas Feige und Ananas
Alkoholgehalt: 13%
Restzucker: 0,3g/l
Gesamtsäure: 7,1g/l
Gesamteindruck: Ein Wein Marke Studentenkneipe

Jüngst wurde anlässlich der Konfirmation meines Patenkindes beim Italiener getafelt. Nachdem sich alle eingefunden hatten, kam die Frage nach dem passenden Wein auf. „Ein Pinot Grigio vielleicht“, so der Vorschlag von einem Tischnachbarn. Stirnrunzeln meinerseits. Lieber einen süßen Roten?“, hakte der Tischnachbar süffisant lächelnd nach und war wohl überzeugt, hier auf einen echten Dilettanten in Geschmacksfragen gestoßen zu sein.
Nein, es soll nicht schlecht über Pinot Grigio-Trinker geredet werden. Aber lassen wir kurz Martin S. Lambeck, den Weinexperten von Welt-Online, zu Wort kommen: „Kennen Sie die Szene? Im Freundeskreis lobt ein Alfa-Romeo-Fahrer den „tollen Pinot Grigio“ beim Nobel-Italiener gegenüber der Firma. Manch einer kauft sogar für viel Geld den Pinot Grigio für daheim. Dabei kann vieles (wenn auch bei weitem nicht alles), was an Pinot Grigio aus Italien auf den deutschen Markt drängt, mit dem deutschen Grauburgunder kaum mithalten. Es handelt sich dabei im Übrigen um die gleiche Rebsorte.“ Damit kein falscher Eindruck entsteht: Unser Tischnachbar von der Konfirmationsfeier fährt zwar Cabrio, aber keinen Alfa-Romeo. Auch muss dahingestellt bleiben, ob er für viel Geld den teuren Pinot Grigio für daheim kauft. Fest steht jedoch, dass diese italienische Weinsorte, deren deutsches Pedant Grauburgunder heißt, bei ihm in gutem Ruf steht. Warum auch nicht? Ist denn der Grauburgunder wirklich besser als die im mediterranen Italien gereifte Rebe? Weinblättchen wollte es wissen und hat daher eine Stichprobenuntersuchung durchgeführt.

Zu diesem Zweck wurde beim gleichen Händler – es handelt sich um das Wein- und Spirituosen Franchaise-Unternehmen „Vom Fass“ – jeweils eine Flasche Pinot Grigio und eine Flasche Grauburgunder ausgewählt. Bei der italienischen Variante handelt es sich um einen Pinot Grigio, Jahrgang 2009, vom Weingut Bidoli im norditalienischen Friaul, der Heimat des Pinot Grigio. Alkoholgehalt 13 Prozent. Schüchtern und verhalten gibt sich dieser Wein in der Nase, immerhin lässt sich eine leichte Melonen-Note erheischen. Am Gaumen erkennen wir Pfirsich und etwas Zitrone, das alles jedoch nicht besonders ausgeprägt. Im Nachhall kann der Tropfen mit leichten Nuancen vom rebentypischen Feigenaroma in Korrespondenz mit einer Idee Ananas aufwarten. Insgesamt ist hier nichts Spektakuläres zu berichten. Ein Wein Marke Studentenkneipe. Für Euro 7,95 die Flasche, soviel muss man für den Tropfen beim „Vom Fass“ zahlen, lässt sich jedenfalls Besseres bekommen.

