Archiv für die Kategorie 'Weinwahrheiten'

Jul 20 2010

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

Der Preis des Weins: Wie viel muss guter Wein kosten?

Abgelegt unter Weinwahrheiten

Mit fünf Euro ist jeder Wein bezahlt, habe ein Winzer ihm einmal verraten: Das erzählt ARD-Weinexperte Werner Eckert in einem auf YouTube zu sehenden Videobeitrag. Alles andere sei Marketing.

Keine Kommentare

Jul 20 2010

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

Rotwein kühlen: Gekühlter Rotwein für den Sommer

Abgelegt unter Weinwahrheiten

Darf man Rotwein kühlen? Und wenn ja, wie lange?

Dieser Sommer mit seinen schweißtreibenden Rekordtemperaturen hat es in sich. Wohl denen, die sich einige Wochen Urlaub gönnen und an schattige Plätzchen in der Nähe kühler Gewässer zurückziehen können. Dann noch ein kaltes Getränk dazu und die Hitze ist auszuhalten.
Kaltes Getränk? Wie steht es eigentlich diesbezüglich um den Rotwein. Natürlich möchten die Freunde der roten Rebe auch bei 30 Grad im Schatten nicht auf ihren geliebten Schoppen verzichten. Aber selbst, wenn der Wein den ganzen Tag irgendwo an einem schattigen Plätzchen in der Wohnung gestanden hat, schmeckt er bei den derzeitigen tropischen Verhältnissen doch mitunter zu warm. Der Wein sollte also möglichst im Keller gelagert werden. Ist es auch da zu warm oder mag man den Tropfen jetzt gern einmal niedriger temperiert zu sich nehmen als im Normalfall – also deutlich unter 18 Grad –, so kann man ihn ausnahmsweise kurz im Kühlschrank lagern. Die Kollegen vom Online-Weinhandel Weinvorteil empfehlen, ihn eine Stunde vor dem Trinken dorthin, oder aber etwa 15 Minuten in das Gefrierfach zu legen. Für uns hat es sich bewährt, den Wein etwa 45 Minuten lang dem Kühlschrank zu überantworten, ihn dann herauszunehmen, zu öffnen und schließlich noch etwa eine Viertelstunde stehen zu lassen. Die leichten Temperaturschwankungen vor dem Trinken schaden dem Tröpfchen nichts. Ehrlich!
rotwein-kuhl.jpg

Zum Thema Rotwein-Trinktemperatur ebenfalls lesenswert: “Die ideale Temperatur für Rotwein – Rotwein besser leicht gekühlt” auf
www.rotwein-weisswein.at
ROTWEIN und WEISSWEIN – Der WeinBlog für Geniesser

“Rotwein muss auch kalt schmecken” findet Wein-Journalist Martin S. Lambeck. Sein Beitrag ist zu lesen auf WELT ONLINE

Keine Kommentare

Mrz 23 2010

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

(Der Beitrag zur Weinrallye Nr. 31 – Thema Faszination Wein)
Ich möchte Weintrinker sein

Abgelegt unter Weinwahrheiten

Weinrallye Nr. 31 – Faszination Wein

Irgendwann Ende der Siebziger des letzten Jahrhunderts erstand ich bei „zweitausendeins“ eine Langspielplatte des Liedermachers Franz Josef Degenhardt. Die darauf zu hörenden Aufnahmen stammten aus einer Zeit, als Degenhardt gerade von seiner Radikalrevoluzzerphase Abschied genommen und sich wieder den etwas banaleren Dingen jenseits der Weltrevolution zugewandt hatte. Natürlich gab er sich immer noch links und äußerst systemkritisch, versteht sich, aber doch ein bisschen subtiler im Gebaren. Subtilität hin, Subtilität her, wer Degenhard kennt, weiß, dass alle seine Lieder irgendwie einen programmatischen Charakter haben. Und so natürlich auch jenes mit dem Titel „Ich möchte Weintrinker sein“, das auf dieser Platte zu hören war.
Weiterlesen »

4 Kommentare

Mrz 07 2010

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

Wein aus dem Supermarkt:
Worauf man beim Kaufen achten sollte

Der Wein für den alltäglichen Hausgebrauch kann ruhig auch mal im Supermarkt gekauft werden, meint Journalist und Wein-Notable Martin S. Lambeck. Doch bei dem großen Angebot und einer oft wenig qualifizierten Beratung greift man leicht daneben. Wer jedoch einige Regeln befolgt, kann die Gefahr des Fehlgriffs mit anschließender Entsorgung der Flüssigkeit in der Spüle enorm verringern.