Auf der deutschen Seite schicken wir einen Grauburgunder der Winzergenossenschaft Oberbergen, Jahrgang 2009, ins Rennen. Es handelt sich um einen Wein der Lage Oberbergener Baßgeige am Kaiserstuhl. Man lese und staune, so etwas gibt es wirklich im „Vom Fass“. Bei der Bassgeige handelt es sich um eine terassenförmig angelegte Steillage, von der bekanntlich selten Schlechtes kommt. Steillagen bedeuten mühselige Erntearbeit, da meist von Hand gelesen werden muss. Und allein deshalb möchte der Winzer hier nichts vergeigen, sondern mit seiner harten Arbeit einen guten Wein produzieren, der auch einen guten Preis erzielt. Trotzdem kostet der Bassgeigen-Grauburgunder einen Euro weniger als der wahrscheinlich maschinell geerntete Pinot Grigio.
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Sehr hell mit goldenen Reflexen schimmert der Grauburgunder im Glas und verwöhnt die Nase mit fruchtigen Gerüchen nach Kiwi, Ananas und etwas Apfel. Am Gaumen sind deutliche Aromen von Feige, Birne und Grapefruit wahrnehmbar. Dabei hinterlässt der Wein im Nachhall einen leicht moussierenden Eindruck von Birne und Mango, das alles eingebettet in eine spritzige aber nicht aufdringliche Säure. So macht das Weintrinken Spaß, ein frischer und gehaltvoller Tropfen, der allerdings auch 14 Prozent Alkohol aufs Tablett bringt.
Im Vergleich mit dem Bidoli-Pino Grigio schneidet dieser Grauburgunder auf jeden Fall um Längen besser ab und ist zudem auch noch um einen Euro günstiger zu haben. An Lambecks Einschätzung scheint also etwas dran zu sein. Ob sich dieses Ergebnis verallgemeinern lässt, müssen wir allerdings dem Gaumen und dem Urteilsvermögen der Weintrinker, Alfa Romeo- und Cabrio-Fahrer selbst überlassen.

Oberbergener Bassgeige Grauburgunder 2009
Weingut: Winzergenossenschaft Oberbergen
Anbaugebiet: Deutschland, Baden, Kaiserstuhl, Lage Oberbergener Baßgeige
Traube: Grauer Burgunder
Farbe: Hellgelb mit goldenen Reflexen
Nase: Kiwi, Ananas, etwas Apfel
Gaumen: Feige, Birne, Grapefruit
Nachklang: Birne, Mango
Alkoholgehalt: 14%
Restzucker: 4,6g/l
Gesamtsäure: 6,1 g/l
Gesamteindruck: Frisch, fruchtig, gehaltvoll

Beide Weine gibt es in den Weinläden der Weinhandelskette “Vom Fass”

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Mai 23 2011

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The Black Stump. Junger australischer Wein vom Feinsten

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The Black Stump 2009

Weingut: Casella Wines
Anbaugebiet: Australien, Südosteuatralien
Traube: Durif, Shiraz
Farbe: Kirschrot
Nase: Etwas Minze, Vielchen, Brombeere
Gaumen: Wladfrüchte, Brombeere, Mirabelle, Schokolade und mehr
Nachklang: Cassis
Alkoholgehalt: 14 Prozent
Gesamteindruck: Ein voller, sehr vielschichtiger Wein für Entdecker

Beim ersten Schnuppern an der gerade geöffneten Flasche Black Stump – diesem roten australischen Cuvée aus den Reben Durif und Shiraz – scheint es fast so, als würde sich da ein Hauch von Minze in die Nase schleichen. Das ist jedoch nur ein flüchtiger Eindruck.
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Im Glas duftet der Wein eher nach Veilchen, unter die sich eine Idee von Orange mischt. Vor allem aber stehen deutliche Brombeeraromen im Vordergrund. Um es gleich vorweg zu sagen: Wir haben es hier mit einem äußerst vielschichtigen Wein zu tun, der nicht nur in der Nase beeindruckende Erlebnisse beschert. Black Stump, in Australien bezeichnet man so auch die Orte zwischen der bekannten und der unbekannten Welt, Orte, die immer etwas Geheimnisumwobenes auf diesem an vielen Geheimnissen reichen Kontinent an sich haben.
Der Name ist gut gewählt, haftet dem Tropfen doch in der Tat etwas Eigentümliches an. Je länger man davon trinkt desto deutlicher wird: Wir haben es mit so etwas wie einer Twilight Zone des Weins zu tun, denn wer sich und diesem Tropfen ausreichend Zeit gibt, kann immer wieder Neues entdecken. Am Gaumen zeigt er zunächst volle Aromen von reifen Waldfrüchten und – auch hier – Brombeeren, dazu subtile Reminiszenzen an Mirabelle. Insgesamt eine fruchtige Melange, eingebettet in deutliche Schokoladennoten, denen sich im Nachhall etwas Cassis hinzugesellt.
John Cassella
Kreiert wurde dieses leckere Tröpfchen von John Casella, Chef des australischen Familienunternehmens Casella Wines. Die Bezeichnung Familienunternehmen darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eines der größten Weingüter Australiens und um das größte in Familienbesitz handelt. Casella Wines ist eine echte ökonomische Hausnummer auf dem australischen Kontinent und trägt nach eigenen Angaben mit neun Prozent zur Wein-Gesamtproduktion des Landes bei.
Im Black Stump hat Casella der seltenen Rebsorte Durif zum Rendevouz mit dem immer beliebter werdenden Shiraz – auch unter der Bezeichnung Syrah bekannt – verholfen. Durif soll angeblich aus Frankreich stammen und gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus der Peloursin-Traube hervorgegangen sein. Durch Genanalysen ist man der Sorte inzwischen weiter auf die Schliche gekommen und hat herausgefunden, dass es sich um eine Kreuzung von Peloursin und Syrah handelt. Durif wurde zunächst nach Kalifornien und von dort in südamerikanische Länder exportiert. Den weltweiten Durif-Bestand schätzt man auf etwa 3000 Hektar.
In Casellas Weinkellern ist die Kombination dieser Traube mit ihrer Vorgängerin bestens gelungen. Für – in diesem Fall – schlappe Euro 9,20 kriegt man etwas Gediegenes geboten. Der Wein ist zu haben bei ChateauDirect:
ChateauDirect Weine
Schneckenpost: Direct Wines GmbH, Zeppelinstr. 71-73, 81669 München
E-Mail: kundendienst@ChateauDirect.de
Website: http://www.chateaudirect.de/
Telefon: 069 222 22 6483
Cheers!

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Mai 16 2011

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„Der Weg nach Aldi hin!“ Alle Jahre wieder: Keller-Riesling bei Aldi-Nord

2010 Baden Riesling Edition Fritz Keller
Weingut: Fritz Keller
Anbaugebiet: Baden/Deutschland
Traube: Riesling
Farbe: Blassgelb bis gelb
Nase: sehr intensiv, Melone
Gaumen: Stachelbeere, Apfel, Grapefruit
Nachhall: Etwas Banane, Zitrone, Ananas
Alkoholgehalt: 12 Prozent
Verschluss: Schraubverschluss
Preis: Euro 5,99
Gesamteindruck: Sehr fruchtig, frisch, schön ausbalanciert

Auch 2011 setzt der bekannte badische Weinproduzent Fritz Keller seine Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteldiscounter Aldi fort. Pünktlich zur beginnenden Spargelsaison bringt Keller in diesem Jahr einen Rosé- und einen Riesling in die Filialen des nördlichen Aldi-Imperiums. Die Idee ist einfach aber bewährt: Keller liefert das Konzept, sein Knowhow in Produktion und Marketing und vor allem seinen Namen und lässt den Rebensaft von einer Vielzahl badischer Familienbetriebe herstellen. Davon profitieren nicht zuletzt auch seine Kooperationspartner, kleine Winzer, die sonst teilweise eher schlecht als recht über die Runden kommen.
Der Tropfen ist für 5,99 Euro zu haben, auf Dumpingpreise lässt sich Keller nicht ein. Doch schon im letzten Jahr hat sich der Wein dieses Preises als würdig erwiesen, und so auch diesmal. Blassgelb in der Farbe, verströmt er schon bei geöffneter Flasche einen grandiosen Geruch von reifen Melonen, geradezu ein Duft-Flash. Am Gaumen reüssiert der Tropfen mit Aromen von Stachelbeere, etwas Apfel und Grapefruit, um im Nachhall einen lang anhaltenden leicht bananigen Eindruck, gemischt mit Zitronen- und dezenten Ananasaromen zu hinterlassen. Ein herrlich fruchtiger und frischer Wein, unserer Meinung nach wunderbar für ein gutes Spargelessen geeignet. Keller hat nicht enttäuscht. Da lohnt der Weg „nach Aldi hin“.

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Sep 23 2010

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Parker-Alarm bei Aldi-Nord – 90 Punkte für den „Tempranillo 07“

Weingut: Valsanzo
Anbaugebiet: Spanien, Castilla y León
Traube: Tempranillo
Farbe: Kirschrot
Aromen: Cassis, Brombeeren, Waldfrüchte, Veilchen
Alkoholgehalt: 12,3 Prozent
Restzucker:ca. 2,8 g / Liter
Säure: ca. 5 g / Liter
Gesamteindruck: Ein kräftiger und fruchtiger Tropfen, zurückhaltend in der Säure und mit markigen Tannine. Ein typischer Parker-Wein.