Der Marketing-Firlefanz

Zunächst einmal sollte die Devise gelten, sich nicht von bunten und aufwändig gestylten Etiketten verführen zu lassen. Auch bei den aufgedruckten silbern- oder goldglitzernden Medaillen handelt es sich bis auf wenige Ausnahmen um Firlefanz. Ein guter Wein braucht in der Regel kein aufreizendes Etikett, sondern kommt eher schlicht und unprätentiös daher. Natürlich darf das Etikett trotzdem schön sein. Kleine Hinweise auf der Flasche, wie der Wein in der Beurteilung eines anerkannten Experten abgeschnitten hat, sind meistens recht zweckdienlich.

Vorsicht vor altem Wein in neuen Schläuchen

Manchmal werden ältere Jahrgänge hochwertiger Weinsorten zu wahren Schleuderpreisen angeboten. Vorsicht vor solch scheinbaren Schnäppchen. Hier kann es sich etwa um Weine in der Verschlussphase – dazu unten mehr – oder um Restposten handeln, die schon längere Zeit im Supermarkt herumstanden. Monat für Monat bei Neonlicht oder in einem schlecht klimatisierten Lager verbracht zu haben, das bekommt kaum einem Wein. Auch eingestaubte Flaschen sollte man daher besser stehen lassen. Ladenhüter verheißen nichts Gutes, das gilt gerade für Wein. Überhaupt eigenen sich nur die wirklich feinen Tropfen für eine lange Lagerung. Die findet man im Supermarkt jedoch eher selten. Solche Weine müssen professionell gelagert werden, und dazu ist das Kaufhaus bestimmt nicht der richtige Ort. Weine, die offensichtlich besonders stark künstlichem licht ausgesetzt sind, wie manchmal die Weine in den oberen Regalfächern, sollten besser nicht gekauft werden. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Fläschchen davon im Lager. Fragen lohnt sich.


Top Quality German Wine For The UK And Germany Wine/Wein Shop McCallin - The most popular videos are a click away

Als Faustregel gilt: Finger weg von Weiß- oder Roséweinen, die älter sind als zwei Jahre. Rotweine dürfen etwa drei Jahre auf dem Buckel haben. Sind sie als Reserva- oder Gran Reserva-Weine ausgewiesen, muss es sogar mehr sein. Hier können wir davon ausgehen, dass die Tropfen ihre Reifezeit in einer Kellerei verbrachten und dort fachgerecht behandelt wurden. Ansonsten sollte man bei Rotweinen derzeit – also Anfang 2010 – beispielsweise misstrauisch gegenüber Jahrgängen wie 2004, 2005 oder 2006 sein. Die Edeltröpfchen unter diesen Jahrgängen sind oft noch nicht ausgelagert, und alles andere verwandelt sich langsam aber stetig in essigähnliche Essenz. Nicht selten auch werden Rotweine als vermeintliche Schnäppchen angeboten, die sich gerade in der Verschlussphase befinden. Insbesondere kräftige, tanninreiche Rotweine verlieren nach drei bis vier Jahren ihre Frucht und schmecken nur noch sauer und rau. Erst nach sieben bis acht Jahren werden sie – die richtige Lagerung vorausgesetzt - wieder fruchtig und voll. Insbesondere trifft dies auf die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Malbec zu. Bei anderen Weinsorten gibt es diese Phase auch, ist hier aber nicht so stark ausgeprägt. Bei Weißweinen sollte man vor allem bei Riesling, Sauvignon-blanc, Grüner Veltiner und Bordeaux-Weinen auf die Verschlussphase achten. Alter Wein ist also nicht unbedingt gut, auch wenn er in neuen Schläuchen daherkommt, diese biblische Weisheit können wir auch heute noch beherzigen.