All jene, die ein Faible für die vom Wein-Papst Robert Parker empfohlenen Tröpfchen haben und in den nördlichen Regionen Deutschlands zu Hause sind, sollten jetzt einen kleinen Abstecher zum nächstgelegenen Aldi-Markt machen. Denn dort wartet ein Tempranillo Jahrgang 2007 auf sie, der 90 Punkte von Parker eingeheimst hat. Ganz unprätentiös harrt er dort unter nichtssagendem Label auf seine Käufer: TEMPRANILLO 07. alt="Tempranillo 07 von Aldi Der Tropfen stammt aus der Region Castilla y León im Norden Spaniens und wird von der Firma Valsanzo vermarktet. Das Unternehmen arbeitet im großen Stil mit verschiedenen Weingütern Spaniens zusammen. Den gemeinsamer Nenner der verschiedenen Weine bildet Firmenönologe Javier Rodriguez, der die Konzepte für den Ausbau liefert. Valsanzo-Weine, auf welchem Weinberg sie auch gewachsen sein mögen, sind also Javier Rodrigez Weine. Dieser Ansatz erlaubt dem Unternehmen eine Vermarktung in großem Stil und damit auch die Zusammenarbeit mit auf Masse setzenden Discountern wie Aldi. Der Tempranillo 07 wird dort für Euro 4,99 angeboten. Wer die Parker-Weine mag, die sich durch viel Frucht, wenig Säure und kräftige Tannine auszeichnen, wird auch diesen Wein genießen.

Lesetipp: Artikel über Robert Parker auf stern.de: Weinpapst auf der Anklagebank

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Aug 20 2010

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Spätburgunder Weißherbst Kabinett. Geht nicht? Geht doch!

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Ballrechten-Dottinger Castellberg Spätburgunder Weißherbst 2009 – Hoffnungsschimmer für den Weißherbst

Weingut: Winzergenossenschaft Ballrechten-Dottingen eG
Anbaugebiet: Baden (Baden Württemberg)
Traube: Spätburgunder
Farbe: Rosé
Aromen: Erdbeere, Himbeere, Pfirsich, Limette
Alkoholgehalt: 12,3 Prozent
Restzucker: 25,9 g/l
Säure: 6,9 g/l
Gesamteindruck: Überzeugendes Konzept aus Restsüße, Fruchtaromen und kräftiger Säure.

Noch vor wenigen Jahren galt bekanntermaßen die Devise: Weintrinker, wird dir ein Weißherbst eingeschenkt, so lass alle Hoffnung fahren. Unmengen dieses klebrigen Zuckerwassers zirkulierten durch die Supermärkte und verdarben den guten Geschmack fast einer ganzen Nation. Wer sich von dem Trend zum Bollchenaroma beim Wein nicht korrumpieren ließ, der erlitt im Kontakt mit bestimmten Weinsorten ein kaum zu kurierendes Trauma. Der Spätburgunder Weißherbst gehörte oftmals zu den besonders üblen Vertretern seiner Art. Überhaupt war ja die Reputation des deutschen Weins unter Kennern bis in die achtziger Jahre hinein fast auf den Nullpunkt gesunken. Das wirkt teilweise bis heute nach. Es gibt immer noch Zeitgenossen, die statt zum guten Riesling etwa aus dem Rheingau lieber zum schlechten italienischen Frascati greifen. Was – nebenbei bemerkt – nicht heißen soll, dass jeder Frascati schlecht ist.
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Jul 05 2010

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Spätburgunder Rosé 2009 von Fritz Keller bei Aldi-Nord

Wie berichtet, präsentiert auch Aldi-Nord seit einiger Zeit badische Weine, die unter der Regie des Weinguts Fritz Keller ausgebaut und vermarktet werden. Gerade ist zeitig zum sich endlich einstellenden Sommer ein Spätburgunder Rosé, Jahrgang 2009, zu haben. Jedenfalls für jene, die sich jetzt schnellstens auf den Weg zu Aldi machen, denn sehr viel ist in den meisten Märkten schon nicht mehr übrig von dem Tropfen. Weinblättchen-Autor und Stamm-Connoisseur Klaus-Dieter Gleitze rät jedenfalls dringend zum Kauf: „Sensationell, einer der Besten, die ich je zechte.“
2009 Baden Roséwein, Edition Fritz Keller bei Aldi-Nord. Euro 4,99

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Jun 11 2010

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Zur WM: tätige Trinkersolidarität mit Südafrika

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Ein Beitrag von Klaus-Dieter Gleitze

Angeregt durch eine Empfehlung des Weinblättchen Master Mind griff ich neulich bei Aldi einen Franz Keller Riesling für moderate 5,99 Euro ab. Er ist wirklich exzellent und stand beim Aldi Markt meines Misstrauens wie der selige Klassenrüpel abseits, nicht bei den üblichen Aldi Winzerrebenschoppen für 0,99 Euro, und zwar in einer Ecke zwischen Kühltruhe und Schwimmflügeln.
Daneben standen zwei weitere Weiße, ein Vinho Verde und ein Chenin Blanc aus Südafrika, für jeweils 2,49 Euro. Potzdonner, dachte ich, das ist der Moment der tätigen Solidarität mit Südafrika und im Negativfall kann ich damit immer noch die Toilette scheuern.
Weit gefehlt. Der Mooiberg Chenin Blanc 2010(! – Südafrika halt) ist ein ordentlicher bis guter Tropfen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, und das heißt ja bei 2,49 schon was. Er ist etwas heller im Farbton und auf den ersten Schluck gefälliger als andere Chenins, die ich kenne. Chenin Blanc ist etwas sperriger im ersten Zugang als meinetwegen Chardonnays aus Übersee, wo einen oft in der ersten Ansprache gleich Opulenzaromen quasi überwältigen (wenn sie nicht völlig daneben sind). Ein zur Sommer WM notwendiger erfrischender, aber nicht rieslinghaft zwickender Säuregehalt des Mooiberg (noch nie gehört vorher) bei 12,5 Prozent Alk belebt und beflügelt. Dezentes fruchtiges Bouquet und eine Mischung aus Zitrone und Apfel runden das Ganze erfreulich ab. Natürlich kein Wein, vor dem man nach Genuss anbetend niederkniet, aber für den Preis eine rundum erfreulich Angelegenheit. Vor dem WM TV in der einen Hand den Chenin und mit der anderen Südafrika die Daumen drücken, dass es die Vorrunde übersteht, das ist tätige Solidarität, Trinkgenossen! (Ja, doch, auch Genossinnen! Hauptsache, es wird genossen.)
Fazit: Bei Aldi immer in die Klassenrüpel-Ecken gucken, da stehen die Besten. Das war früher auch mein Motto, ich kam aus der Ecke selten raus und hatte unter anderem in der Quarta legendäre 43 Einträge in einem Halbjahr im Klassenbuch. Ein gütiger Geist hat das Buch vor dem fälligen Elternsprechtag im hiesigen Maschsee versenkt und aus mir ist doch noch ein passabler Weinkenner geworden. Aber das ist eine andere Geschichte. Nunc est bidendum!
kdg, 06/10

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Mai 03 2010

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Badischer Riesling von Fritz Keller bei Aldi Nord

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2009 Baden Riesling Edition Fritz Keller
Weingut: Fritz Keller
Anbaugebiet: Baden/Deutschland
Traube: Riesling
Farbe: Blassgelb bis gelb
Nase: Aprikose, etwas Stachelbeere
Gaumen: Zitrone, Orange, etwas Honig
Nachhall: Feige, Apfel
Alkoholgehalt: 12,5 Prozent
Gesamteindruck: Fruchtig, weich, milde Säure
Wie sich jetzt zeigt, war die Affäre zwischen dem badischen Weingut Fritz Keller und der Firma Aldi kein kurzes Abenteuer oder gar nur ein One-Wine-Stand. Vielmehr erweist sich das Ganze als eine recht dauerhafte Liaison, die, wenn wir richtig gezählt haben, inzwischen ins dritte Jahr geht. Nach Weiß- und Spätburgunder ist diesmal ein Riesling an der Reihe. Für Euro 5,99 ist er seit heute bei Aldi Nord zu erwerben. Wie schon in den Jahren zuvor wird Keller den Wein nicht auf den eigenen Weinbergen produziert haben. Der Mann macht das Konzept, liefert sein Knowhow in Produktion und Marketing und vor allem seinen Namen und lässt den Rebensaft von einer Vielzahl kleiner badischer Betriebe herstellen.