Vertrauen ist gut – Informationen sind besser

Angaben über Jahrgang und Herkunftsort des Weines sollten eine Selbstverständlichkeit sein, von allem anderen lassen wir am besten gleich die Finger. Aber auch der Hinweis auf den Produzenten, also auf das Weingut, auf dem der Wein gewachsen ist, geerntet und gekeltert wurde, sagt oft etwas über die Qualität des Tropfens aus. Derartige Angaben sind allerdings bei Supermarkt-Weinen überhaupt keine Selbstverständlichkeit, in den Diskountern findet man sie sogar nur in den seltensten Fällen. Fehlen solche Informationen, handelt es sich meist um einen so genannten Fasswein. Dies ist die Bezeichnung für Wein oft minderer Qualität, der von den Produzenten über Weinbörsen und Großmärkte als No-Name-Produkt in Großtanks an Handelsunternehmen ,also Abfüller oder Großhändler, verkauft wird. Insbesondere Diskounter-Märkte wie Aldi, Lidl oder Penny kaufen solchen Wein in riesigen Mengen und vermarkten ihn mit eigenem Label. Unter der gleichen Bezeichnung werden dort im Laufe eines Jahres also ganz unterschiedliche Weine verkauft, je nach dem, was auf dem Großmarkt eben gerade günstig zu haben war. Die Qualität des Weins gleicher Bezeichnung kann daher von Einkauf zu Einkauf enorm wechseln. Das, was man ins Glas bekommt, wenn man bei Aldi einen Dornfelder kauft, kann also etwas ganz anderes sein als das, was man ein paar Wochen zuvor als Aldi-Dornfelder getrunken hat. Aber auch in anderen Supermärkten gibt es diesen Fasswein in Hülle und Fülle. Er muss nicht zwangsläufig schlecht sein, aber meinst handelt es sich doch um Produkte geringerer Güte. Wenn ein Weingut seinen Namen auf die Flasche drucken lässt, bürgt es damit quasi für die Qualität seines Erzeugnisses. Welcher Winzer möchte schon seinen guten Ruf verlieren. Alles was nicht so gut ist, verkauft man besser als Fasswein weiter.
Wer also Wert auf Qualität legt, sollte einen Produzenten-Wein kaufen. Und die gibt es auch im Supermarkt und oftmals kosten sie gar nicht allzu viel mehr als Fassweine. für vier bis fünf Euro kann man meist etwas gut Trinkbares finden.

Billigwein ist selten fein

Wie alles andere hat indes auch ein trinkbarer Wein seinen Preis. Tröpfchen unter drei Euro taugen in der Regel wenig, Ausnahmen bestätigen die Regel. Insbesondere in den Diskountern wird viel Billigwein angeboten. Mal ehrlich: Was kann an einem argentinischen Cabernet Sauvignon für Euro 1,65 schon dran sein? Der Wein muss angebaut, geerntet, produziert, verschifft und in die Märkte transportiert werden. Wollen die Beteiligten auch nur ein par Cent an dem Wein verdienen, kann es sich hier wirklich nur um Massenproduktion unterster Güte handeln. also lieber Finger weg. Ansonsten kann, wer die Hinweise beachtet, auch im Supermarkt erstaunlich leckere Tropfen so um die fünf Euro finden.

Die Supermarkt Weinkauf-Tipps im Überblick


1. Aufwendig gestylte Etiketten führen oft in die Irre. Vorsicht vor solchen Vermarktungs-Tricks.

2. Ältere Jahrgänge aus dem Supermarkt meiden. Weißwein sollte nicht viel älter als zwei, Rotwein nicht älter als drei Jahre sein. Ausnahmen: Reserva-Weine und Ähnliches mit besonderer Kennzeichnung. Vorsicht vor Flaschen, die lange in künstlichem Licht standen.

3. Jahrgang und Herkunftsort sollten immer angegeben sein. Weine mit Angaben zum Winzer, dem Weingut oder der Weinkellerei sollten bevorzugt werden.

4. Faustregel: Weine unter drei Euro sind selten bauchbar. Finger weg von Billigprodukten. 


Keine Kommentare

Feb 26 2010

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

Ja, es gibt sie! Gute Weine aus dem Supermarkt

Den Lesern des Weinblättchens war es ohnehin immer schon klar, nun spricht es auch der bekannte Weinkritiker der Tageszeitung DIE WELT, Martin S. Lambeck, auf WELT ONLINE klar und deutlich aus: „Ja, es gibt wirklich gute Rotweine für jeden Tag aus dem Supermarkt.“ Über Monate habe er deutsche Supermärkte durchstreift und sei dabei auf so manche Scheußlichkeit, aber eben auch immer wieder auf akzeptable bis gute Weine in der Preisklasse um die fünf Euro gestoßen. Problematisch hält Lambeck zurecht Weine unterhalb der Drei-Euro-Marke:

„Rechnet man genau nach, so lässt sich für derartige Preise kaum ein guter Wein auf die Flasche bringen, so er denn auch noch einen kleinen Gewinn für Erzeuger und Händler abwerfen soll. Leider sind auch viele Bordeaux-Weine um die zehn Euro kaum zu gebrauchen. Hier bietet der Fachhandel für weniger Geld deutlich bessere Leistungen.“

Aktuell empfiehlt Lambeck den 2008er Finca Flichman Malbec aus Argentinien, der derzeit für 4,99 Euro pro Flasche in den Kaiser’s Supermärkten erhältlich ist.

Keine Kommentare

Dez 22 2009

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

Da kansch net mär uffhöre!

Abgelegt unter Weinwahrheiten

„Desch is a Woi, da fängsch an zu trinke und kansch net mehr uffhöre, und desch is ja desch, was wir von ä Woi wolln!“ Zu deutsch: Das ist ein Wein, da fängst du an zu trinken und kannst nicht mehr aufhören. Und das ist es ja, was wir von einem Wein wollen!
Weinreporter Mario Scheuermann serviert uns auf unserem Lieblingsweinblog The Drink Tank zu Weihnachten einen Verkostungs-Podcast. In seiner pfälzischen Muttersprache stellt er einen südafrikanischen Wein vor.

„Mer kann´n aach äfach dringe!“

Auf jeden Fall sehenswert, auch für Pfälzischunkundige!

Keine Kommentare

Nov 23 2009

Profile Image of weinblättchen
weinblättchen

Mit Rotwein dem Winter Paroli bieten!

Abgelegt unter Weinwahrheiten

Ist Rotwein ein Winterwein? Natürlich nicht, werden die Rotweinfreunde sagen, die beispielsweise auch beim sommerlichen Grillen einen kräftigen Roten zu schätzen wissen. Trotzdem hat Erwin Seitz nicht ganz unrecht, wenn er in einem Beitrag auf Welt-Online behauptet: Im Winter schmeckt Rotwein besonders gut.

„Plötzlich vollzieht sich im Herbst ein markanter Wechsel in der Natur.
herbst.jpg
Das Grün der Bäume und des Weinlaubs wird ein buntes Mosaik, als sei ein Zauberer am Werk, der märchenhafte Töne hervorlockt: Scharlach, Gold, Violett - Anklänge von loderndem Feuer, Wärme, Reife. Es dauert nicht lange, bis es mit der Farbenpracht im Weinberg vorbei ist. Es bleibt die Hoffnung, dass irgendein Magier oder Winzer etwas von diesem Feuerwerk in den Wein hinüberrettet, um den Kreislauf der Natur ein wenig auszutricksen. Der Weißwein bewahrt im Glücksfall das Gold, das Heitere, Frische, während der Rotwein die reichere Palette bietet, Rubin, Lila, Purpur, das Tiefere, Geheimnisvollere, Urheimatliche, das, wonach man sich in der kargen, kalten Jahreszeit mehr denn je sehnt.“

Der Weißwein, sagt Seitz, zeichne sich durch Frische für den Sommer aus und eigne sich für leichte Gerichte wie Gemüse, Pasta, Fisch, Hühnerfleisch oder Muscheln. Wenn das Tannin, das im Weißwein kaum eine Rolle spielt, im Rotwein ausgereift sei, gäbe es ihm jenes Energievolle, das den dunklen und kräftigen Speisen des Winters, wie Wild und dunklem Fleisch, Paroli bieten könne.
Es mache Spaß, meint Seitz, gelegentlich über Kreuz zu kombinieren und etwa Rotwein zum Fisch zu trinken, doch solle der Tabubruch nicht Selbstzweck sein. Sagen wirs mal so: Erlaubt ist eben wie immer, was schmeckt!

Keine Kommentare