Nase rümpfen

So mancher Purist rümpft bei diesem Deal die Nase: Keller macht sich mit dem Billig-Diskounter Aldi gemein, entweder muss der Mann es nötig haben oder dem Kommerz verfallen sein; nach dem Motto, Masse statt Klasse. Aber schon der verstorbene Franz Keller, Vater des jetzigen Inhabers Fritz, hat sich wenig darum geschert, was die Leute so über ihn denken oder sagen. In Zeiten, als es auf den deutschen Weingütern noch Usus war, Süßes und Feinherbes zu produzieren, hat der Mann seinen Betrieb vollständig auf die Herstellung trockener Weine umgestellt. Mit Erfolg, wie wir heute wissen.

Vorsicht Aldi?

Aldi-Logo
Wer weiß, vielleicht ist ja demnächst auch Wein von anderen Spitzenwinzern bei Aldi oder Lidl zu haben. Statt die Nase zu rümpfen, hat Weinblättchen sie daher lieber ins Glas gesteckt und einmal selbst nachgerochen und geschmeckt, ob sich knapp sechs Euro für einen Aldi-Wein wirklich auch lohnen.

Nase ins Glas stecken

Im Glas zeigt sich der Riesling blassgelb bis gelb. Schon der erste Geruchseindruck ist frisch und fruchtig. Schnell lassen sich die Aromen von Aprikose und etwas Stachelbeere identifizieren. Am Gaumen appelliert der Wein an Zitrone, der sich wahrhaftig leichte Honignoten beigesellen. Im langen Nachhall hinterlässt dieses Tröpfchen deutliche Spuren von Feigen und Äpfeln. Wir haben es mit einem frischen und fruchtigen Wein zu tun, der 12,5 Prozent Alkohol in die virtuelle Waagschale wirft. Für einen Riesling wirkt diese Keller-Aldi Kreation mit ihrer milden Säure fast ein wenig zu zahm. Aber es ist auf jeden Fall ein Wein mit Charakter. Wer hier sechs Euro investieren will, macht nichts falsch. Es gibt für mehr Geld weitaus Schlechteres, auch im Fachhandel. Selten gibt indes für weniger Geld auch besseren Wein, aber den muss man schon sehr lange suchen oder regelmäßig das Weinblättchen lesen.
Aldi hin, Aldi her: Unser Gesamturteil lautet: gut. Kaufen!
Weitere Informationen zum Thema:
Interview mit Fritz Keller zum Thema Aldi – hier klicken!

Rülpsen im Theater” – Zeit-Online zum Thema Aldi-Wein vom Weingut Fritz Keller

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Mrz 25 2010

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Bei trinkgut parkerts wieder: Zu Ostern einen 2007 Valtostao Legón Roble

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Weingut/Produzent: Valtostao
Jahrgang: 2007
Anbaugebiet: Spanien, Ribera del Duero
Traube: Tempranillo
Farbe: Kirschrot
Aromen: Kirsche, Brombeere, Schokolade, Vanille, Gewürze, Kräuter
Alkoholgehalt: 13,5 Prozent
Beschreibung:

„Legón, DO Ribera del Duero, Bodega Valtostao – 90 Parker-Punkte. Der DO-Bereich erstreckt sich entlang des Douro-Flusses inm nordspanischen Kastilien-León. Gekeltert zur Gänze aus Tempranillo-Trauben aus sehr alten Weingärten. Danach einmaßvoller Ausbau in kleinen Eichenfässern. Der Wein zeigt ein sehr vielschichtiges Aroma nach dunklem Steinobst und süßlichen Gewürzen zusammen mit zarten Noten von Zedern- oder Pinienholz. Ein mächtiger Wein, der lange am Gaumen hängen bleibt. Quelle – hier klicken!

Pünktlich zu Ostern hat der Getränkemarkt trinkgut noch einmal ein Angebot in die Weinregale gezaubert, mit dem die Firma laut Tobias Treppenhauer vom stern-blog Der Weinlakai im Dezember letzten Jahres schon einmal reüssierte. Für Euro 4,99 ist der 2007 Valtostao Legón Roble jetzt ein zweites Mal zu haben. „Die heutige Empfehlung ist trotz des Preises kein Wein, der in industrieller Weise hergestellt wurde“, schrieb Treppenhauer im Dezember letzten Jahres über den Tropfen.

“Ganz im Gegenteil: Der aus 100% Tempranillo bestehende Spanier wurde 6 Monate in französischer, amerikanischer und ungarischer Eiche gereift und seine Trauben stammen von über 35 Jahre alten Rebstöcken.
Es ist ein Wein auf den das Adjektiv “unkompliziert” besonders gut passt. Er ist fruchtig, aber nicht einfach, er ist geschmeidig, aber nicht flach. Der Wein macht enormen Spaß und hält auch einer etwas schwereren Weinhachtsküche stand. Mit anderen Worten: Der “Legón” ist ein wirklich guter Wein für unsagbar wenig Geld.“

Im Februar letzten Jahres hat der bekannte und renommierte Weinkritiker Robert Parker, der Wine-Advocate, den Tropfen mit 90 Punkten geadelt. Keine Ahnung wie es trinkgut immer wieder gelingt, solche Spitzenweine derart günstig zu präsentieren? Wer für Ostern noch einen guten Wein sucht, dem kann mit gutem Gewissen zum Kauf geraten werden. trinkgut bewirbt den Wein wieder mit einem 5 + 1 Angebot. Will heißen: Wer fünf Flaschen kauft, kriegt die sechste umsonst dazu. Besseren Wein für weniger Geld gibt es nicht!

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Dez 22 2009

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Nero d‘Avola vom Hof der Mauren

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Nero d‘Avola Corte dei Mori Etichetta Blu Corte, Jahrgang 2007
Weingut: Corte dei Mori
Anbaugebiet: Sizilien
Traube: Nero d‘Avola
Farbe: Tinte
Nase: Heidelbeere
Gaumen: Kirsche, Johannisbeere
Nachhall: Waldfrüchte, etwas Pflaume
Alkoholgehalt: 13,5 Prozent
Restzucker: 4 g/l
Säure: 6,4 g/l
Gesamteindruck: Ein weicher, fruchtiger und ausbalancierter Wein mit gut eingebetteter Säure und milden Tanninen.

Seit Francesco Minini in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in der norditalienischen Lombardei sein Weingut gründete, hat sich der Familienbetrieb mächtig rausgemacht. In dritter Generation gibt jetzt Enkel Mario den Ton an und hat mittlerweile Zweigstellen in fast allen wichtigen Weinregionen Italiens eröffnet. Corte dei Mori, zu deutsch Hof der Mauren, heisst seine sizilianische Dependance in Marsala, auf der unter anderem Wein aus der süditalienischen Rebsorte Nero d‘Avola gekeltert wird. Minini hat wohl einen Riecher dafür, was gerade gut ankommt, und reinsortig ausgebauter Nero d‘Avola gehört zweifellos dazu. Mit seinem Etichetta Blu Corte dei Mori Nero d‘Avola beweist der Weinproduzent darüber hinaus, dass er nicht nur Masse sondern auch Klasse kann.
Tintenfarben schimmert dieser junge aber schon charaktervolle Wein im Glas und verströmt dabei einen fruchtigen Duft nach Heidelbeeren. Am Gaumen reüssiert der Corte Dei Mori Nero d‘Avola mit Kirscharomen, um sich im Nachhall mit starken und anhaltenden Reminiszenzen an Waldfrucht und Pflaume zu verabschieden.
Der Wein wird von Fachhändlern zu Nudelgerichten mit Tomatensoße, zarten Gerichten von Schwein und Rind, gekochtem Fleisch, Pfannengerichten, Fleisch in hellen Soßen und milden Käsesorten empfohlen. Wer zu Weihnachten also diesmal keine Gans auf den Tisch bringen, sondern lieber mit etwas leichteren Gerichten vorlieb nehmen will, ist mit dem Corte dei Mori als fruchtigem Begleiter dabei gut bedient.

Den Corte Dei Mori Nero d‘Avola gibt es bei der Weinquelle. Dort kostet die Flasche Euro 7,50.

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